Ohne Glanz zur Herbstmeisterschaft

07.12.15

Foto: A. Röder

Foto: A. Röder

TSV Lohr – HC Bamberg 36:24 (14:13)

Herbstmeister, weiterhin einziges noch ungeschlagenes Team der Landesliga – der TSV Lohr hat den nächsten Schritt in Richtung Meisterschaft und Rückkehr in die Bayernliga gemacht. Allerdings bot die Mannschaft beim letzten Heimspiel des Jahres trotz eines deutlichen Sieges nicht unbedingt eine Gala-Vorstellung.

Dass der Tabellenletzte HC Bamberg bei seiner 24:36-Niederlage in der Spessarttorhalle noch einigermaßen glimpflich davonkam, lag aber auch an der Experimentierfreude von Lohrs Trainer Bernd Becker. Der hatte zu Beginn renommierte Kräfte wie Keeper Tamás Szabo oder Janis Gremzde auf die Bank beordert und Topwerfer Lukas Horky zunächst nur in der Abwehr eingesetzt. Dafür durften Jonathan Born oder Daniel Baudisch im Rückraum beginnen, Manuel Prokscha hütete über die gesamte Spielzeit das Tor.

„Es ist eben unser Ziel, dass wir die Leute aus der zweiten Reihe heranführen.“

Lohrs Trainer Bernd Becker zu seinen personellen Änderungen

„Man muss zugeben, dass vieles noch nicht so funktioniert hat, als die Stammformation nicht auf dem Feld stand“, erklärte TSV-Trainer Becker, der aber seine Veränderungen trotzdem nicht bereute: „Es ist eben unser Ziel, dass wir die Leute aus der zweiten Reihe an das Niveau heranführen. Deshalb brauchen sie auch ihre Einsätze.“

Das umformierte TSV-Team tat sich zu Beginn äußerst schwer. Gegen wenig Furcht einflößende Bamberger lag der Gastgeber nach 23 Minuten mit 10:12 hinten. „Wir haben vorne oft falsche Entscheidungen getroffen und hatten in der Abwehr oft nicht den Zugriff“, bilanzierte der Trainer, der kurz vor der Pause Janis Gremzde brachte und Lukas Horky dann auch vorne spielen ließ. Durch die Umstellungen gewann das Lohrer Spiel schnell an Stabilität. Zwischen 23. und 48. Minute zogen die Gastgeber mit einem 21:4-Lauf auf 31:16 weg. In dieser Phase wurde nicht nur das Angriffsspiel der Hausherren zwingender, auch die Deckung um Keeper Prokscha ließ sich kaum noch überwinden. Plötzlich erzielten die Lohrer hinten einen Ballgewinn nach dem anderen, eine Flut von Gegenstößen brach über den Aufsteiger aus Oberfranken herein. Adressaten der Lohrer Schnellangriffe waren zumeist Andreas Avar und Ferdinand Schmitt, die am Ende mit jeweils sieben Treffern beste Werfer der Partie waren. „Wir haben das anfangs zu sehr auf die leichte Schulter genommen“, erklärte Andreas Avar, der mehr die eigene Einstellung als die Aufstellung für die zu Beginn schwache Darbietung verantwortliche machte.

Am Ende ließen es die Gastgeber, bei denen Janis Gremzde wegen eines Schlags auf den Kopf nicht bis zum Ende mittun konnte, wieder etwas schleifen. So konnten die spielerisch limitierten Bamberger das Ergebnis in Grenzen halten. Die siegreichen Lohrer konnten sich am Ende über den Gewinn der Herbstmeisterschaft freuen und darüber, dass sie auf jeden Fall als Spitzenreiter ins neue Jahr gehen.

U. Sommerkorn

Lohr: Szabo (n. e.), Prokscha – Baudisch (2), F. Schmitt (7/2), Imhof (1), Avar (7), Bauer, Kralik (n. e.), Gremzde (1), Born (1), Rahtz (1), Horn (5), Zehnter (5), Horky (6).

Bamberg: Jost (1. – 24., 43. – 60.), Kropf (24. – 43.) – Müller (3), Herold (2), Sommer (2), Götz Kiraly (1), Schäper (5), Kustor (3), Fischer (4), Schöffel (2/2), Schnippering (2).

Schiedsrichter: de Angelis/Gröner (Rothenburg)

Zeitstrafen: 5:3

Siebenmeter: 2/2 – 3/2

Zuschauer: 400.

Spielfilm: 0:3 (6.), 3:4 (9.), 5:7 (14.), 7:7 (18.), 8:9 (21.), 10:12 (23.), 13:12 (27.), 13:13 (29.), 17:13 (34.), 21:14 (41.), 31:16 (48.), 33:21 (54.).

Quelle: Main-Post