Historie

Die Gründerzeit vor dem Krieg

Im Jahre 1927 wird der Handballsport in Lohr eingeführt. Knappe 5000 Einwohner zählt die Stadt damals. Das erste Spiel wird am 22. Mai 1927 ausgetragen. Gegner der Turngemeinde Lohr ist die TG Würzburg. Gespielt wird natürlich auf dem Großfeld. Und die Binsenweisheit, dass aller Anfang schwer ist, bewahrheitet sich bereits damals wie heute, denn die Lohrer unterliegen mit 0:15 Toren.

1928 gründet der Turnverein Lohr seine erste Mannschaft. Am 30. September 1928 kommt es zum ersten Stadtderby, welches der Turnverein mit 5:3 gewinnt. Die Revanche glückt der TG bereits im Rückspiel am 21. Oktober 1928 und sie siegt mit 3:1 Toren. In der Folgezeit kommt es immer wieder zu solchen Lokalkämpfen, die "mit einer Erbitterung und letztem Kräfteeinsatz" geführt werden. Zuschauerzahlen von bis zu 700 sind dabei keine Seltenheit. 1932 wird dann schon in der Bezirksliga gespielt. Die Mannschaftsaufstellung aus dieser Zeit liest sich wie folgt:

Turngemeinde: Höflich Josef, Schattmann Franz, Habermann Johann, Wolf Toni, Happ Peter, Rausch Ludwig, Richard Müller, Ort Hans, Bregenzer Richard, Krug Franz und Dildey Josef.

Turnverein: Killinger Willi, Rüthlein Georg, Knapp Karl, Höfling Franz, Dotter Georg, Schwind Leonard, Halbig Willi, Rüthlein Alois, Killinger Rudolf, Mehling Hans und Brückner Adalbert.

Ab 1933 gehen dann die handballerischen Aktivitäten zunehmend zurück. 1936 fusionieren beide Vereine und es werden nur wenige Freundschaftsspiele ausgetragen. Was dann an Schrecklichem folgt, ist aus den Geschichtsbüchern bekannt.

Wiederbeginn 1945 - 1948

Nachdem der 2. Weltkrieg zu Ende ist, ruht zunächst der Sportbetrieb. Am 4. Oktober 1945 wird der Sportverein 1846 Lohr ins Leben gerufen. Da das Sportgelände wegen der sogenannten "Ami-Brücke" nicht genutzt werden kann, weicht man nach Sendelbach auf den "Buchenberg" aus.

Der große Aufschwung beginnt 1948. Nachdem Lohr nach Beendigung der Vorrunde Rang eins in der Landesliga Nord belegt, mausert man sich plötzlich zur Handballhochburg in Nordbayern. Mehr als 1.000 Zuschauer erscheinen zu den Heimspielen. Am vorletzten Spieltag, dem 22. Mai 1949, kommt es zum bislang denkwürdigsten Handballspiel der Vereinsgeschichte. Lohr empfängt den hartnäckigsten Verfolger, den mittelfränkischen Spitzenclub TSV Ansbach. Vor etwa 3.500 Zuschauern (darunter 600 Ansbacher Schlachtenbummler) gelingt einem in Hochform kämpfenden Lohrer Team ein 8:3 Erfolg und der damit verbundene Aufstieg in die damalig höchste Spielklasse, der Bayerische Oberliga. Dort belegt Lohr in einer aus Kostengründen einfach ausgetragenen Spielrunde einen guten 7. Platz.

1950: Lohr in der Bayernliga Nord

Nach der Auflösung der Oberliga kommt Lohr in die Bayernliga Nord und belegt dort am Ende der Spielrunde Rang 5. Auch wird die erste internationale Begegnung ausgetragen. Am 28. Mai 1950 treffen die Lohrer auf den TV Kaufleute Basel. Lohr siegt gegen die Schweizer vor über 2.000 Zuschauern mit 11:5 Toren.

1951: Auflösung der Bayernliga Nord

1951 wird die Bayernliga aufgelöst und Lohr muss wegen seiner schlechten Platzierung in der Kreisliga Unterfranken spielen.

