26.06. - Lohrer Neuanfang ohne Harz

Foto: Christian Schwab

Foto: Christian Schwab

Ein Bild aus dem Jahr 2008: Bernd Becker (hinten) als Lohrer Trainer und Gerald Schmitt als sein Assistent. In dieser Konstellation werden beide auch in der neuen Saison wieder zusammenarbeiten.

Dass die Landesliga-Handballer des TSV Lohr mit Beginn der Vorbereitung auf die am 12. September beginnende Saison ein Netz voller neuer Bälle erhalten haben, hat einen Grund. Für die neue Spielzeit hat das Landratsamt nämlich ein Harzverbot für die Spessarttorhalle ausgesprochen.

„Jungfräuliche“ Bälle

In der abgelaufenen Runde, die mit dem Lohrer Abstieg aus der Bayernliga endete, durfte der Klebstoff bei Spielen der ersten Mannschaft noch verwendet werden. Auf Grund des ausgesprochenen Verbots sind die alten und verharzten Spielgeräte nicht mehr brauchbar. Der Lohrer Neuanfang unter dem neuen Trainer Bernd Becker wurde also mit „jungfräulichen“ Bällen gestartet. „Es ist für viele eine Umstellung“, gibt Bernd Becker zu, der seit 8. Juni viermal wöchentlich zum Training bittet. Hauptsächlich arbeitet der 46-Jährige mit seinen Spielern an der Grundlagenausdauer und an der Kräftigung. Einmal pro Woche ist freilich auch Hallentraining – mit den neuen Bällen.

Das Harzverbot wirft auch seine Schatten auf die anstehenden Vorbereitungsspiele. „Es kommen keine höherklassigen Mannschaften nach Lohr“, berichtet Becker. Grund: Die Teams wollen ihre Vorbereitung nicht ohne Harz absolvieren. So müssen die Lohrer auswärts ran, wenn sie gegen Drittligisten wie den HSC Bad Neustadt und den TSV Rödelsee oder Bayernligisten wie die DJK Waldbüttelbrunn antreten wollen. Immerhin: Zum Turnier um den Keiler-Cup am Samstag, 1. August, haben mit dem HC Erlangen II und dem TV Erlangen-Bruck zwei Bayernligisten sowie mit der HSG Wettenberg und der HSG Kahl/Kleinostheim zwei Teams aus der Oberliga Hessen gemeldet.

Das Wort „sofortiger Wiederaufstieg“ fiel bei einer Sponsoren-Veranstaltung, zu der Trainer, Mannschaft und Abteilungsführung ins Lohrer TSV-Heim gekommen waren, nicht, obwohl viele im TSV den Topfavoriten der neuen Runde sehen. Abteilungsleiter Ludwig Scheiner formulierte die Ziele für die Zukunft etwas verklausuliert: „Wir wollen in absehbarer Zeit dahin zurückkehren, wo wir unserer Meinung nach hingehören.“ Der Fokus solle in Zukunft mehr auf den Team-Gedanken gelegt werden. Aus diesem Grund begaben sich Spieler und Trainer kürzlich auf ein gemeinsames Wochenende in Aufseß bei Bamberg, das angeblich über die größte Brauereidichte pro Einwohner in ganz Deutschland verfügen soll. An jenem Wochenende ging es ausschließlich ums Miteinander, die neuen Handbälle blieben da zu Hause.

Sicher ist jedenfalls, dass der Anteil der Spieler, die dem eigenen Lohrer Nachwuchs entstammen, in der neuen Saison größer sein wird als in der abgelaufenen Runde. Verlassen haben den Verein Bohuslav Zeleny (DJK Waldbüttelbrunn), Gabor Farkas, Max Wirth (beide TG Heidingsfeld), Tim Mechler (unbekanntes Ziel) und Steffan Meyer (wohl TV Erlangen-Bruck oder SV Auerbach). Dafür stößt mit dem tschechischen Rückraumspieler Lukas Horky, der am 4. Juli in Lohr erwartet wird, vom Erstligisten Talent Pilsen nur ein externer Neuzugang zur Mannschaft. „Der Verein hat gute Nachwuchsarbeit. Wir wollen unseren Talenten, wenn sie gut arbeiten, auch wieder verstärkt die Möglichkeit eröffnen, in der ersten Mannschaft zu spielen“, betont Trainer Becker.

Auch will der Coach erste und zweite Mannschaft (Bezirksoberliga) nicht so strikt trennen wie bisher. Beide Teams bestreiten gemeinsam die erste Phase der Vorbereitung, die bis zum Beginn der Lohrer Spessartfestwoche (24. Juli bis 2. August) dauert. „Natürlich muss man danach schon klären, wer wo spielt. Aber die Tür zwischen den Mannschaften bleibt nach beiden Seiten offen“, betont Becker, der ja schon von 2006 bis 2009 Lohrer Coach war.

Zwei Sonntagsspiele

Saisonstart ist am Samstag, 12. September, mit einem Auswärtsspiel beim Aufsteiger TV Roßtal. Das erste Heimspiel steht dann am Sonntag, 20. September, gegen die SG DJK SB/SC Regensburg an. Es ist eines von zwei Sonntagsspielen, die übrigen Heimspiele finden wie gewohnt am Samstagabend statt. Das Üben mit den neuen Bällen sollte den Lohrern übrigens auch mit Blick auf die Auswärtsspiele nützen. Nur in drei von 14 Landesliga-Hallen ist Harz nämlich zugelassen.

U. Sommerkorn

Quelle: Main-Post