Gruselig für die Lohrer Gäste

02.11.15

Foto: A. Röder

Foto: A. Röder

Fabian Zehnter auf dem Weg zu einem seiner sechs Treffer

TSV Lohr – TSV Rothenburg 29:18 (17:5)

Durch Lohr und die Dörfer drumherum bewegten sich am Samstagabend allerlei Gestalten, die als Hexen, Zombies oder andere Untote gewandet waren. Der alljährliche Mummenschanz zu Halloween. In der Lohrer Spessarttorhalle suchte man derlei Verkleidungen allerdings vergeblich. Doch der Verlauf des Handball-Landesligaspiels zwischen dem gastgebenden TSV und dem TSV Rothenburg sorgte dafür, dass sich mancher gewaltig erschreckt haben dürfte, so er denn den Gästen aus Mittelfranken zugeneigt war. Denn die Lohrer gewannen die Partie zweier zuvor als Titelfavoriten eingestufter Teams mit 29:18 (17:5). Ein Ergebnis, das deutlich und mit dem Rothenburg sogar noch gut bedient war.

Szabo als Schreckgespenst

Als wohl gruseligste Gestalt dürften die Gäste Tamás Szabo empfunden haben. Denn der Lohrer Torhüter trieb die Rothenburger Werfer förmlich zur Verzweiflung, kassierte zwischen der 15. und 39. Minze gerade mal ein Gegentor. In dieser Phase hatten die Gastgeber einen 15:1-Lauf, zogen von 7:5 auf 21:6 weg. Reihenweise parierte der 33-jährige Ungar im Lohrer Kasten Würfe aus kurzer Distanz. „Wir hatten eine starke Abwehr und einen richtig guten Torwart“, befand Lohrs Trainer Bernd Becker. Und Tamás Szabo plädierte gleich dafür, dass sein Team auch nach Halloween Angst und Schrecken verbreiten möge: „Die Mannschaften, die zu uns kommen, müssen wieder Respekt haben. Dafür sind so klare Siege gut.“ Schließlich hat der Lohrer Heimnimbus in der abgelaufenen Horrorsaison, die mit dem Abstieg in die Landesliga geendet hatte, doch arg gelitten.

Nur in der Anfangsphase hielten die Gäste die Partie offen (4:4, 10.), dann gingen sie vollends unter. Auf die Frage, warum es denn so viel besser laufe als in der Vorsaison, antwortete Szabo: „Es liegt natürlich auch an der Stärke der Gegner.“ Trainer Becker meinte: „Ich war überrascht, wie leicht es ging.“ Kurzum: Der Rothenburger Auftritt war blutleer, das Team wirkte ausgelaugt. Also sicher nicht wie bei einem Meisterschaftsanwärter.

Beim Gastgeber ging in der ersten Hälfte viel über den Gegenstoß, auch gegen die Rückraumwürfe von Lukas Horky fand Rothenburgs Defensive nur selten ein Gegenmittel. Da verkrafteten es die Hausherren sogar recht locker, dass mit Janis Gremzde ein Leistungsträger wegen einer Zahnentzündung ausfiel. Nach einer Dreiviertelstunde nahm Becker seinen Topwerfer Horky vom Feld und brachte mit Markus Seltsam einen A-Jugendlichen. Das nutzte der Gast, um das Ergebnis in der Endphase noch erträglicher zu gestalten.

Lohr schob sich mit dem Sieg auf den zweiten Tabellenplatz und hat im nächsten Spiel am Samstag, 21. November, Spitzenreiter ASV Cham zu Gast. Coach Becker gab angesichts der anstehenden zwei Wochen Spielpause und der zuletzt guten Leistungen seinen Handballern ab Dienstag für fünf Tage trainingsfrei. Die hatten sich gleich nach der Partie ins Vereinsheim zur Halloweenfete aufgemacht. Wer da für Angst und Schrecken sorgte, ist allerdings nicht überliefert.

U. Sommerkorn

Lohr: Szabo, Prokscha (n. e.) – Seltsam, Baudisch (2), F. Schmitt (7/5), Avar (2), Kralik (3), Born, Rahtz. Horn (1), Zehnter (6), Horky (8).

Rothenburg: Deussen, Amann (1 Siebenmeter) – Schemm (1), F. Kölle, Kister (1), Ehrlinger (3), Pritschet, Trabold, Striffler (4), Jasarevic (2/2), Piller (7), Löw.

Schiedsrichter: Balzer/Schreiner (Gefrees).

Zeitstrafen: 4:6.

Rot: Piller (58., Rothenburg, Foulspiel).

Siebenmeter: 7/5 – 3/2.

Zuschauer: 500.

Spielfilm: 4:4 (10.), 7:5 (15.), 17:5 (30.), 21:6 (39.), 25:10 (48.). 28:13 (55.).

Quelle: Main-Post