1952: Wiederaufstieg

In der Kreisliga wird man auf Anhieb Meister, was wieder zum Aufstieg in die Landesliga Nord berechtigt. Sportlicher Höhepunkt ist ein Hallenhandball-Turnier in der alten Festhalle vor 1.000 Zuschauern. Lohr unterliegt im Endspiel gegen den schwedischen Club I.F. Sandviken.

Sportlicher Niedergang 1953/57

Am 21.11.1953 feiert die Handballabteilung in der Stadthalle ihr 25-jähriges Bestehen. Nach dem sportlichen Hoch der Nachkriegsjahre beginnt nun ein Tief. Vor allem wegen Überalterung der Mannschaft folgt der sportliche Niedergang. Nur ein Häuflein Unentwegter hält den Handballsport noch am Leben. Es sind dies im wesentlichen: Ludwig Imhof, Günter Seidel, Klaus Rissmann, Lüder Korn, Oswald Wirth, Heribert Vater, Clemens Bosch, Franz und Ludwig Gossmann, Konrad Roth, Georg Günder und Norbert Emrich.

Erst als es Helmut Schaller gelingt eine starke Jugend heranzubilden geht es Anfang der sechziger Jahre wieder langsam aber stetig aufwärts.

1962: Meister der A-Klasse

Diese Jugendspieler werden in die erste Mannschaft eingebaut, die 1962 dann die Meisterschaft in der A-Klasse erringt. Es spielen damals: Ludwig Imhof im Tor, Ernst Weber, Peter Kirmair, Konrad Roth, Helmut Schaller, Roland Schaller, Walter Baudisch, Klaus Rissmann, Armin Heilmann, Edgar Schwind, Hubert Steinhauser, Bernhard Hübner, Gerd Weber und Oswald Wirth. Zum weiteren Aufwärtserfolg träg die Tatsache bei, dass mit Willi Volkening ein Spieler vom Oberligisten GW Dankersen nach Lohr kommt, der ab August 1961 als Spielertrainer fungiert.

1963/67: Wechselnde Erfolge auf Kreis- und Bezirksebene

In dieser Zeit spielt der TSV sowohl im Feld- als auch im Hallenhandball überwiegend auf Kreisebene. Das Pfingsturnier wird nach siebenjähriger Unterbrechung wieder ins Leben gerufen und neue junge Spieler ins Team integriert. Darunter: Otto Heine, W. Liepert, Roland Albus, Werner Kogler, Hubert Bergmann und Manfred Sänze.

1968: Damenhandhall erlebt Wiedergeburt

Ernst Weber wird der erste Trainer der neugegründeten Damenmannschaft und seine Frau Ingrid Weber seine erfolgreichste Werferin. Das erste Spiel bestreiten 1. und 2. Mannschaft gegen ETSV Würzburg. Es gibt zwei knappe Niederlagen. Schon damals mit dabei Brunhilde David ( jetzt Schart), die heute immer noch aktiv ist. Die beste Torhüterin die Lohr jemals zwischen den Pfosten hatte.

1970/73: Die Vorboten des Aufschwunges

1972 wird man Meister der A-Klasse und schafft den Aufstieg in die Bezirksliga, die nur mit Mühe gehalten werden konnte. Ernst Weber fungiert als Spielertrainer.

1974: Großer Aufschwung mit Sepp Karrer

Der große Aufschwung des Hallenhandballes in Lohr beginnt im Jahre 1974. Mit dem vielfachen Ex-Nationalspieler Josef Karrer vom TV Großwallstadt kommt ein Spielertrainer nach Lohr, der den TSV zu neuen Höhen führt. Binnen zwei Jahren schafft Lohr den Aufstieg in die bayerische Oberliga, der damals dritthöchsten Spielklasse in Deutschland.

1976: Platz 3 in der Oberliga

Die von Sepp Karrer hervorragend vorbereitete Mannschaft behauptet sich mit einem niemals für möglich gehaltenen Spitzenplatz in der dritthöchsten Liga.

