Freude über Auftritt am Samstagabend

08.10.15

Der Trainer der HSG Fichtelgebirge: Vladimir Haber

Bis zum Jahr 2014 trainierte Vladimir Haber die tschechische Handball-Nationalmannschaft, zu Saisonbeginn hat der 66-jährige Coach die HSG Fichtelgebirge in der Landesliga übernommen. In der Qualifikation zur Europameisterschaft 2014 hatte er als Trainer der Auswahl seines Heimatlandes Tschechien noch das deutsche Nationalteam auf dem Weg zu den Titelkämpfen in Dänemark stolpern lassen, nun spielt er mit seiner HSG in Orten wie Helmbrechts oder Regenstauf. Doch das Pendeln zwischen großem Sport und kleinen Vereinen ist nichts Neues für Haber. Als Spieler war er zweimaliger Olympia-Teilnehmer (1972, 1976), wobei er bei seiner ersten Teilnahme in München mit dem Team der Tschechoslowakei die Silbermedaille gewann. In den 80er Jahren eröffnete sich ihm als einer der ersten Handballer aus dem damaligen Ostblock der Weg nach Westen. Dort trug er das Trikot des HSC Bad Neustadt, der damals in der bayerischen Oberliga spielte. Später war er gleich zweimal Bad Neustädter Trainer. Doch dazwischen folgten auch immer wieder Ausflüge in die Welt des Spitzen-Handballs. Unter anderem trainierte er Dukla Prag und Kotrovol Pilsen – und eben auch die tschechische Nationalmannschaft.

TSV Lohr – HSG Fichtelgebirge

(Samstag, 19.30 Uhr, Spessarttorhalle)

Endlich wieder Heimspiel am Samstagabend für Lohrs Handballer (3./5:1): „Wir freuen uns darauf, weil wir uns mehr Zuschauer erhoffen und die Atmosphäre abends einfach besser ist“, sagt TSV-Trainer Bernd Becker vor dem Auftritt seiner Mannschaft gegen die HSG Fichtelgebirge (7./3:3). Bei der Saison-Heimpremiere vor drei Wochen, die mit einem 27:26-Sieg über die SG Regensburg endete, musste das Team noch am Sonntagnachmittag ran, weil die Spessarttorhalle tags zuvor wegen eines Judo-Wettkampfs nicht frei gewesen war.

Die sportliche Aufgabe für die Lohrer ist anspruchsvoll: „Die HSG Fichtelgebirge hat eine starke Mannschaft. Sie spielt einen schnellen Ball und ist gefährlich im Gegenstoß“, betont Becker. In der Vorsaison hatte die Spielgemeinschaft aus Wunsiedel und Marktredwitz noch Rang drei belegt. Nun hat Neu-Trainer Vladimir Haber auch noch seine tschechischen Landsleute Adam Stryc und Michal Pich mitgebracht. Ersterer ist ein technisch versierter Rückraumspieler, letzterer ein physisch robuster Kreisläufer. Ein Lohrer kennt die Fähigkeiten von Adam Stryc besonders gut: Lukas Horky.

Der tschechische Neuzugang in Reihen des TSV spielte gemeinsam mit Stryc bei Talent Pilsen. Verzichten muss die HSG allerdings auf ihren Spielmacher Markus Tröger, der mit einem Innenbandriss für sechs Wochen ausfällt. „Wichtig wird vor allem sein, dass wir konsequent in der Abwehr arbeiten“, erklärt der Lohrer Trainer.

Zwei Sorgenkinder hat der Coach noch in seinem Aufgebot. Rückraumspieler Jonathan Born fehlte wegen einer Erkrankung ebenso im Training wie Kreisläufer David Imhof, der sich beim jüngsten Pokalspiel eine Blessur an der Hand zugezogen hat. „Ich gehe aber davon aus, dass beide am Samstag dabei sind“, erklärt Becker. Bliebe noch ein freier Platz im Kader, den der Trainer aus den Reihen der zweiten Mannschaft besetzen will. Die bestreitet am Samstag das Vorspiel in der Bezirksoberliga gegen die HSG Mainfranken. „Wenn da einer neun Tore wirft, der kann dann bei uns gleich weitermachen“, sagt Becker scherzhaft. Auf jeden Fall würde das dazu beitragen, dass die Lohrer weiter ohne Niederlage dastehen und die Freude über die Rückkehr auf den Samstagabendtermin auch nach dem Spiel noch vorhanden ist.

U. Sommerkorn

Quelle: Main-Post