Ein Vorgeschmack auf die Lohrer Zukunft

29.02.16

Benny Horn

Benny Horn

Foto: A. Röder

TSV Lohr – HSG Lauf/Heroldsberg 21:21 (10:9)

Das hatte es schon seit über einem Dreivierteljahr nicht gegeben. Nach einem Punktspiel der Lohrer Handballer feierte der Gegner in der Spessarttorhalle. Das letzte Mal war dies am 11. April 2015 der Fall gewesen, als die TG Landshut ihr Bayernligaspiel in Lohr mit 31:30 siegreich gestaltet hatte. 322 Tage später feierte mal wieder ein Gästeteam. Dabei hatten die übers Parkett tanzenden Spieler der HSG Lauf/Heroldsberg nicht einmal gewonnen. Doch das Unentschieden beim in dieser Runde noch ungeschlagenen Spitzenreiter fühlte sich für die Mittelfranken an wie ein Sieg. „Wir haben über 60 Minuten stark gespielt. Vielleicht wäre sogar noch mehr drin gewesen“, bemerkte HSG-Trainer Markus Korn, für dessen Team Jens Ehler fünf Sekunden vor Schluss zum 21:21-Endstand eingeworfen hatte.

„Es war verdient“, erklärte Lohrs Trainer Bernd Becker zum Unentschieden und haderte nicht einmal mit dem späten Ausgleichstor. Schließlich liegen die Lohrer immer noch acht Punkte vor dem Tabellenzweiten TV Münchberg und steuern weiter auf Aufstiegskurs. Doch die Gäste boten schon einmal einen Vorgeschmack auf das, was die Lohrer in der kommenden Saison in der Bayernliga erwarten könnte. Nämlich Gegner wie die HSG Lauf/Heroldsberg – gut vorbereitet auf den TSV, taktisch clever agierend, mit einer konsequenten Deckung und starken Torhütern.

Horky und Horn treffsicher

Lohr tat sich in den ersten 17 Minuten arg schwer und kam erst nach einem 3:5-Rückstand etwas ins Rollen. Vor allem, weil die Gastgeber im neunfachen Torschützen Lukas Horky einen treffsicheren Rückraumwerfer besaßen und in Rechtsaußen Benjamin Horn (7) einen sicheren Verwerter von Konterchancen. Nur bekamen die beiden in der Offensive kaum Entlastung von ihren Teamkollegen. Gleichwohl schien Lohr dem Sieg entgegenzusteuern, als der TSV 13 Minuten vor Schluss mit 19:14 vorne lag. Doch in der Folge nahm sich die Offensive der Hausherren wieder eine Auszeit – und vier Minuten vor Schluss glich die HSG Lauf/Heroldsberg zum 19:19 aus.

Dennoch hoffte der TSV-Anhang darauf, dass Lohr den Sieg irgendwie würde retten können. 45 Sekunden vor Schluss hatten die Hausherren beim Stand 20:20 den Ball eigentlich schon verdaddelt, doch Benjamin Horn schnappte sich das durch den HSG-Wurfkreis hoppelnde Spielgerät und bugsierte es in das von Keeper Nick Tornow verlassene Tor.

Doch Lauf/Heroldsberg konterte, profitierte aber auch davon, dass Lohrs Lukas Horky in den letzten Sekunden der Partie vom Feld musste. Nach einem Foul hatte der Tscheche Rot gesehen. Die HSG nutzte die Überzahl, brachte Jens Ehler in Position, der freistehend TSV-Keeper Tamás Szabo zum 21:21-Endstand überwand. „Es war gar nichts“, kommentierte Horky seine Hinausstellung. Immerhin bleibt ihm für die Rote Karte eine Sperre erspart, die Referees sprachen lediglich eine Matchstrafe aus. Aber auch Horky haderte nicht zu sehr mit dem Ergebnis. „Der Gegner hat gut gespielt, wir haben zu viele technische Fehler gemacht“, brachte es der Rückraumspieler auf den Punkt.

Sein Team muss nun wohl noch etwas länger warten, bis es die Meisterschaft feiern kann. Mancher hatte bereits mit einer Titelparty am 12. März nach dem Auswärtsspiel in Rothenburg gerechnet. Aber nun wird es wohl eher bis nach Ostern dauern, bis die Lohrer endgütig am Ziel sind.

U. Sommerkorn

Lohr: Szabo, Prokscha (n. e.) – Vormwald (n. e.), Imhof (2), Baudisch (1), F. Schmitt, Avar (1), Kralik, Rahtz, Born, J. Scheiner (n. e.), Horn (7), Zehnter (1), Horky (9/4).

Lauf/Heroldsberg: Peschko (1. – 43.), Tornow (43. – 60.), Prasse (1 Siebenmeter) – Müller, Handrick, Meier (1), Weidmann (1), Baha, Kemper (1), Zahn (1), Scheuerer (8/2), Ehler (4), Heitz (2), Maußner (3).

Schiedsrichter: Balzer/Schreiner (Gefrees)

Zeitstrafen: 3:2. Rot: Horky (60., Lohr, Foulspiel)

Siebenmeter: 5/4 – 3/2

Zuschauer: 500.

Spielfilm: 1:2 (5.), 3:3 (13.), 3:5 (17.), 8:6 (26., 10:10 (31.), 15:11 (37.), 15:13 (41.), 19:14 (47.), 19:19 (56.), 21:20 (59“14'), 21:21 (59“54').

Quelle: Main-Post