Lohrer in der Rolle der Gejagten

10.09.15

Lukas Horký

Lukas Horký

Foto: Y. Vogeltanz

TV Roßtal – TSV Lohr

Nach beinahe drei Monaten Vorbereitung ist es soweit: Bayernliga-Absteiger TSV Lohr startet in die Landesliga-Saison. Und das als großer Favorit. „Überall, wo wir hinkommen, werden die Gegner heiß sein. Das ist eine Rolle, die wir annehmen müssen“, sagt Trainer Bernd Becker, der zur neuen Runde nach 2006 die TSV-Mannschaft zum zweiten Mal übernommen hat, und richtet sich darauf ein, dass sich seine Spieler in der Landesliga in der Rolle der Gejagten wiederfinden.

Dabei muss der 46-jährige Höchberger einen größeren personellen Umbruch bewältigen. Mit Bohuslav Zeleny, Steffan Meyer, Tim Mechler, Gabor Farkas, Maximilian Wirth und Yannick Bardina hat ein halbes Dutzend Spieler den Verein verlassen, mit dem Tschechen Lukas Horky (Talent Pilsen) kam im Gegenzug nur ein Neuer. Der 24-jährige Rückraumspieler freilich hat seine Stärken nicht zuletzt in der Abwehr, ein Mannschaftsteil, der in den vergangenen zwei Jahren gut und gerne als Lohrer Problemzone bezeichnet werden durfte. In Testspielen klappte das mit dem Verteidigen schon ganz, nun steht in Roßtal der Test unter Wettkampfbedingungen an.

In der Marktgemeinde im Landkreis Fürth, in der die Lohrer vor zwei Jahren als Bayernligist schon einmal aus dem Pokal-Wettbewerb ausschieden, erwartet Becker ein unangenehmes Spiel. Nicht nur, weil die vom früheren Ansbacher Regionalliga-Spieler Wolfgang Schmidt trainierten Roßtaler als Aufsteiger eine Menge Euphorie mitbringen dürften. Auch weil die Gastgeber gewöhnlich mit einer extrem aggressiven und offensiven Deckung aufwarten. „Da kommt in der Regel wenig Spielfluss auf. Oft verfällt man da in Klein-klein-Aktionen“, meint Becker. Zudem zähle auch das Konterspiel nach Ballverlusten zu den Stärken der Gastgeber, die in Spielmacher Dietmar Mathias und Kreisläufer Daniel Laugner über zwei Akteure mit Bayernliga-Erfahrung verfügen.

Die Lohrer werden mit einem 14er-Kader nach Mittelfranken reisen. Die Langzeitverletzten Tom Scheiner und Jannik Schmitt fehlen ohnehin, aus dem Aufgebot sind Steffen Bald, Christopher Vornwald, Maximilian Fietz und Jonas Scheiner erst einmal für Einsätze in der zweiten Mannschaft vorgesehen. Zum Zuge kommen dürften indes im Rückraum mit Jonathan Born und Daniel Baudisch zwei Akteure, die in der vergangenen Saison noch keine Rolle gespielt hatten.

Mehr Verantwortung als bisher dürfte auch auf Fabian Zehnter zukommen, ist doch das Lohrer Eigengewächs nach dem Abgang von Yannick Bardina in der Vorwoche (wir berichteten) der einzige Linkshänder im Rückraum. Sogar Ferdinand Schmitt könnte von Linksaußen auf die zentrale Rückraumposition rücken. „Das ist ein schneller und beweglicher Spieler, der schwer zu verteidigen ist. Der könnte gegen eine offensive Deckung eine Option sein“, sagt Trainer Becker.

Das Lohrer Aufgebot

Abgänge: Bohuslav Zeleny (DJK Walbüttelbrunn), Steffan Meyer (TV Erlangen/Bruck), Tim Mechler (unbekannt), Gabor Farkas, Maximilian Wirth (beide TG Heidingsfeld), Yannick Bardina (HSG Kahl/Kleinostheim).

Zugang: Lukas Horky (Talent Pilsen).

Tor: Manuel Prokscha, Tom Scheiner, Tamás Szábo.

Rückraum: Fabian Zehnter, Milan Kralik, Jannik Schmitt, Daniel Baudisch, Janis Gremzde, Jonathan Born, Lukas Horky.

Kreis: Henrik Nass, Marius Rahtz, David Imhof.

Außen: Benjamin Horn, Ferdinand Schmitt, Andreas Avar.

Erweiterter Kader: Steffen Bald (Tor), Jonas Scheiner (Rückraum), Christopher Vormwald (Außen), Maximilian Fietz (Außen).

Trainer: Bernd Becker (neu, vorher TV Hardheim).

Saisonziel: neue Mannschaft aufbauen, vorne mitspielen.

U. Sommerkorn

Quelle: Main-Post