Bernd Becker greift zur Ballpumpe

23.10.15

Foto: Wolfgang Zink

Foto: Wolfgang Zink

Quelle: Main-Post

TV Helmbrechts – TSV Lohr

(Sonntag, 16 Uhr, Sporth. Helmbrechts)

Bernd Becker hat für die Trainingseinheiten in dieser Woche zwei Bälle bis zum Anschlag aufgepumpt. So hart, dass die Sportgeräte mit Händen normaler Größe nur noch schwer zu greifen waren. Mit dieser Aktion wollte der Coach des Handball-Landesligisten TSV Lohr (3./9:1) nicht etwa seine Spieler schikanieren, sondern sie auf das anstehende Auswärtsspiel beim TV Helmbrechts (9./3:7) vorbereiten (Sonntag, 16 Uhr).

Denn Partien in der rund 8500 Einwohler zählenden Kleinstadt im Landkreis Hof sind für Gästeteams doch etwas gewöhnungsbedürftig. „Es ist dort extrem unangenehm“, betont Becker. Denn in der Halle herrscht nicht nur Harzverbot, sondern oft würden auch extrem schwer zu greifende Bälle verwendet, mit denen Würfe aus dem Rückraum kaum möglich seien. „Ich habe zwei Helmbrechtser Spiele auf Video gesehen. Außer dem Halblinken Stefan Wopperer wirft bei denen kaum ein Spieler aus dem Rückraum“, stellte Becker fest. Stattdessen suchten die schnellen und wendigen Oberfranken fast immer den Durchbruch, das Anspiel an den Kreis oder einen freien Außenspieler.

Daher seien schwer zu greifende Bälle für sie kein Nachteil. Doch noch etwas anderes zeichnet den TVH aus: „In den zwei von mir gesehenen Spielern hat Helmbrechts fast keinen überhasteten Wurf genommen. Die Mannschaft spielt unglaublich diszipliniert“, betont der Lohrer Trainer.

Marius Rahtz wieder dabei

Deshalb setzte Becker darauf, dass sein Team selbst diszipliniert und geduldig spielt und sich keine Flüchtigkeitsfehler erlaubt. Ins Lohrer Aufgebot kehrt Marius Rahtz zurück, der zuletzt wegen Schulterbeschwerden pausiert hatte. Ob auch sein Kreisläuferkollege David Imhof, der zuletzt wegen einer Kapselverletzung an der Hand nicht spielte, auflaufen kann, ist aber noch ungewiss. Sollte Imhof wieder ausfallen, könnte Abwehrchef Milan Kralik Marius Rahtz am Kreis entlasten.

Die Lohrer werden es auch mit zwei Unterfranken zu tun bekommen, die das Helmbrechtser Trikot tragen. Der früher in Heidingsfeld und Rödelsee aktive Torwart Maximilian Steppan hatte bereits vergangene Saison für den TVH gespielt, den Verein aber im Sommer in Richtung der HSG Fichtelgebirge verlassen. Doch kurz vor Saisonbeginn kehrte er nach Helmbrechts zurück und ist nun wieder spielberechtigt. Zudem spielt mit Thomas Köhler ein Akteur am Kreis der Gastgeber, der einmal für ein Jahr – damals noch in der Bayernliga – das Trikot des TSV Lohr getragen hat. Zu einer Zeit, als dort Bernd Becker zum ersten Mal Trainer war.

U. Sommerkorn

Quelle: Main-Post