Herausragende Sportereignisse in dieser Zeit:

23.8.1975
TSV Lohr - SG Dietzenbach (Bundesliga) 21:26
25.10. 1975
TSV Lohr - Vfl Gummersbach (Europapokal-Sieger mit Hansi Schmitt) 21:28
13.3.1976
TSV Lohr - Medvescak Zagreb (1. Jug. Staatsliga) 23:25
29.8.1976
TSV Lohr - Pogon Szczecin (Poln. Staatsliga) 20:26

1978: Platz 3 in der Oberliga

Die Männer werden Dritter in der bayerischen Oberliga. Die Frauen werden Vierter in Nordbayern. Die Jugendmannschaften belegen gute Plätze in Unterfranken.

1979: Karrer geht

Abschiedspiel für Josef Karrer gegen den TV Großwallstadt. Die Männer werden Fünfter, die Damen Vizemeister in der Oberliga.

1980: Lilo Bergmann und Dieter Hess erwerben B-Lizenz

Die gute Jugendarbeit zeigt Erfolge. Immer mehr männliche und weibliche Nachwuchsakteure rücken nach. Die Männer spielen weiterhin in der Oberliga, da man sich am letzten Spieltag unter dem Trainergespann Klein/ Hess in Zirndorf den Klassenerhalt sichert. Dieter Hess und Lilo Bergmann erwerben die B-Lizenz. Die Jugendbayernauswahlspieler Mike End, Gerd Rüfer und Manfred Wirth verstärken die "Erste".

1981: Jugenderfolge

Die Lohrer Jugend ist so erfolgreich wie noch nie. Zahlreiche Titel, darunter die unterfränkische A-Jugendmeisterschaft geht nach Lohr. Bernd Zehnter beginnt seine sensationelle Karriere in der 1. Mannschaft. Die Damen halten sich mit den Routiniers Bruni Schart, Lilo Bergmann, Rosl Mieruschewski und Gerda Fooke in der Bayernliga Nord. Die Vereinsfahrt der Männer, Damen und männl. A-Jugend nach Villefranche wird ein unvergessenes Erlebnis.

1982/83: Erstmals drei Oberliga Teams

Der TSV Lohr stellt drei Oberligamannschaften. Guido Schlembach, Norbert Klein, Jochen Freek und Trainer Gerd Sauer verlassen den Verein. Ludwig Scheiner, Karl-Heinz Wirth und Rudolf Werthmann stoßen zum Kader der 1. Mannschaft. Männer, Damen und A-Jugend behaupten sich mit guten Plätzen in der Oberliga. Elf Mannschaften schickt der TSV Lohr insgesamt ins Rennen. Die Damen verpassen in Hof in allerletzter Sekunde den Klassenerhalt. Paul Schmitt kann jedoch als Trainer zurückgewonnen werden. Durch einen tragischen Verkehrsunfall verliert die erst 24-jährige Damenspielerin Karin "Käth" Scheiner ihr Leben.

1984/85: Lohr behauptet sich weiterhin in der Oberliga

Wechsel an der Abteilungsspitze. Hermann Pressler löst Johannes Fooke ab. Frank Hofstötter, Torwartalent aus Sackenbach, schafft den Sprung von Lohr ins Bundesligateam des TV Großwallstadt. Die Männer sichern in letzter Sekunde den Klassenerhalt unter Dieter Hess. Helmut Reichel und Martin Kraus verlassen den TSV Lohr. Die Damen werden Meister in der Bezirksklasse. Main-Spessart-Jugendturnier mit 60 Mannschaften.

1986/88: Abstieg der Männer

Nach zehn Jahren muss Lohr die Oberliga verlassen, um ein Jahr später in die Bezirksliga durchgereicht zu werden. Aber es wird nur ein Abschied von kurzer Dauer. Man trennt sich frühzeitig von den Trainern Jürgen Kressner und Peter Schönian. Bei den Jugendturnieren nehmen mehr als 100 Mannschaften (mehr als 1.000 Sportler) teil. Die Damen werden Mannschaft des Jahres

1989: Abstieg der Damen

Die 1. Damenmannschaft steigt aus der Oberliga ab. Lilo Hess übernimmt die Mannschaft vom langjährigen Trainer Paul Schmitt. Wieder trifft die Damen ein schrecklicher Schicksalsschlag. Ellen Hoppe verliert durch einen Autounfall ihr Leben. Mit jungen Akteuren gelingt den Männern unter Dieter Hess nach zwei Jahren die Meisterschaft in der Bezirksliga und die Rückkehr in die Verbandsliga Nord. Neu im Team sind die Eigengewächse Bernd Gottschalk, Gerald Schmitt und Jürgen Schramek. Freundschaftspiel gegen den Bundesligisten TV Eitra mit dem Ex-Lohrer Frank Hofstötter.

