Partensteiner feiern den Derbysieg

06.12.16

TSV Partenstein – TSV Lohr III 24:20 (15:10)

Am Ende tanzten sie im Kreis und brüllten: „Derbysieger, Derbysieger!“ Die Partensteiner Handballer waren in Feierlaune, hatten sie doch das Duell gegen die zweite Garnitur des Nachbarn TSV Lohr vor der für ein Bezirksoberliga-Spiel stattlichen Kulisse von 350 Zuschauern für sich entschieden.

„Der Sieg war hoch verdient“, merkte Partensteins Trainer Rico Genheimer an, der in der ersten Hälfte noch gewaltig hatte leiden müssen. Sein Team hatte vor der Pause sechsmal gegen Pfosten und Latte des Lohrer Tores geworfen. Erst Mitte des ersten Spielabschnitts fanden die Gastgeber im Abschluss zu mehr Präzision. Und flugs zog Partenstein weg gegen einen Lohrer Gast, der in der Abwehr kaum Zugriff auf den Gegner bekam. „Unsere Abwehr war richtig stark. Dazu kam eine top Torhüterleistung“, lobte Genheimer seinen Schlussmann Hannes Münzer. Der frühere Lohrer im Kasten der Spessarter parierte immer wieder freie Würfe des Gegners, während die Torhüter auf Lohrer Seite, Moritz Kissner und Manuel Prokscha, nur selten eine Hand oder einen Fuß an den Ball bekamen.

Doppelte Manndeckung

Als dann Partenstein kurz vor der Pause auf 15:9 erhöhte, schien es so, als könne es für Genheimer und sein Team ein vergleichsweise geruhsamer Sonntagabend werden. Wurde es aber nicht, weil Lohrs Coach Ludwig Scheiner in der zweiten Hälfte seine Abwehr umstellte. Erst gab es eine Manndeckung gegen Partensteins Routinier Michael Diehl, später auch noch gegen Max Lang. Und plötzlich ging auf Seiten der Gastgeber die Sicherheit verloren. Und Lohr kämpfte angetrieben vom beweglichen Lorenz Schmitt und vom durchsetzungsstarken Kreisläufer Sandro La Ferla um den Anschluss. Dass die Bayernliga-Reserve aber nicht die Wende schaffte, lag nach Ansicht von Lohrs Trainer an zu großer Hektik und mangelnder Disziplin beim Torabschluss: „Wir hatten genug Chancen. Aber wir werfen und vier oder fünf Konter einfach weg“, so Ludwig Scheiner.

Näher als auf zwei Tore Differenz kam der Gast so nicht mehr heran, mehrere Minuten stand in der Endphase 22:20 auf der Anzeigetafel. Erst als Johannes Schürr 70 Sekunden vor Schluss zum 23:20 für Partenstein einwarf, war die Partie entschieden. „Eigentlich war es unnötig, dass wir es so spannend gemacht haben“, betonte Partensteins Routinier Michael Diehl. „Aber letztlich hat's gereicht. Und das ist das Wichtigste.“

Sein Trainer lobte vor allem die Einstellung seiner Mannschaft. Die hatte durch die Verletzungen von Niklas Grundler und Simon Steigerwald bereits in den vergangenen Wochen bereits empfindliche Rückschläge hinnehmen müssen. Im Abschlusstraining zwei Tage vor dem Derby gegen Lohr hatte sich auch noch Tobias Schreier zu den Verletzten gesellt. Der sowohl als Torwart als auch Rückraumspieler verwendbare Schreier hatte das Abschlusstraining mit lädierten Bändern im Knöchel vorzeitig beenden müssen und verfolgte das Derby von der Partensteiner Bank als Zuschauer. „Natürlich war Tobis Verletzung für alle ein Schock. Aber wie die Mannschaft damit umgegangen ist, davor ziehe ich meinen Hut“, betonte Rico Genheimer.

U. Sommerkorn

Partenstein: Münzer – Diehl (7/3), Marschall (4), Schürr (1), D. Lang (1), Straßwiemer, Neuf, Hofmann, D. Schreier (1), Völker (7), M. Lang (3), Durner.

Lohr: Kissner (1. – 19., 42. – 60.), Prokscha (19. – 42.) – L. Schmitt (2), Mill, Fietz, Wehner, La Ferla (5), Vormwald (2), Bauer (2), Seltsam (4), Hartig (1), Bernard (2/2), Imhof, Röder.

Schiedsrichter: Langner/Liebsch (Hammelburg)

Zeitstrafen: 5:5

Siebenmeter: 4/3 – 2/2

Zuschauer: 350

Quelle: Main-Post