Gelöste Lohrer feiern klaren Erfolg

11.10.15

Benny Horn

Benny Horn

Foto: Y. Vogeltanz

TSV Lohr – HSG Fichtelgebirge 37:21 (17:7)

Dreimal hatten die Lohrer Handballer in ihren bisherigen drei Saisonspielen gewaltig zittern müssen, diesmal gegen die HSG Fichtelgebirge ging's ohne Nervenstress: „Ist auch mal ganz schön“, meinte Trainer Bernd Becker nach dem deutlichen Heimerfolg.

Dass der Coach des Meisterschaftsfavoriten einen entspannten Samstagabend hatte, dazu hatte einerseits sein Team beigetragen, das konsequent verteidigte, flott nach vorne spielte und die Partie jederzeit beherrschte. Andererseits lag's auch am Gegner, der nur mit einem Auswechselspieler angereist war, was dem Leistungsniveau der Liga und einer Kulisse von 400 Zuschauern eigentlich unwürdig ist. Als sich dann Ende der ersten Hälfte auch noch HSG-Rückraumspieler Dominik Hartmann am Knöchel verletzte und in der Folge nur mehr zum Siebenmeterwerfen aufs Feld humpeln konnte, hatte Gästecoach Vladimir Haber außer einem Ersatztorwart gar keine Wechselalternativen mehr.

„Beinahe alle wichtigen Leute hatten sie dabei“, betonte Becker mit Blick auf den Kader der Gegner. Das mag richtig sein. Nur eben auf Grund der nicht vorhandenen Wechselmöglichkeiten hatten diese durchaus veranlagten Spieler keine Gelegenheit, sich auch einmal zu erholen. Und der Kräfteverschleiß war immer wieder deutlich zu bemerken. So gab es häufig Phasen, in der die HSG Fichtelgebirge nach technischen Fehlern in kurzer Zeit zahlreiche Bälle hergab und die Gastgeber einen Konter nach dem anderen laufen konnten.

Schnelle Gegenstöße

Profiteure dieser Entwicklung waren vor allem die Lohrer Außenspieler, die bei schnellen Gegenstößen immer wieder bedient wurden. Häufigster Adressat der Lohrer Konterpässe war Benjamin Horn auf der rechten Außenbahn. Der Linkshänder war oft im Sprint zu den Gegenangriffen unterwegs und am Ende mit neun Treffern erfolgreichster Werfer seiner Mannschaft. „Von der Kraft ging es einigermaßen. Schließlich hatte ich ja auch einmal eine Viertelstunde Pause auf der Bank. Aber jetzt bin ich ganz schön kaputt“, meinte der flinke Linkshänder nach dem Schlusspfiff. Doch trotz der körperlichen Beanspruchung strahlte er und stand damit beispielhaft für die Gefühlslage bei seiner Mannschaft.

Aus der konnten sich einige Akteure Selbstvertrauen für die anstehenden zwei Auswärtsaufgaben in Serie holen. Etwa Abwehrchef Milan Kralik, der wegen der verletzungsbedingten Ausfälle von Marius Rahtz und David Imhof über weite Strecken den Part als Kreisläufer übernehmen durfte. Am Ende wuchtete der 38-jährige Routinier sogar noch einen kapitalen Schlagwurf aus dem Rückraum ins Tor. „Wann ich das zum letzten Mal geschafft habe, weiß gar nicht mehr“, sagte Kralik auf seinen Distanzwurf angesprochen. Und auch in seinem Gesicht stand ein Lachen. Was beweist: Ein Sieg ohne Zittern gepaart mit einer spielerisch überzeugenden Leistung tut allen Beteiligten gut – auch wenn der Gegner mit dem letzten Aufgebot anreist.

U. Sommerkorn

Lohr: Szabo (1. – 30, 44. – 60.), Prokscha (31. – 44.) – Vormwald (2), Baudisch (2), F. Schmitt (5/2), Avar (2), Kralik (4), Gremzde (4), Born (2), Horn (9), Zehnter (2), Horky (5), Rahtz (n. e.).

Fichtelgebirge: Brosko (1. – 44.), Gruber (44. – 60.). – Pich (4), St. Tröger (2), Burger (1), Bralic (5), Wippenbeck (5), Styc (1), Hartmann (3/2).

Schiedsrichter: Drummer/Herpoltsheimer (Erlangen)

Zeitstrafen: 1:1

Siebenmeter: 2/2 –4/2

Zuschauer: 400.

Spielfilm: 5:0 (5.), 12:3 (16.), 12:5 (17.), 15:5 (23.), 15:7 (25.), 17:7 (28.), 19:8 (23.), 21:14 (38.), 24:14 (40.), 28:17 (46.), 33:18 (53.), 34:21 (57.).

Quelle: Main-Post