Auch schlechte Phasen überstanden

22.10.17

Jonas Scheiner

Jonas Scheiner

Foto: Vogeltanz

TSV Lohr – VfL Günzburg 24:22 (12:10)

Sie sind mittlerweile so richtig angekommen in der Runde – die Handballer des TSV Lohr. Der 24:22-Heimerfolg über den VfL Günzburg war bereits das vierte Punktspiel in Folge ohne Niederlage. Und dabei präsentierte sich das Team von TSV-Trainer Bernd Becker wie ein gestandener Bayernligist, der die Fähigkeit mitbringt, ein Spiel, bei dem es immer wieder auf und ab ging, zu einem für ihn guten Ende zu bringen.

Schlechte Entscheidungen

Die Gastgeber hatten richtig gut begonnen und eine 5:1-Führung vorgelegt. Mit fortschreitender Spieldauer stellte sich die Günzburger 3:2:1-Deckung immer besser auf das Lohrer Angriffsspiel ein. „Es waren Phasen, in denen wir viele schlechte Entscheidungen getroffen haben“, stellte Bernd Becker fest. So geriet sein Team mit 8:9 ins Hintertreffen (22.), um sich dann wieder zu erholen und anschließend einen Vorsprung erneut aus der Hand zu geben. Beim Stand von 14:11 (34.) nutzten die Lohrer erst eine Zwei-Mann-Überzahl nach zwei Günzburger Zeitstrafen nicht und fingen sich dabei sogar noch ein Tor ein. Fünf weitere Günzburger Treffer zum 14:17 (42.) folgten. Und hätte TSV-Keeper Tamas Szabo anschließend bei einem Rückraumwurf des Günzburgers Nicolai Jensen nicht seinen Fuß ausgefahren, der Lohrer Rückstand wäre noch deutlicher ausgefallen.

Dann schickte Trainer Becker einen Akteur in den Rückraum, der in dieser Saison noch nicht so große Spielanteile gekriegt hatte, diesmal aber eine entscheidende Rolle spielen sollte – nämlich Jonas Scheiner. „Er hat das Spiel gedreht. Er ist konsequent in die Lücken gegangen und hatte auch das nötige Wurfglück“, sagte sein Trainer über den Eingewechselten, der sein Team mit zwei schnellen Toren zurück ins Geschäft brachte und später noch einen Abpraller mit anschließendem Siebenmeter erkämpfte. „Für mich war's einfach geil, so reinzukommen und dann der Mannschaft zu helfen. Vielleicht war es auch etwas der Überraschungseffekt, der mir geholfen hat“, mutmaßte Jonas Scheiner, der Lohrer Joker.

Dank seiner Treffer und der starken Abwehr ging der Gastgeber mit einer knappen Führung in die letzten zehn Minuten, die die Lohrer auch nicht mehr hergeben sollten. Das nicht nur, weil die 6:0-Abwehr sicher stand, sondern auch, weil TSV-Keeper Szabo kaum noch zu bezwingen. Was die Günzburger Möglichkeiten noch zusätzlich limitierte, war der Umstand, dass ihr starker Linkshänder im Rückraum, Pascal Buck, mit einer schweren Muskelverletzung ausgefallen war. So verteidigten die Lohrer ihren Vorsprung.

Feiern wird fast zur Gewohnheit

Und als Bohuslav Zeleny 32 Sekunden vor Schluss einen Siebenmeter zum 24:22 verwandelte, war die Partie endgültig zu Gunsten der Gastgeber entschieden, für die das Feiern mit den eigenen Fans nach dem Schlusspfiff dieser Tage schon fast zur Gewohnheit wird.

„Super Sieg, super Publikum“, stellte Keeper Szabo hernach fest. „Stark war auch, dass wir schlechte Phasen überstanden haben.“ So, wie es gestandene Bayernliga-Mannschaften eben tun.

U. Sommerkorn

Lohr: Szabo, S. Hartig (n. e.) – Zeleny (8/6), J. Scheiner (2), Ferenscik, F. Schmitt (3), Avar (3), Kralik, Gremzde (3), J. Schmitt (1), Rahtz (1), Horn (n. e.), Horky (3).

Günzburg: Bieber (1. – 16., 45. – 60.), Mendle (16. – 45.) – Knittl (5), Guckler, Jahn (3), Buck (3), Leix, J. Hermann, Groß (2), Jensen (3), Lehr (3/1), J. Hermann, Scholz (3).

Schiedsrichter: Flohr/Murrmann (Nürnberg).

Zeitstrafen: 2:7.

Siebenmeter: 7/6 – 2/1.

Zuschauer: 500.

Spielfilm: 5:1 (9.), 5:4 (11.), 8:9 (22.), 12:9 (28.), 14:11 (34.), 14:17 (42.), 17:17 (46.), 20:19 (50.), 22:20 (52.), 23:22 (56.), 24:22 (60.).

Quelle: http://www.mainpost.de/sport/mainspessart/Friedberg-Zeitstrafen-Lohrer-ueberstehen-auch-schlechte-Phasen;art798,9777079

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