1990/92: Die Ära Jiri Kotrc beginnt

Mit dem tschechischen Weltklassehandballer Jiri Kotrc werden die Lohrer erstmals Nordbayerischer Meister im Hallenhandball. Man kehrt ins bayerische Oberhaus zurück und belegt auf Anhieb Rang drei. Die Handballer ziehen von der Nägelseehalle ins Schmuckkästchen Spessartorhalle um. Dort kommt es im Spätherbst 91 zum bislang größten Hallensportereignis. Mehr als 1.200 Zuschauer strömen in die Spessarttorhalle um das Spitzenspiel gegen Milbertshofen II zu sehen. Allein Valerie Savko, 2,20 m Riese aus Russland lockt scharenweise Zuschauer an. Zum 34. Pfingsturnier kommen 36 Mannschaften nach Lohr. Die männliche A-Jugend von Manfred Wirth wird Mannschaft des Jahres. Beim Internationalen Jugendturnier nehmen 10 hochklassige Teams aus Polen, Tschechien, Russland und der Schweiz teil.

1993/94: Kotrc kehrt Heim

Eine unvergessene Handballzeit geht zu Ende. Kotrc bleibt vier Jahre und setzt Meilensteine im Lohrer Handball. Sven Lehmann, Jugendspieler des SC Dynamo Berlin, kommt nach Lohr. Die männliche Jugend unter Manni Wirth stößt bis ins süddeutsche Halbfinale vor. Die 2. Herrenmannschaft wird Meister in der Bezirksliga. Die Damen steigen unter Trainer Ferenc Hidasi ebenfalls in die Oberliga auf.

1995: Größter Erfolg der Vereinsgeschichte

Sowohl sportlich als auch gesellschaftlich wurden die größten Erfolge der Vereinsgeschichte erzielt. In einem Siegeszug ohnegleichen kann man die gesamte Konkurrenz der Oberliga hinter sich lassen. Mit jugendlichem Elan und einem torhungrigen Janos Wagenbach wird ein sensationeller Erfolg erzielt. Die Reserve wird Vizemeister in der Bezirksoberliga. Die Damen können unter Trainer Michael Prechtl den Abstieg aus der Oberliga Nord nicht verhindern. Die männliche A-Jugend wird unter Michael Thomas unterfränkischer Meister. Bei der Meisterschaftsfeier in der Lohrer Stadthalle gibt es ein großes Treffen mit ehemaligen Größen des Lohrer Handballsportes.

1996/97: Mit Schwung in die Regionalliga

Im Aufstiegsjahr behauptet sich Lohr mit einem sensationellen 6. Platz in der Regionalliga. Aber schon im Folgejahr wird es ganz eng. Mit Rang zwölf beendet man die zweite Saison in der dritthöchsten Spielklasse. Gute Talente, wie die Brüderpaare Ditter und Krista verlassen den TSV Lohr. Martin Leynar zieht es zum großen Nachbarn HSC Bad Neustadt.

1997/98: Die "Oldies" helfen aus

Der ausgedünnte Kader wird mit den reaktivierten Oldies Zehnter, Werthmann und Münster ergänzt. Hinzu kommt mit Peter Gehl ein durchschlagkräftiger Allrounder. Buchstäblich in letzter Sekunde zieht Lohr den Kopf aus der Schlinge. Vor 1000 Zuschauern gewinnt Lohr in einem "Endspiel" gegen Lauf. Die Spessarttorhalle steht Kopf. Die zusammengeschusterte Mannschaft schafft das niemals für möglich gehaltene. Die Damen spielen nach dem Motto: "Durchhalten bis der eigene Nachwuchs nachrückt." Es wird Früchte tragen. Die weibliche C-Jugend wird zum zweiten Mal bayerischer Meister.

