Selbstbewusst ins Gipfeltreffen

20.11.15

Foto: Y. Vogeltanz

Foto: Y. Vogeltanz

Kommt immer besser in Tritt: Janis Gremzde

Spitzenspiel am Samstagabend in der Spessarttorhalle: Im Duell der einzigen noch ungeschlagenen Mannschaften der Handball-Landesliga empfängt der TSV Lohr (2./13:1) Tabellenführer ASV Cham (1./14:0).

TSV-Trainer Bernd Becker hat die jüngste dreiwöchige Spielpause zu verschiedenen Dingen genutzt: In der ersten Novemberwoche verordnete er seinen Spielern eine fünftägige Trainingspause, in der seine Handballer abschalten und die in den ersten sieben Saisonspielen erlittenen Blessuren auskurieren sollten. In der folgenden Woche standen zwei Trainingsspiele an. Zunächst traten die Lohrer im Heimatort des Trainers bei der TG Höchberg und gewannen beim dortigen Bezirksoberligisten mit 42:21. Drei Tage später unterlag der TSV beim Bayernligisten DJK Waldbüttelbrunn nach guter Vorstellung mit 27:29. „Das sind Spiele, die uns wirklich weitergebracht haben“, macht Trainer Becker klar. Denn dem 46-Jährigen ist durchaus bewusst, dass die Leistungen seiner Mannschaft noch ausbaufähig sind, auch wenn sie bislang noch nicht verloren hat. Schließlich geht es in den letzten Novembertagen gegen die wohl härtesten Kontrahenten im Titelkampf – erst gegen Tabellenführer ASV Cham, dann beim Dritten in Münchberg.

Wohl alle Mann an Bord

Becker sieht seine Mannschaft für die anstehenden Aufgaben gut gewappnet. „Alle Mann werden an Bord sein“, sagt der TSV-Trainer und geht daher davon aus, dass auch die angeschlagenen Jonathan Born (Muskelzerrung) und David Imhof (Kapselverletzung im Finger) auflaufen werden. Es herrscht Zuversicht vor dem Heimspiel gegen den Spitzenreiter, zumal auch ein wichtiger Akteur beim TSV wie Janis Gremzde, der erst vor einem halben Jahr an der Schulter operiert wurde, langsam immer besser in Tritt kommt. „Janis ist noch nicht bei 100 Prozent, aber es wird immer besser, vor allem beim Torwurf. Aber die Pause hat ihm sicher gut getan“, sagt Becker über den lettischen Rückraumspieler, dessen letzte sportliche Station vor seinem Wechsel nach Lohr das kaum 15 Kilometer von Cham entfernte Roding gewesen war.

Dass der ASV Cham das Klassement Mitte November anführen würde, war vorher kaum zu erwarteten gewesen. Über lange Jahre waren die Oberpfälzer ein Team gewesen, das sich im Landesliga-Mittelmaß bewegt hatte. Das Rückgrat der Mannschaft bildet eine Reihe von tschechischen Leistungsträgern, die schon zum Teil seit über einem Jahrzehnt für die Oberpfälzer aktiv sind. Etwa Torhüter Zdenek Hejduk oder der wurfgewaltige Rückraumspieler Petr Tahovsky, der trotz seiner mittlerweile 40 Jahre einen dritten Handball-Frühling zu erleben scheint und für den seine Mitspieler bei Freiwürfen immer wieder Drei-Mann-Blöcke stellen. „Ich habe Videos von ihm gewesen. Er macht wirklich einen fitten Eindruck“, sagt Becker über Tahovsky, welcher auch Physiotherapeut der Nationalmannschaft in seinem Heimatland Tschechien ist.

Hinzu kommen mit Tomas Soukup und Lukas Pelikan weitere Akteure aus dem Nachbarland, welche durch den jüngsten Zugang, Kreisläufer Lucas Klima (vorher beim Liga-Konkurrenten HSV Hochfranken), ergänzt werden. „Die Chamer sind clever, sie schließen nicht voreilig ab“, fasst Bernd Becker Videostudien vom Spiel der Gäste aus dem Bayerwald zusammen. „Das Tempospiel ist dagegen nicht so ihre Stärke.“ Daher wollen die Lohrer auf die Breite ihres Kaders setzen und das Spiel schnell machen, um den routinierten Gästen auf diesem Wege beizukommen.

U. Sommerkorn

Quelle: Main-Post