Mitten im Feiermarathon

25.04.16

Foto: A. Röder

TSV Lohr – TSV Neutraubling 36:20 (16:11)

Es sind fröhliche Wochen beim TSV Lohr. Am 2. April feierte das Team nach einem Auswärtssieg in Cham die Meisterschaft und den Direktaufstieg. Nach dem letzten Saison-Heimspiel am Samstag, vor dem alle Lohrer Jugendteams mit einlaufen durften und das mit einem klaren Heimsieg über Schlusslicht Neutraubling endete, ging's anschließend ins TSV-Heim, wo es die Lohrer Spieler bei einer von ihnen selbst organisierten Titelfete richtig krachen ließen. Am 4. Mai richtet dann der Verein eine offizielle Meisterschaftsfeier aus. Und in den Pfingstferien startet die Mannschaft zu einer viertägigen Saisonabschlussfahrt nach Mallorca, die dann den Abschluss des sechswöchigen Feiermarathons bildet.

„Dass wir so klar Meister werden, damit hatte keiner gerechnet“, erklärte Andreas Avar nach dem Spiel gegen Neutraubling. Der 24-jährige Linksaußen ist einer, der alle Höhen und Tiefen in der jüngeren Vereinsgeschichte miterlebt hat. Zuerst des zweimalige Scheitern am Drittliga-Aufstieg, dann den letztlich erfolglosen Abstiegskampf in der Bayernliga, nun nach nur einem Jahr die Rückkehr ins Handball-Oberhaus mit einer neuformierten Mannschaft. Für die ist seit 2015 Bernd Becker als Trainer verantwortlich. Groß kommentieren wollte er die Leistung seiner Mannschaft gegen Neutraubling nicht. „Das war schon okay. Ich wollte auch Spieler mit Einsätzen belohnen, die sich das einfach verdient haben“, sagte der Coach und spielte damit auf Linksaußen Christopher Vornwald auf, der in dieser Saison mit hoher Präsenz im Training zu gefallen wusste, und Keeper Tom Scheiner an, der lange verletzt hatte pausieren müssen. Sie alle erhielten ihre Einsatzzeiten, auch der A-Jugendliche Lorenz Schmitt, der im zentralen Rückraum dabei war. So sah Becker auch über manchen technischen Fehler im Spiel seines Teams hinweg. Gleichwohl waren die Lohrer dem Schlusslicht aus der Oberpfalz turmhoch überlegen und deuteten in einigen Phasen, wenn sie dazu kamen, ihr schnelles Konterspiel aufzuziehen, auch ihre Möglichkeiten an.

Die Gedanken des Trainers gelten ohnehin bereits der neuen Saison. Dann, wenn die vor der Partie kurz verabschiedeten David Imhof (2. Mannschaft) und Fabian Zehnter (aus beruflichen Gründen nach Bochum) nicht mehr Teil des Teams sein werden und stattdessen Bohuslav Zeleny (zurück von der DJK Waldbüttelbrunn) und Zoltan Ferencsik (TSV Partenstein) zur Mannschaft stoßen.

Anspruchsvolle Aufgaben

Spätestens dann, wenn am dritten September-Wochenende die Bayernliga-Saison angepfiffen wird, wird die Zeit der Partys erst einmal vorbei sein, das weiß auch der Lohrer Trainer: „Natürlich werden die sportlichen Aufgaben anspruchsvoller. Aber wenn alles passt, dann können wir die Bayernliga halten“, erklärt Bernd Becker. Vom Konzept, wieder verstärkt junge Spieler aus dem eigenen Verein ins Team zu integrieren, wolle man auf keinen Fall abweichen. „Ich denke, dass viele Spieler in ihrer Entwicklung noch nicht am Ende sind“, betont der Trainer. Zur Entwicklung gehört freilich auch, mit Rückschlägen umgehen zu können. Die dürften nämlich in der Bayernliga wieder häufiger werden als in der aktuellen Meister-Saison, die für die Lohrer am Samstag mit einem Auswärtsspiel beim HSV Hochfranken zu Ende geht. Anschauungsmaterial, wie man nach Rückschlägen dennoch Moral beweist, bot ausgerechnet der sportlich überforderte TSV Neutraubling. Die Oberpfälzer, die in der laufenden Saison nur einmal gewonnen haben, sangen kurz nach der Begegnung in der Spessarttorhalle lauthals – allen sportlichen Problemen zum Trotz.

U. Sommerkorn

Lohr: T. Scheiner (1. – 30.), Szabo (31. – 60.) – Imhof (1), L. Schmitt (2/1), F. Schmitt (7/3), Avar (2), Kralik (3), Vormwald (2), J. Schmitt (4), Born, Horn (4), Zehnter (6), Horky (5).

Neutraubling: Kien (1. – 36.), Thienel (36. – 60.) – Covic (10), Stiller (1), Hoppe, Kuhberger (1/1), Winklmeier (1), Schneider, Bauer (3/1), N. Schäfer (3), F. Schäfer, Groß (1/1).

Schiedsrichter: Hermannstadter/Richter (Fürth/Nürnberg)

Zeitstrafen: 1:5

Rot: F. Schäfer (58. Neutraubling, 3. Zeitstrafe)

Siebenmeter: 5/3 – 6/3

Zuschauer: 550.

Spielfilm: 5:1 (5.), 8:2 (13.), 8:4 (17.), 11:6 (21.), 12:8 (25.), 16:10 (30.), 20:12 (35.), 26:16 (44.), 27:19 (47.), 31:19 (51.), 34:20 (56.).

Quelle: Main-Post