Kein Plan für die Titelparty

11.03.16

Lukas Horký im Hinspiel gegen Rothenburg

Lukas Horký im Hinspiel gegen Rothenburg

Foto: A. Röder

TSV Rothenburg – TSV Lohr

(Samstag, 19.30 Uhr, Halle an der Bleiche)

Ob am Samstag neben dem üblichen Reiseproviant im Mannschaftsbus des TSV Lohr (1./33:3) noch zusätzlich Sekt verstaut werden wird, diese Frage konnte Bernd Becker nicht beantworten. „Dafür bin ich nicht zuständig“, betont der Lohrer Trainer. Doch nach dem Spiel in Rothenburg (6./19:17) könnte es für die Gäste durchaus Gelegenheit geben, Schaumwein zu verspritzen und denselben auch zu trinken. Denn mit einem Erfolg in Westmittelfranken und bei einem Punktverlust des TV Münchberg gegen Ismaning wäre Lohr nämlich bereits nach seinem sechstletzten Spiel in dieser Runde vorzeitig Meister. Sollte es wirklich so kommen, so müssten die Lohrer jedoch vorher eine kleine Wartezeit in Kauf nehmen. Denn das Spiel in Münchberg beginnt 15 Minuten später als das in Rothenburg und wäre daher auch eine Viertelstunde später zu Ende als die Lohrer Partie.

Aber es stehen vor dem möglichen Lohrer Titelgewinn an diesem Wochenende sowieso mehrere Wenns. Und die Verantwortlichen beim TSV tragen Gelassenheit zur Schau. „Ich sehe die Chance, dass wir jetzt schon Meister werden, bei fünf Prozent“, sagt Becker und ist hörbar bemüht, Unaufgeregtheit zu verbreiten. Auch sein Abteilungsleiter Ludwig Scheiner gibt sich zurückhaltend: „Mein Tipp ist, dass es an diesem Wochenende noch nicht so weit ist.“

Auf die sportliche Aufgabe freut sich der Lohrer Trainer. Sein Team und die Rothenburger waren vor der Saison als Topfavoriten auf den Titel gehandelt worden, aber nur die Lohrer ließen diesen Vorschusslorbeeren auch Taten folgen. Während Lohr dem Titel entgegensteuert, hat Rothenburger seine Aufstiegsambitionen, die auch als Tabellenzweiter über die Relegation realisiert werden könnten, nach der jüngsten 19:24-Niederlage bei der HSG Lauf/Heroldsberg zu den Akten gelegt. Gleichwohl haben die Mittelfranken jüngst ihren Vertrag mit Trainer Csaba Szücs für die kommende Runde verlängert. „Wie die Rothenburger auf ihre Lage reagieren, ist schwer zu sagen. Sie könnten befreit aufspielen, aber es könnten auch Motivationsprobleme auftreten“, so Bernd Becker.

Gegenstoß als probates Mittel

Ein taktisches Rezept hat der Coach schon einmal ausgetüftelt: „Wir wollen so spielen, wie wir das meistens in dieser Saison gemacht haben. Hinten gut stehen – und dann den schnellen Gegenstoß suchen“, so Becker. Besonders gegen ein Team wie Rothenburg sei der Konter ein probates Mittel, verfügen doch die Gastgeber neben einem wurfstarken Rückraum über eine kompakte 6:0-Abwehr. Daher machen einfache Kontertore jedem Rothenburger Gegner das Leben leichter. Im Hinspiel haben es die Lohrer schon einmal vorgemacht, wie man Rothenburg deutlich in die Schranken weist, am 31. Oktober 2015 gewannen sie in der Spessarttorhalle mit 29:18.

Nun aber muss Becker mit einem kleinen Kader zurechtkommen. Daniel Baudisch fällt mit einer Prellung im Mittelfuß aus, Marius Rahtz ist wohl trotz einer Blessur am Rücken einsatzbar. „Wir werden keine Spieler aus der Reserve oder der A-Jugend einsetzen können. Die spielen am Samstag beide selbst“, sagt der Lohrer Coach und plant daher mit einem Aufgebot von lediglich zehn Feldspielern. Ob die danach zur Titelparty antreten werden, hängt wie gesagt nicht nur von ihnen selbst. „Geplant ist nichts. Aber spontane Feten sind ja sowieso viel schöner“, sagt Becker zu möglichen Feierlichkeiten.

U. Sommerkorn

Quelle: Main-Post