1998/99: Tscherkachine Spielertrainer

Unter dem neuen Spielertrainer Vladimir Tscherkachine startet Lohr zunächst gut in seine vierte Regionalligasaison. Insgesamt fünf Auswärtserfolge erspielt die Mannschaft um den ehemaligen russischen "Superligaspieler" von SKIF Krasnodar. Dennoch wird es am Ende eng und erst am letzten Spieltag in Zwickau sichern sich die Lohrer erneut den Klassenerhalt.
Die weibliche B-Jugend ist zweifelsohne das Aushängeschild des TSV Lohr. Man stößt bis ins süddeutsche Halbfinale vor. Bei stark besetzten Turnieren in Menden und Neuss belegt man hervorragende Plätze.

2000: Abstieg und freiwilliger Rückzug in Bezirksoberliga

Da zahlreiche eigene Talente den Verein verlassen, männlicher Nachwuchs fehlt und Geld knapp ist, ist man gezwungen, sein Team bis in die Bezirksoberliga zurückzuziehen. Die Handballabteilung übersteht ihre größte Zerreißprobe der jüngeren Vergangenheit. Positiv hingegen verläuft die Entwicklung im Frauenhandball. Die kontinuierliche Aufbauarbeit trägt Früchte. Die junge Mannschaft, die von Lilo und Dieter Hess trainiert wird, belegt einen hervorragenden zweiten Platz hinter dem hohen Favoriten Bergtheim. Gleichzeitig holt die weibliche A-Jugend ihren fünften bayrischen Meistertitel in Folge. Eine wunderschöne Erfolgsära ist zu Ende gegangen.

2001: Meister in der Bezirksoberliga

Die 1. Mannschaft wird ihrer Favoritenrolle gerecht und steigt mit 3 Verlustpunkten in die Landesliga Nord auf. Die Damen müssen den Weggang von drei Leistungsträgern verkraften. Nina Hess wechselt ebenso wie Melanie Marcantonio in die 2. Bundesliga. Sigrid Nordvoll kehrt nach einjährigem Deutschlandpraktikum in ihre Heimat Norwegen zurück. Die Handballabteilung hat knapp 300 Mitglieder und stellt 21 Mannschaften im Spielbetrieb.

2002: Vordere Landesligaplätze

Frauen und Männer belegen in der Endabrechnung vordere Plätze in der Landesliga Nord. Lange Zeit wird um die Titelvergabe mitgespielt. In der kommenden Saison stehen neue Trainer in der Verantwortung. Constanze Schleenbecker übernimmt die Damen, Rainer Karrer, ältester Sohn von Sepp Karrer, trainiert die Männer.

2003: Meister der Landesliga Nord

In einem Herzschlagfinale erringt der TSV Lohr die Meisterschaft in der Landesliga Nord vor den Verfolgern aus Selb und Kunstadt. Der TSV Lohr steigt somit zum dritten Mal in der Vereinsgeschichte in die Bayerische Oberliga auf.

2004: Oberligarückkehrer sichert Klassenerhalt

Oberligarückkehrer Lohr sichert sich frühzeitig den Klassenerhalt. Gleichzeitig wird ein neuer Handballboom in Lohr ausgelöst. Dreißig Prozent Zuwachsrate im Jugendbereich machen das deutlich. Mit Stefan Schmitt und Alexander Schmidt stoßen zwei routinierte Rückraumspieler zum TSV die das Spielgeschehen der folgenden Jahre maßgeblich mitprägen.

2005: Damen Vizemeister

Die Damenmannschaft belegt Rang zwei in der Abschlußtabelle der Landesliga Nord. Trotz der immer größer werdender Personalmisere beißt sich das Team von Trainer Peter Gehl durch. Die Männer stehen kurz vor Weihnachten im Abstiegskampf aber kämpfen sich mit Hilfe von Aushilfsheimkehrer Steffen Ditter aus dem Abstiegssog.

2006: Lohr trennt sich von Karrer

Nach vier Jahren erfolgreicher Arbeit kommt es zur vorzeitigen Trennung von Trainer Rainer Karrer. Die zu hoch angelegte Messlatte wird dem sympathischen Großwallstädter zum Verhängnis. Kurz nach der Winterpause trennt man sich von Karrer. Gleichzeitig müssen man in die altehrwürdige Nägelseehalle ausweichen, weil Risse in der Dachträgerkonstruktion für eine fast halbjährige Sperrung der Spessarttorhalle zur Folge haben. Lilo und Dieter Hess übernehmen bis Saisonende die Mannschaft. Ab Mai übernimmt dann B-Lizenzinhaber Bernd Becker die Mannschaft und holt bei seiner ersten Amtshandlung den Unterfrankenpokal.
Trotz schwieriger Vorbereitung, die Spessarttorhalle wird erst zwei Wochen vor dem ersten Heimspiel wieder freigegeben, startet man verheißungsvoll in die Saison 2006/2007.

