Nicht perfekt und trotzdem klar überlegen

31.01.16

Jonathan Born

Jonathan Born

Foto: A. Röder

TSV Lohr – TSV Ismaning 32:19 (12:7)

„Beste Mannschaft, bester Trainer“, urteilte Tom Eck, Coach des am Samstagabend klar unterlegenen TSV Ismaning, kurz und trocken über die siegreichen Gastgeber. „In Lohr zu verlieren, ist keine Schande“, betonte der Trainer der Oberbayern, der sich freilich etwas mehr Widerstandsgeist von seinen Spielern gewünscht hätte. „Wie wir verloren haben, hat mir nicht gefallen“, so der Gästecoach.

Starke Abwehrleistung

Die Ismaninger waren auf eine Art ins Hintertreffen geraten, wie es schon vielen Teams in dieser Saison in der Spessarttorhalle ergangen war. Die Gäste konnten aus ihrer Sicht viel zu selten die Lohrer Abwehr um Keeper Tamás Szabo überwinden, was die Hausherren immer wieder zu Ballgewinnen und schnellen Gegentreffern nutzten. Meist über die Außen, oft über Benjamin Horn, aber auch über Andreas Avar oder Ferdinand Schmitt. „Unsere Abwehrleistung war wirklich stark. Ismaning ist keine Gurkentruppe“, urteilte Lohrs Trainer Bernd Becker. So kamen die Gäste aus dem Rückraum kaum zum Erfolg, lediglich bei Kreisanspielen auf den wendigen Alexander Deimel verbreiteten sie ab und an Gefahr.

Am Ende stand (wieder mal) ein klarer Lohrer Heimsieg, obwohl Beckers Team in der Offensive nicht einmal optimal gespielt hatte, wenn sich denn Ismaning in der Abwehr einmal formiert hatte. „Wir haben einige falsche Entscheidungen getroffen“, spielte Becker auf den ein oder anderen überhasteten Wurf aus dem Rückraum an. Dass es diesem Lohrer Mannschaftsteil bisweilen an Durchschlagskraft fehlte, lag freilich auch daran, dass Becker einen Leistungsträger wie Janis Gremzde gar nicht eingesetzt hatte. Den lettischen Rückraumspieler plagten Schmerzen in der Schulter, so wurde der 29-Jährige geschont. Die Bühne wurde frei für so manchen Youngster. So gefiel Jonathan Born mit einer Reihe von energischen Aktionen aus dem Rückraum. Und am Ende durfte sogar mit Lorenz Schmitt der Spielmacher der A-Jugend für zehn Minuten ran. Das technisch hoch veranlagte Talent steuerte schließlich die letzten beiden Lohrer Treffer der Begegnung bei.

„Wenn's läuft, dann läuft es eben“, meinte Becker, dem die Höhe des Sieges am Ende selbst etwas unheimlich war, schließlich war sein Team von einem perfekten Tag ein gutes Stück entfernt gewesen. Aber in dieser Landesliga-Saison reichen eben auch Auftritte, die Verbesserungsmöglichkeiten bieten. Lohrs Vorsprung auf den zweiten Tabellenplatz, den am Wochenende der TV Münchberg übernommen hat, beträgt weiter neun Punkte. Vieles spricht für eine vorzeitige Meisterschaft (und damit den Direktaufstieg in die Bayernliga) des Tabellenführers. Sollte sich die gegenwärtige Entwicklung fortsetzen, dürfte es Anfang März – also gut sechs Wochen vor Rundenschluss – so weit sein. Wahrscheinlich wird es auch dann wieder anerkennende Worte vom Gegner geben.

U. Sommerkorn

Lohr: Szabo, Prokscha (n. e.) – Imhof, Baudisch (3), L. Schmitt (2/1), Avar (2), Kralik, Gremzde (n. e.), F. Schmitt (6/5), Born (3), Rahtz (1), Horn (6), Zehnter (3), Horky (6).

Ismaning: Murgg (1. – 30., 40. – 60.), F. Deimel (31. – 40.) – Pohl, Langer, Witmann (1), T. Stoiber (4), Nortz (4/2), A. Deimel (4), Dietrich (1), Bamberger (2), Geserer (1), Mundl (2), Rehnert (1).

Schiedsrichter: Lehmann/Schwarz (Forchheim/Altenberg).

Zeitstrafen: 2:4.

Siebenmeter: 6/6 – 3/2.

Zuschauer: 400.

Spielfilm: 2:0 (5.), 5:2 (10.), 8:4 (14.), 9:7 (22.), 12:7 (27.), 14:7 (32.), 17:9 (37.), 20:15 (43.), 22:15 (45.), 27:17 (51.), 30:18 (58.).

Quelle: Main-Post