Duell der Titelfavoriten

30.10.15

Foto: Y. Vogeltanz

Foto: Y. Vogeltanz

Marius Rahtz im letzten Duell gegen Rothenburg in der Saison 2013/14

Den 31. Oktober 2015 hatten sich viele vor der Saison in der Handball-Landesliga als Termin ganz dick im Kalender angestrichen. Kommt es doch an diesem Samstag in der Lohrer Spessarttorhalle (Anwurf 19.30 Uhr) zum Aufeinandertreffen der zwei Teams, die im Vorfeld als heißeste Kandidaten auf den Titel und damit auf den Direktaufstieg in die Bayernliga gehandelt worden waren. Doch nun hat sich die Situation etwas anders entwickelt als erwartet, aus dem erwarteten Zweikampf um die Tabellenspitze ist es erst einmal nichts geworden. Der TSV Lohr (11:1-Punkte) empfängt als Tabellendritter den Vierten vom TSV Rothenburg (7:5).

Während sich die Lohrer durchaus im Soll befinden und der Gastgeber die derzeit führenden Teams aus Cham und Münchberg (jeweils 12:0-Punkte) noch in Sichtweite hat, stehen die vom früheren slowakischen Nationalspieler Csaba Szücs trainierten Rothenburger nach zwei Niederlagen und einem Unentschieden bereits gewaltig unter Druck. „Das Problem ist, dass sich Rothenburg keinen Punktverlust mehr leisten kann und entsprechend auftreten wird“, sagt Lohrs Trainer Bernd Becker. Außerdem sei die Vorbereitung auf das Spiel nicht einfach, „weil Rothenburg in der Art, Handball zu spielen, genau das Gegenteil von Helmbrechts“ ist, so der Trainer der Gastgeber. Vergangenen Sonntag siegten die Lohrer in Helmbrechts bei einem Gegner, der Angriffe sehr lange ausspielte und häufig aus der Nahwurfzone abschloss. Nun kommt ein Kontrahent, der sich oft über den Rückraum versucht. „Wir werden offensiv verteidigen müssen“, macht Becker klar, dass seine Spieler die Rothenburger Werfer sehr früh angehen sollen. Als besonders stark hat der TSV-Trainer die Halbpositionen der Gäste ausgemacht, wo mit dem bosnischen Junioren-Nationalspieler Nedim Jasarevic und Linkshänder Timo Löw zwei bewegliche Akteure auftauchten, dazu kommt mit Sebastian Piller ein Spieler von großer Wurfgewalt. Dagegen fällt Rothenburgs Spielgestalter Hannes Kölle verletzt aus.

Kaum personelle Probleme

Dagegen können die Hausherren wohl auf ihren kompletten Kader zurückgreifen. Eventuell wird der am Finger lädierte David Imhof noch geschont, damit die Blessur bei dem Kreisläufer endgültig ausheilen kann. Akteure aus der zweiten Mannschaft will Becker keine nachnominieren. Die Reserve bestreitet nämlich parallel ein Bezirksoberliga-Spiel bei der TG Würzburg und soll personell nicht geschwächt werden.

Rückblick: 30. November 2013

Es war ein Heimspiel, das rückblickend den Absturz des TSV Lohr von der Bayernliga in die Landesliga einleitete. Am Samstag, 30. November 2013, empfingen die Lohrer mit einer vorzeigbaren Bilanz von 9:11-Punkten den TSV Rothenburg. Die Gastgeber dominierten das Spiel zunächst nach Belieben und lagen nach 32 Minuten mit 19:9 vorn, um anschließend völlig auseinderzufallen und mit 26:27 zu unterliegen. „Wir haben das Handballspielen aufgehört“, erklärte der damalige Lohrer Spielertrainer Otto Fetser mit ziemlicher Fassungslosigkeit. Nach dieser Niederlage wirkten die Lohrer angezählt und gaben in den folgenden Monaten immer wieder Partien nach deutlichen Führungen aus der Hand. Zum Ende der Saison 2013/14 entging das Team nur knapp dem Abstieg, um dann ein Jahr später doch den Gang nach unten anzutreten. Auch in der Runde 2014/15 gab der TSV immer wieder deutliche Führungen aus der Hand.

Nun steht zum ersten Mal seit November 2013 wieder ein Heimspiel gegen Rothenburg an. „Was damals war, wusste ich ehrlich gesagt gar nicht. Es war innerhalb der Mannschaft auch kein Thema“, betont der neue Lohrer Trainer Bernd Becker. Vielleicht auch, weil nur noch fünf Spieler von damals im aktuellen TSV-Aufgebot stehen. Becker erklärt: „Ich glaube auch, dass die Mannschaft jetzt einen Schritt weiter ist.“ Schließlich konnte sein Team in dieser Saison enge Spiele zumeist siegreich gestalten. Zweimal gewann der TSV schon mir nur einem Tor Differenz.

U. Sommerkorn

Quelle: Main-Post