2007: Schüßler wird Publikumsliebling

Lohr schließt die Saison mit einem hervorragenden dritten Tabellenplatz ab. Torwart Stefan Schüssler avanciert nach nur einem Jahr zum Publikumsliebling. Die Damen treten wegen zahlreicher Abgänge freiwillig den Rückzug in die Bezirksoberliga an und das obwohl man in der Vorsaison in der Landesliga noch den 2. Tabellenplatz belegt. Aline Hahmann übernimmt als Spielertrainerin den Posten von Uwe Gottschalk.

2008: Handballer trauern um Johannes Fooke

Das Jahr 2008 ist Aufbruch und Abschied zugleich. Eine Nachricht löst tiefe Betroffenheit aus. Am 14. Juli erliegt unser unvergessener Johannes Fooke seiner schweren Erkrankung. Über Jahrzehnte war „Hennes“ Herz und Seele der Handballabteilug. Die gesamte Abteilung trauert. Aber es gibt auch positive Nachrichten. Unter der neuen Abteilungsspitze Ernst Herr/Lilo Hess/Uwe Gottschalk gelingt eine Restrukturierung der Abteilung. Der unermüdlichen Marketingleiterin Ulrike Röder und dem Sponsoringteam ist es zu verdanken, dass man auf einer soliden wirtschaftlichen Basis arbeiten kann. Die Außendarstellung im Jahresjournal, „Siebenmeter“ und Internet wird kontinuierlich verbessert. Mit Sven Lehmann und Janos Wagenbach verabschiedet man zwei Spieler die eineinhalb Jahrzehnte lang den Handball in Lohr entscheidend mitgeprägt haben.

2009: Umbruch in der Abteilung

Die Abteilung bekommt eine neue Führungscrew. Wolfgang Radecke übernimmt den Abteilungsvorsitz und wird dabei von Lilo Hess und Ulrike Röder unterstützt.
Nach drei Jahren harmonischer Zusammenarbeit verlässt Bernd Becker, zusammen mit Stefan Schmitt und Heiko Söhlmann den TSV Lohr in Richtung Ligakonkurrenten DJK Waldbüttelbrunn. Mit Dr. Frantisek Fabian kann man einen Handballexperten erster Güte nach Lohr lotsen. Mit dem slowakischen Ex-Nationalspieler Peter Vozar bekommt man enorme Verstärkung. Zur Winterpause liegt man Kopf an Kopf mit den beiden hartnäckigsten Konkurrenten aus Bayreuth und Fürstenfeldbruck. Die Zuschauer strömen wieder in die Spessarttorhalle. Erstmals stellt man zwei männliche B- und zwei männliche C-Jugendmannschaften in der Bayern, bzw. in der Landesliga.
Gabi Cesinger löst Klaus Sieß als Trainer der Damenmannschaft ab. Ein Aufwärtstrend ist erkennbar. Einige A-Jugendspielerinnen helfen bereits erfolgreich bei den Erwachsenen aus.

2010/11: Saison unter keinem guten Stern

Die neue Saison steht unter keinem guten Stern. Trainer Dr. Fabian erkrankt schwer, die Vorrunde ist völlig verkorkst. Und auch das neue Jahr beginnt mit einem Schock:

Völlig überraschend verstirbt unser Abteilungsleiter Wolfgang Radecke.
Dennoch endet die Saison letztlich zufriedenstellend. Unter der Leitung von Alexander Schmidt gelingt das wichtigste sportliche Ziel im Männerbereich. Mit der souveränen Meisterschaft und dem Aufstieg in die Bezirksoberliga wird eine attraktive Basis für die zahlreichen Jugendspieler geschaffen, die in den nächsten Jahren nachreifen.
Die Oberligamannschaft beendet nach schwachem Saisonstart die Liga mit einem versöhnlichen dritten Tabellenplatz. Die schönste Nachricht ist jedoch die sichtbare Genesung unseres Trainers Dr. Fabian. Die Damen schaffen den Klassenerhalt in der Bezirksoberliga und bekommen mit Peter Nass einen neuen Trainer.
In den Jugendmannschaften belegt man auch über den Bezirk hinaus vordere Plätze in den Landes- und die C-Jugend sogar in der Bayernliga.

