Die Lohrer haben ein Endspiel

23.04.18

TSV Lohr – HaSpo Bayreuth 24:24 (10:10)

Als das letzte Lohrer Heimspiel der Saison schon eine halbe Stunde vorüber war, blickten viele der beim schon etwas lauwarmen Freibier in der Spessarttorhalle verbliebenen Zuschauer immer wieder auf ihre Smartphones. Auf der Homepage des Bayerischen Handballverbandes trudelten dort die Ergebnisse der Lohrer Konkurrenz ein. Und schließlich wurde klar: Das vorangegangene Unentschieden gegen Bayreuth war für den Klassenerhalt des TSV-Teams zu wenig gewesen. Für ihre Rettung müssten die Lohrer beim Saisonfinale am kommenden Samstag in Rothenburg zumindest noch einen Punkt holen. Bei einer Niederlage müssten sie indes auf für sie günstige Ergebnisse in der Dritten Liga hoffen.

TSV-Keeper Sven Hartig hatte dieses Szenario bereits unmittelbar nach dem Abpfiff geahnt: „Einen Ball zu wenig gehalten“, haderte er mit sich, ohne die gesamten Ergebnisse der Konkurrenz zu diesem Zeitpunkt gekannt zu haben. Doch seine Einschätzung sollte sich als richtig erweisen. Ein Lohrer Sieg – und das Saisonfinale in Rothenburg wäre zur Kaffeefahrt geworden. Nun wird das Duell mit dem Aufsteiger zum Endspiel um den Klassenerhalt.

Sven Hartigs Anmerkung, er habe einen Ball zu wenig gehalten, war freilich Klagen auf hohem Niveau. Denn dass es zur Halbzeit 10:10 stand, hatten die Lohrer in nicht unerheblichem Maße ihrem Torwart zu verdanken. Allein drei Siebenmeter hielt der 23-Jährige in der ersten Hälfte.Seine Vorderleute waren extrem nervös gestartet. Sage und schreibe zehn Minuten und 38 Sekunden dauerte es, bis sie überhaupt den ersten Ball auf das Bayreuther Tor brachten und Bohuslav Zeleny vom Siebenmeterstrich auf 1:3 verkürzte.

Für diese Aktion gab's hinterher eine Zeitstrafe, gegen die die Bayreuther leidenschaftlich protestierten: Gästespieler Yannik Meyer-Siebert stößt den Lohrer Jannik Schmitt von hinten beim Wurf. Rechts: Bayreuths Tim Herrmannsdörfer.

Foto: Yvonne Vogeltanz

Keine Geschenke

„Der Gegner hat uns heute definitiv nichts geschenkt“, betonte Lohrs Trainer Bernd Becker. Der Gast aus Oberfranken ging eine Woche nach der 18:29-Heimniederlage gegen die DJK Rimpar II sehr engagiert zu Werke und packte in der Abwehr herzhaft zu. Um sich darauf einzustellen, brauchten die Gastgeber eine ganze Weile. Doch als Bohuslav Zeleny nach knapp 34 Minuten die Gastgeber beim 13:12 erstmals in Führung warf, schien das Spiel in Richtung der Hausherren zu laufen. Zumal aufseiten der Gastgeber Jannik Schmitt zu großer Form auflief. Der bewegliche Rückraumspieler düpierte die Bayreuther Abwehr ein ums andere Mal und hatte maßgeblichen Anteil daran, dass Lohr sechs Minuten vor Schluss mit 23:19 vorne lag.

Doch in diesen sechs Minuten gab Bernd Beckers Team den Sieg, der den sicheren Klassenerhalt bedeutet hätte, aus der Hand. In diesen Schlussminuten spielten die Lohrer nach zwei Zeitstrafen gleich zweimal in Unterzahl. Dies nutzten die Gäste und nahmen am Ende einen Punkt mit. Der Bayreuther Ausgleich fiel dann in allerletzter Sekunde. Fabio Nicola verwandelte einen an Sebastian Schmidt verschuldeten Siebenmeter zum 24:24.

Als die Ergebnisse des vorletzten Bayernliga-Spieltags schließlich ausgewertet waren, war schließlich klar: Lohr kann im Abschlussklassement nicht mehr Drittletzter werden. Eine Niederlage in Rothenburg jedoch würde das Abrutschen auf den viertletzten Rang bedeuten. Dieser elfte Platz wäre dann ein Abstiegsplatz, würden zwei bayerische Vereine aus der Dritten Liga absteigen. Da jedoch die Runde in der Dritten Liga bis zum 5. Mai dauert, könnte es sein, dass es für die Lohrer auch nach dem Spiel in Rothenburg noch keine Klarheit gibt und sie über das Saisonende hinaus noch um den Erhalt der Liga bangen müssen.

U. Sommerkorn

Lohr: Szabo (1 Siebenmeter), Hartig – Zeleny 9/5, J. Scheiner (n. e.), Seltsam (n. e.), Ferencsik, Kralik, Gremzde 2, J. Schmitt 4, Born 1, Rahtz (n. e.), Horn 3, Horky 5.

Bayreuth: Naglik, Lenhard (2 Siebenmeter) – Schalk 3/1, Nicola 6/3, Bader, Herrmannsdörfer 4, Rahn 2, Schmidt 2, Klenk 1, Meyer-Siebert 2, Goeritz 4.

Schiedsrichter: Fass/Güßregen (Altenfurt).

Zeitstrafen: 4:5.

Siebenmeter: 5/5 – 7/4.

Zuschauer: 500.

Spielfilm: 0:3 (10.), 5:6 (19.), 7:10 (25.), 10:10 (30.), 13:12 (37.), 15:13 (40.), 19:19 (49.), 23:19 (54.), 23:23 (59.), 24:23 (59'16“), 24:24 (60'00“).

Quelle: https://www.mainpost.de/sport/mainspessart/Friedberg-Zeitstrafen-Handball-Verbaende-Die-Lohrer-haben-ein-Endspiel;art798,9942622#paywallanchor

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