04.05. - Hoffen auf den Neuanfang

TSV-Handballer nehmen mit einem Sieg aus der Bayernliga Abschied

Ferdinand Schmitt

Ferdinand Schmitt

Foto: A. Röder

TSV Lohr – HSC Coburg II 22:17 (11:7)

Ein kurzes Winken ins Publikum, dann begaben sich die Spieler des TSV Lohr ziemlich flott in ihre Kabine. Sie hatten zwar das letzte Saisonspiel gegen die Zweitliga-Reserve des HSC Coburg gewonnen, doch das tröstete nicht über eine frustrierende Saison hinweg. Eine Spielzeit mit zahlreichen sportlichen Misserfolgen, einer Trainerentlassung und letztlich dem Abstieg in die Landesliga. „Irgendwie bin ich froh, dass es vorbei ist“, gab TSV-Kapitän Benjamin Horn zu, dessen Team sich schon seit Ende Januar in einer fast hoffnungslosen Lage befunden hatte. Doch es dauerte quälend lange, bis der Abstieg endlich feststand und die freudlose Runde vorüber war. „Das hat sich jetzt alles sehr lange hingezogen. Jetzt können wir nach der Pause endlich neu anfangen“, meinte Horn.

Vier Abgänge, ein Neuzugang

Nicht dabei sein bei diesem Neuanfang werden Max Wirth, Gabor Farkas (beide zur TG Heidingsfeld), Steffan Meyer (wohl nach Erlangen oder Auerbach) und Bohuslav Zeleny (Waldbüttelbrunn). Alle wurden vor der Partie von Abteilungsleiter Ludwig Scheiner verabschiedet: Zeleny, der sieben Jahre lang für Lohr gespielt hatte und der es auch schon zum Torschützenkönig der Bayernliga gebracht hatte, separat, die anderen drei Abgänge in der Gruppe. Trotz dieser Abgänge und nur einem fest stehenden externen Zugang, nämlich Lukas Horky aus Pilsen, machte der neue Trainer Bernd Becker, der beim Spiel gegen Coburg im Publikum weilte, klar, dass er für die anstehende Landesliga-Saison nicht auf weitere Zugänge drängen wolle: „Ich denke, wir schließen die Lücken mit jungen Leuten aus dem eigenen Verein. Da gibt es genügend Möglichkeiten.“

Auf der Bank saß derweil noch einmal Dieter Hess, der das Team im Oktober 2014 nach der Trennung von Otto Fetser übernommen hatte. Und das Urgestein des Vereins, dessen mittlerweile achte Amtszeit als Trainer der ersten Mannschaft nach der Partie zu Ende ging, war mit dem Spiel seiner Mannschaft trotz des Sieges wenig zufrieden. „Da hat mir einiges nicht gepasst. Ich habe darauf gehofft, dass wir noch ein kleines Feuerwerk abbrennen. Aber das war wohl nichts“, meinte er nach dem 22:17 über einen ersatzgeschwächten Gegner, den der Lohrer Trainer noch vergleichsweise höflich als „lustlos“ bezeichnete.

„In solch einer Situation ist es schwer, noch einmal Spannung aufzubauen“, meinte Kapitän Benjamin Horn. Was letztlich den Unterschied machte, war, dass die Gastgeber doch eine Reihe von Gegenstoßtreffern erzielten, während die Coburger Zweitliga-Reserve es doch meist sehr gemütlich angehen ließ. Immerhin: Die Hälfte der Lohrer Treffer erzielten Spieler, die erst kürzlich dem eigenen Nachwuchs entwachsen sind und die auch in der kommenden Saison für die Lohrer spielen werden. Dies nährt die Hoffnung auf den besagten Neuanfang, auf den sie beim TSV nach schweren Zeiten alle so hoffen.

U. Sommerkorn

Lohr: Szabó (1. – 56.), T. Scheiner (57. – 60.) – Zeleny (3), Meyer (2), Zehnter (2), F. Schmitt (6/3), Nass (1), Avar (3), Kralik, J. Schmitt (2), Wirth, Rahtz, Horn (2), Farkas (1).

Coburg: Titze (1. – 57.), Faber (57. – 60.) – Baucke (4), Boseckert, Höll, Kästner (4/1), Jeckel, Bernecker, Klihm (2), Heil (3), Rivera (4), Böhme.

Schiedsrichter: Grimm/Müller (Cadolzburg)

Zeitstrafen: 1:3

Siebenmeter: 3/3 – 1/1

Zuschauer: 350

Spielfilm: 3:1 (9.), 3:3 (12.), 5:3 (16.), 6:5 (19.), 7:7 (22.), 12:7 (31.), 13:8 (34.), 15:12 (41.), 20:14 (49.), 20:16 (56.)

Quelle: Main-Post