2011/12: Ludwig Scheiner wird im Sommer 2011 zum neuen Abteilungsleiter gewählt

Drei „dicke“, wenngleich noch sehr junge Fische zieht der TSV Lohr an Land. Die Zwillingsbrüder Tom und Lars Spieß, sowie der Luxemburger Yannik Bardina allesamt Juniorennationalspieler und deutscher Jugendmeister kommen via Zweitspielrecht von den TVG Junioren zum TSV Lohr. In der Winterpause gesellt sich noch Denny Purrucker dazu.
Am Ende reicht es zu einem guten 3. Platz in der Abschlusstabelle. Bohuslav Zeleny wird mit 188 Toren Torschützenkönig der bayerischen Oberliga. Die 2. Mannschaft steigt leider wieder postwendend aus der Bezirksoberliga ab. Die Damen werden Meister und steigen in die Landesliga auf.

2012/2013 Eines der erfolgreichsten Jahre

Auch wenn die Damen nach nur einem Jahr wieder aus der Landesliga absteigen müssen und die Männer zum wiederholten am Saisonziel Aufstieg in die 3. Liga scheitern. Es ist eines der erfolgreichsten Jahre der Lohrer Handballer. Vor allem im männlichen Jugendbereich hat man sich zu einer der besten bayerischen Adressen gemausert. A/B/C Jugend spielen in der Bayernliga und erreichen zwei Vizemeisterschaften. Die 2. und die 3. Mannschaft steigen auf.
Als Europameister verlassen die Spieß-Brüder Lohr in Richtung 2. Liga. Publikumsliebling Stefan Schüssler verabschiedet sich ebenso wie Alexander Stroka.
Dr. Frantisek Fabian wechselt nach vier Jahren zum hessischen Oberligisten Kahl/Kleinostheim.

2013/14: Nach einer Zittersaison darf der TSV Lohr jubeln

Allerdings bedarf es fremder Hilfe, denn nur weil Drittligist Rödelsee am letzten Spieltag den Klassenerhalt sichert, reicht Lohr ein elfter Rang. Große Freude herrscht auch bei der 2. Mannschaft. Sie wird unterfränkischer Meister und schafft erstmals in der Vereinsgeschichte den Aufstieg in die Landesliga. Die Damen I sichern am vorletzten Spieltag den Klassenerhalt in der Bezirksoberliga. Die 2. Damenmanschaft steigt ebenfalls auf. Die männliche A-Jugend wird Dritter in der Oberliga.
Benjamin Scheiner beendet nach 15 Jahren seine Karriere in der 1. Mannschaft, ebenso wie die beiden Twin Towers Milan Kralik und Peter Vozar.

  • Hans Mehling

  • Josef Dildey

  • Edmund Fischer / 1945 - 1947

  • Richard Gegenwarth / 1947 - 1949

  • Franz Mehling / 1949 - 1950

  • Hans Stripp / 1950 - 1951

  • Erich Weigl / 1951 - 1952

  • Helmut Schmitt / 1955 - 1955

  • Karl Schubert / 1955 - 1957

  • Karl Wieland / 1957 - 1961

  • Konrad Roth / 1961 - 1963

  • Richard Bergmann / 1963 - 1968

  • Berni Hübner / 1968 - 1974

  • Konrad Roth / 1974 - 1977

  • Johannes Fooke / 1977 - 1985

  • Hermann Pressler / 1985 - 1994

  • Werner Rausch / 1994 - 1995

  • Christiane Grömling / 1995 - 1999

  • Johannes Fooke / 1999 - 2008

  • Ernst Herr / 2008 - 2009

  • Wolfgang Radecke / 2009 - 2011

  • Ludwig Scheiner / 2011 -