Die Lohrer Party muss warten

14.03.16

Foto: A. Röder

Foto: A. Röder

TSV Rothenburg – TSV Lohr 22:24 (9:15)

Die Meisterschaftsfeier im Lohrer Mannschaftsbus fiel am Samstagabend aus, die Party ist erst einmal auf die Zeit nach Ostern verschoben. Der Tabellenführer kassierte in Rothenburg die erste Saison-Niederlage und brachte sich dadurch um alle Chancen, den Titel bereits zweieinhalb Monate vor Saisonende perfekt zu machen. Im Nachhinein stellte sich freilich heraus: Selbst bei einem Sieg hätte es für die Lohrer noch nicht gereicht. Denn die Konkurrenz aus Münchberg gewann ihr Heimspiel und wahrte dadurch ihre allerdings nur noch sehr theoretische Titelchance. Für die Lohrer bietet sich am 2. April beim Auswärtsspiel in Cham die nächste Gelegenheit, Platz eins und damit den Direktaufstieg zu sichern.

Nach der Partie in Rothenburg herrschte auf Seiten der Lohrer Handballer vor allem Ernüchterung über das in der zweiten Hälfte schwache Spiel vor. „Mit 17 Fehlwürfen in der zweiten Hälfte kannst du nicht gewinnen“, erklärte Janis Gremzde. Dabei war es gerade der lettische Rückraumspieler gewesen, der im ersten Durchgang zusammen mit dem Kollegen Lukas Horky das Lohrer Team auf Siegkurs zu bringen schien. Aus seiner sicheren 6:0-Deckung heraus kontrollierte der Gast das Geschehen. Und wenn vorne Gremzde oder Horky aufs Rothenburger Tor warfen, war der Ball fast immer drin. Nach 28 Minuten führte der Gast mit 15:9 gegen eine Rothenburger Mannschaft, der in dieser Phase schier gar nichts einzufallen schien.

Warum dann in der zweiten Hälfte beim Gast fast nichts mehr klappte, danach suchten die Lohrer hinterher nach Erklärungen. „Vielleicht war's Kopfsache“, so Janis Gremzde. Tatsache war jedenfalls, dass der Tabellenführer nun sehr halbherzig im Abschluss agierte und mit zunehmender Dauer auch seine spielerische Linie verlor. Von der 28. bis zur 41. Minute blieb Lohr ohne Tor, von der 44. bis zur 51. Minute noch einmal. Das war freilich auch ein Verdienst des Rothenburger Torhüters Andreas Amann, der in der ersten Hälfte eingewechselt worden war und zunächst glücklos agierte.

Nach dem Wechsel vernagelte Amann seinen Kasten förmlich, selbst die zuvor so sicheren Horky und Gremzde scheiterten ein ums andere Mal. Mit zunehmender Spieldauer schöpften auch die Feldspieler der Gastgeber wieder Mut. Und spätestens, als Hannes Kölle Rothenburg in der 50. Minute mit 18:17 in Führung brachte, war klar, dass es für die Lohrer kein lustiger Abend werden würde.

Dem Druck nicht standgehalten

„Wir stehen unter Druck und behalten die Nerven nicht“, fasste Lohrs Trainer Bernd Becker das Geschehen in der zweiten Hälfte zusammen. Da fand sich in seinem Team keiner, der für Horky und Gremzde in die Bresche sprang. Und das sonst so starke Lohrer Gegenstoßspiel war mit Ausnahme von zwei Kontern über Benjamin Horn in der Schlussphase kaum wahrnehmbar. „Die Rothenburger haben verdient gewonnen“, machte der Gästecoach ohne Umschweife klar. „Die haben gekämpft und sind belohnt worden.“

Panik herrschte nach der ersten Lohrer Saison-Niederlage freilich nicht. „Solche Spiele können auch sehr lehrreich sein. Wir werden in der nächsten Saison öfter in der Situation sein, dass wir nach Führungen noch unter Druck geraten“, erklärte Bernd Becker, der dadurch noch nebenbei klarmachte, dass er trotz des Rückschlags keine Zweifel daran hegt, dass sein Team die Meisterschaft holt und damit direkt in die Bayernliga aufsteigt. Alles andere würde ihm auch keiner abnehmen: Schließlich braucht seine Mannschaft aus den verbleibenden fünf Spielen gerade noch einen Sieg.

U. Sommerkorn

Rothenburg: Deußen (1. – 21.) Amann (21. – 60.) – Schemm, Wittmann, F. Kölle (1), Kister (4/1), Hofmann (1), H. Kölle (5), Ehrlinger (6), Trabold (2), Striffler (1), Jasarevic (4/2), Löw.

Lohr: Szabo (1. – 9., 58. – 60.), Prokscha (9. – 58.) – Imhof (2), F. Schmitt (2/1), Avar, Kralik (n. e.), Gremzde (6), J. Schmitt (n. e.), Rahtz (n. e.), Born, Horn (3), Horky (7/1), Zehnter (2).

Schiedsrichter: Brucker/Städter (Amberg/Regensburg).

Zeitstrafen: 4:4.

Siebenmeter: 4/3 – 2/2.

Zuschauer: 350.

Spielfilm: 0:4 (5.), 3:7 (9.), 5:7 (11.), 6:9 (18.), 9:12 (23.), 9:15 (28.), 13:16 (42.), 20:17 (54.), 22:21 (59.), 24:21 (60.).

Quelle: Main-Post