Trotz mancher Fehler hoch überlegen

11.01.16

Benny Horn

Benny Horn

Foto: Y. Vogeltanz

TSV Lohr – HSV Hochfranken 31:17 (15:7)

Obwohl das Team Landesligist ist, spielt der TSV Lohr im Augenblick in einer anderen Liga. Der Tabellenführer hat nach neuerlichen Punktverlusten von Verfolgern am Wochenende nach Abschluss der Vorrunde schon ein Sieben-Punkte-Polster auf den Tabellenzweiten, so dass die Meisterschaft und die Rückkehr in die Bayernliga nur noch eine Frage der Zeit zu sein scheinen. Gegen den HSV Hochfranken bot das Team gerade im Angriff nicht einmal eine sonderlich gute Leistung. Trotzdem hatten die Spieler von Trainer Bernd Becker die Partie schon nach 17 Minuten bei einer 10:2-Führung entschieden und gerieten in der Folge nicht ansatzweise in Schwierigkeiten.

Ob er darüber froh sein solle, dass es trotz mancher Fehler zu einem Sieg mit 14 Toren Differenz gereicht hatte, wisse er nicht so recht, gab Trainer Becker hinterher zu Protokoll. „Es geht auf jeden Fall besser. Aber das Spiel war gut dazu, dass wir nach der Winterpause langsam unseren Rhythmus finden. Aber wir werden uns steigern“, versicherte der Lohrer Coach mit Blick auf den Rückrundenstart am Samstag, 16. Januar, zu Hause gegen den TV Roßtal.

Gast tritt auf die Bremse

„Hochfranken ist dezimiert angereist, da haben vier Spieler gefehlt, und war von Anfang an nur darauf aus, glimpflich davon zu kommen“, erklärte Becker. Die Folge war, dass die Oberfranken stets bemüht waren, das Tempo aus dem Spiel zu nehmen und ihre Angriffe möglichst lang auszuspielen. Über ein Dutzend Mal hob ein Vertreter des Nürnberger Schiedsrichtergespanns bei HSV-Angriffen die Hand, um anzudeuten, dass in Kürze „Zeitspiel“ gepfiffen werden würde. So erzielte die Lohrer Abwehr haufenweise Ballgewinne und suchte immer wieder den schnellen Gegenstoß. Doch oft unterliefen den Gastgebern beim Konter Fehlpässe. Spielten die Hausherren dann doch einmal gegen eine formierte HSV-Abwehr, warfen sie mitunter überhastet. Und auch in aussichtsreichen Wurfpositionen scheiterten die TSV-Rückraumspieler immer wieder an Vladimir Michanek, dem gut aufgelegten 39-jährigen Oldie im Gästetor.

Neben vergebenen Chancen gab es freilich auch zahlreiche erfolgreiche Gegenstöße des TSV. Besonders dann, wenn es über Rechtsaußen Benjamin Horn ging, der zwar nur in der Anfangs- und Schlussviertelstunde auf dem Parkett stand, aber gleichwohl mit neun Treffern bester Werfer der gesamten Partie war. „Ich musste bei den Kontern einiges laufen, aber es ging richtig gut. Unsere Abwehr stand sicher, und dann ist es für einen Außen beim Gegenstoß leicht“, erklärte der Linkshänder, dem zehn Treffer nur versagt blieben, weil er 90 Sekunden vor dem Ende nach einem Kempatrick mit seinem Wurf am in den Schlussminuten eingewechselten HSV-Keeper Felix Köhler scheiterte. Gleichwohl strahlte gebürtige Oberbayer im Lohrer Trikot, ihm hatte das Spiel Spaß gemacht.

Und auch Lohrs Trainer Becker mochte dann den Auftritt seines Teams zu ungewohnter Zeit am Sonntagnachmittag nicht allzu kritisch sehen. „Es ist natürlich auch manchmal schwierig, dass du diszipliniert bleibst, wenn du gefühlt 45 Minuten in der Abwehr stehst. Da kann es schon sein, dass beim ein oder anderen Ungeduld aufkommt. Aber auch damit müssen wir eben lernen umzugehen“, erklärte der Trainer, der sich ob des Tabellenstander ab Sommer in der Bayernliga wohl wieder auf stärkere Gegner als den HSV Hochfranken einstellen kann.

U. Sommerkorn

Lohr: Szabo (1. – 38.), Prokscha (38. – 60.) – Imhof, Baudisch (3), F. Schmitt (6/2), Avar (1), Kralik (2), Gremzde (3/1), Born (2), Rahtz, Horn (9), Zehnter (4), Horky (1).

Hochfranken: Michanek (1. – 48.), Köhler (48. – 60.) – Becker (1), Hofmann, Schönberner (2), Stöckert (1), Vogel (1), Fritsch, Kempf (3), Mocker (7/1), Dorschner, Kropf (2).

Schiedsrichter: Hermannstädter/Richter (Nürnberg).

Zeitstrafen: 2:5.

Siebenmeter: 4/3 – 2/1.

Zuschauer: 400.

Spielfilm: 0:1 (1), 6:1 (14.), 10:2 (17.), 11:4 (22.), 15:5 (28.), 15:8 (31.), 18:9 (37.), 23:11 (41.), 23:14 (44.), 27:15 (53.), 29:16 (57.).

Quelle: Main-Post