Nach Janis Gremzdes Ausfall in Schwierigkeiten geraten

11.04.16

Benny Horn

Benny Horn

Foto: A. Röder

TSV Lohr – TV Münchberg 27:22 (14:10)

Ein bisschen wirkte Bernd Becker nach dem Abpfiff so wie ein Lehrer, der nicht recht wusste, ob er denn die Darbietung seiner Spieler noch mit „befriedigend“ oder doch mit „ausreichend“ zensieren sollte. „Doch, es war schon in Ordnung“, gab der Trainer des TSV Lohr nach dem Sieg seiner bereits als Meister feststehenden Mannschaft über den TV Münchberg zu Protokoll.

Dass das Lob des Coachs des künftigen Bayernligisten etwas zurückhaltend formuliert war, hatte seinen Grund. Neben richtig starken Phasen, in denen die Abwehr stand und die Gastgeber einen erfolgreichen Konter nach dem anderen setzten, gab es auf Seiten der Einheimischen auch Durchhänger, die ein gutes Landesliga-Team wie der TV Münchberg zwar nicht zum Sieg nutzte, die aber zum Problem werden könnten, wenn es kommende Saison in der Bayernliga gegen stärkere Gegner geht.

Vor dem Anpfiff hatte TSV-Kapitän Janis Gremzde von Spielleiter Klaus-Dieter Sahrmann den Wimpel für die Landesliga-Meisterschaft entgegengenommen. Mit dem 29-jährigen Letten auf der Spielmacherposition war der TSV schnell auf 7:2 weggezogen, doch dann ging Gremzde bei einer Angriffsaktion mit einem kurzen Schrei zu Boden und schied verletzt aus. „Es ist etwas mit der Leiste, es könnte etwas Größeres sein“, so Bernd Becker nach dem Schlusspfiff. Allerdings tröstete sich der Coach mit dem Umstand, dass Gremzde nun, da die Meisterschaft schon perfekt ist und nach der Runde eine mehrwöchige Trainingspause ansteht, auch lange Zeit hat, um die Blessur auszukurieren.

Kurze Deckung gegen Horky

Nach dem Ausfall Gremzdes verlor der TSV-Rückraum viel von seiner Durchschlagskraft, zumal die Münchberger seinen Teamkollegen Lukas Horky mit einer Manndeckung aus dem Spiel nahmen. Der Gast glich zum 9:9 aus, bevor Lohr wieder einen 14:9-Vorsprung herauswarf. Doch der TVM wehrte sich und ging nach einer Dreiviertelstunde gar mit 19:18 in Führung.

Doch die Gastgeber hatten in der Schlussphase mehr zuzusetzen und gewannen schließlich noch klar. Ein wichtiger Faktor war, dass Becker mit Ferdinand Schmitt einen etatmäßigen Außen in den rechten Rückraum beordert hatte, der gerade in der Phase, als Münchberg in der zweiten Hälfte aufkam, eine Menge Wirbel entfachte und wichtige Tore erzielt. „Der Trainer hat mir gesagt, dass ich meine Schnelligkeit ausspielen soll. Das habe ich versucht. Und ich denke, dass das gut geklappt hat“, erklärte das Lohrer Eigengewächs, das schon in der Jugend und der zweiten Mannschaft Erfahrungen als Rückraumspieler gesammelt hat. Für Becker jedenfalls eine personelle Alternative auf einer Position, auf der es in der kommenden Saison wegen des Abgangs von Fabian Zehnter personell eng zu werden droht.

U. Sommerkorn

Lohr: Szabo, T. Scheiner (n. e.) – Imhof (1), Baudisch (n. e.), F. Schmitt (6/3), Avar (4), Kralik (1), Gremzde, J. Schmitt (1), Born (1), Rahtz, Horn (9), Zehnter (3), Horky (1).

Münchberg: Hurt (1. – 12.), Uzun (12. – 60.) – Oberländer (2), Kalas (4/1), Baumgärtel, Polzer (1), Wilfert, Schrepfer, Kral (3), Winterstein (2), Breuherr (2), Meyer (5), Lad (3).

Schiedsrichter: Hehn/Tauchert (Stadeln)

Zeitstrafen: 1:8. Rot: Polzer (60., Müncherg, 3. Zeitstrafe)

Siebenmeter: 3/3 – 2/1

Zuschauer: 400

Quelle: Main-Post

Spielfilm: 4:0 (3.), 7:2 (7.), 8:6 (16.), 9:9 (21.), 14:9 (30.), 17:15 (39.), 18:19 (45.), 20:20 (48.), 25:20 (54.).