Bernd Becker bleibt an Bord

22.01.16

Trainer Bernd Becker und Gerald Schmitt

Trainer Bernd Becker und Gerald Schmitt

Foto: Yvonne Vogeltanz

Sie haben sich beim Handball-Landesligisten TSV Lohr (1./24:1) etwas Zeit gelassen, bis sie die Vertragsverlängerung mit Trainer Bernd Becker bekannt gegeben haben. „Wir haben uns kurz vor Jahresende per Handschlag drauf geeinigt, miteinander weiterzumachen“, erklärte Abteilungsleiter Ludwig Scheiner vor dem Auswärtsspiel des Teams bei der SG SB/DJK Regensburg (7./15:11), das am Samstag um 17.30 Uhr angepfiffen wird. Dass Scheiner die Vertragsverlängerung nicht schon eher und plakativer öffentlich gemacht hat, liege daran, weil sie ihm beinahe wie ein Akt der Selbstverständlichkeit erschienen sei, berichtet der Abteilungsleiter. Und auch der seit Rundenbeginn im Amt befindliche Trainer Becker betont: „Wir hatten die Zusammenarbeit zwar erst einmal auf ein Jahr angelegt. Aber es gibt keinen Grund, jetzt nicht weiterzumachen.“

Schließlich kann der 46-jährige Coach aus Höchberg auf ein erfolgreiches erstes halbes Jahr zurückblicken. Sein Team ist souveräner Tabellenführer – mit sage und schreibe sieben Punkten Vorsprung auf dem Zweiten TSV Rothenburg – und hat in der laufenden Runde noch kein Spiel verloren. Akteure, die vor nicht allzu langer Zeit noch in der Jugend des TSV spielten, machen sichtbare Fortschritte – etwa ein Fabian Zehnter, ein Ferdinand Schmitt oder ein Jonathan Born.

Zwar mag weder Abteilungsleiter Scheiner noch Trainer Becker zum gegenwärtigen Zeitpunkt den Bayernliga-Aufstieg, der im Falle der Meisterschaft auf jeden Fall erreicht wäre, thematisieren. Doch die Lohrer Zukunftsplanungen legen den Schluss nahe, dass die Verantwortlichen davon ausgehen, in der kommenden Saison eine Etage höher zu spielen. Zwar wollen sie nicht von dem Weg abweichen, Akteure aus dem eigenen Nachwuchs mit einigen guten externen Handballern zu kombinieren. Doch zumindest ein gestandener Spieler soll nach ihren Vorstellungen das Team in der kommenden Saison noch ergänzen. Dazu will Becker den Athletikanteil in seinem Trainingsprogramm erhöhen. Wichtig gerade für manchen jungen Akteur, um in der Bayernliga bestehen zu können, aus der die Lohrer im Frühjahr 2014 noch abgestiegen waren.

„Wir haben es mit einer Mannschaft zu tun, die erfahren ist und körperlich sehr robust spielt.“ Bernd Becker, Trainer des TSV Lohr

Die nächste Station auf dem Lohrer Weg heißt Regensburg. „Das wird eine echte Herausforderung. Wir haben es mit einer Mannschaft zu tun, die erfahren ist und körperlich sehr robust spielt“, sagt Trainer Becker. Die Oberpfälzer bilden eine Kombination von jungen Talenten und routinierten Kräften wie Michael Sigl sowie die Brüder Roy und Steve Müller, die lange Jahre Stützen des TB Roding in der Bayernliga gewesen waren. Zudem ist Atmosphäre in der Regensburger Halle für die Lohrer gewöhnungsbedürftig. Schließlich sind sie eher stimmungsvolle Spielstätten gewohnt, während in der Kerschensteiner-Halle die Zahl der Anwesenden bei Handball-Landesliga-Partien meist überschaubar ist. „Es ist eine komische Atmosphäre, daran muss man sich erst einmal gewöhnen“, meint Trainer Becker, der immerhin sein komplettes Aufgebot mit in die Oberpfalz nehmen kann. Verstärkung aus der zweiten Mannschaft gibt es übrigens nicht, die Lohrer Reserve spielt am Samstag in Kitzingen und kann ob der personellen Engpässe keine Spieler ans Landesliga-Team abgeben.

U. Sommerkorn

Quelle: Main-Post