Desolater Auftritt

06.02.17

Foto: Peter Kolb

Foto: Peter Kolb

HaSpo Bayreuth – TSV Lohr 35:19 (18:9)

Genau eine Woche lang währte beim TSV Lohr das Gefühl, die eigenen Abstiegssorgen etwas gelindert zu haben. Nach der deftigen Niederlage in Bayreuth ist das Team zurück auf dem Boden der Tatsachen, zumal Verfolger VfL Günzburg, den die Lohrer acht Tage zuvor noch klar bezwungen hatten, ihm durch den überraschenden Heimsieg gegen den Tabellenzweiten DJK Waldbüttelbrunn auf den Pelz gerückt ist. Nun könnte es wieder eng werden für den Aufsteiger aus Unterfranken.

Harsche Kritik vom Trainer

Lohrs Trainer Bernd Becker mochte in seinem Fazit das Spiel seines Teams auch nicht beschönigen: „Es war desaströs. Was wir geboten haben, hatte mit Bayernliga-Handball nichts zu tun.“ Gerade einmal knapp zehn Minuten lang hielten die Gäste das Spiel offen, dann zog Bayreuth, dem mit Marius Hümpfer und Philipp Schöttner seine etatmäßigen Halbspieler fehlten, Tor um Tor davon. Vor allem mit der extrem offensiven Deckung der Oberfranken kamen die Lohrer nicht zurecht. „Da war kaum Bewegung“, kritisierte Becker die mangelnde Laufbereitschaft seiner Angreifer.

So blieb der Gast vor allem aus der Rückraum nahezu wirkungslos, einzig der sechsfache Torschütze Bohuslav Zeleny sorgte aus der Aufbaureihe für Gefahr. Zudem parierte der starke HaSpo-Keeper Hannes Lenhard zahlreiche Lohrer Würfe. „Wir hatten in der ersten Hälfte 14 Fehlwürfe, dazu sechs weitere technische Fehler. So kannst du nicht gewinnen. Da kann es auch keine Entschuldigung sein, dass einige Leute in der Woche zuvor wegen Krankheit gefehlt haben“, machte der Lohrer Coach klar, dessen Team beim Wechsel schon aussichtslos mit 9:18 im Hintertreffen lag. In der zweiten Spielhälfte wurde es beim TSV nicht besser, die Niederlage fiel mit 19:35 sehr deftig aus.

Doch das war nicht der einzige Rückschlag für die Lohrer am Samstagabend: Parallel besiegte der direkte Verfolger VfL Günzburg, gegen den die Lohrer eine Woche zuvor noch mit 26:16 gewonnen hatten, den Tabellenzweiten Waldbüttelbrunn mit 24:23 und rückte auf einen Punkt an den TSV heran. Zwar ist Platz zwölf in der Bayernliga derzeit kein Abstiegsplatz, doch er könnte es werden. Sollte die zweite Mannschaft des HSC Coburg am kommenden Wochenende das Kellerduell in der Dritten Liga gegen die SG LVB Leipzig verlieren, stünde mit den Oberfranken ein bayerisches Team auf einem Abstiegsplatz. Sollte das auch am Saisonende so sein, hätte das zur Folge, dass auch der Bayernliga-Zwölfte absteigen muss. „Wir dürfen nicht zu sehr auf andere schauen, sondern müssen uns selber helfen“, kommentiert Lohrs Trainer Becker diese Rechenspiele. Dass sein Team das eigene Punktkonto schnell füllt, ist aber eher unwahrscheinlich, schließlich empfängt der TSV am kommenden Samstag, 11. Februar, den souveränen Spitzenreiter HC Erlangen II. Da würden die Lohrer wohl schon eine gute Leistung ihrerseits als Erfolg verbuchen.

U. Sommerkorn

Bayreuth: Lehnard, Brückner (1 Siebenmeter) – Schalk (2), Nicola (7), Hermannsdörfer (1), Tscheuschner (4), Baldauf (1), St. Berghammer (2), Rahn, Saborowski (7), Meyer-Siebert (9/7), Y. Berghammer (1), Göritz (1).

Lohr: Szabo (1. – 14., 45. – 60.), T. Scheiner (14. – 45.) – Zeleny (6), J. Scheiner (1), Seltsam (1), F. Schmitt (8/3), Avar, Kralik, Gremzde (1), J. Schmitt, Born, Rahtz (1), Zehnter (1).

Schiedsrichter: Balzer/Schreiner (Gefrees)

Zeitstrafe: 5:10

Rot: Rahtz (43., Lohr, 3. Zeitstrafe). Hermannsdörfer (53., 3. Zeitstrafe, Bayreuth)

Siebenmeter: 7/7 – 4/3

Zuschauer: 200

Quelle: Main-Post