Ein Frage der Moral

17.11.16

Foto: Ernst Mayer

Foto: Ernst Mayer

Über einen Monat ist es schon her, dass Handball-Bayernligist TSV Lohr (10./5:9) seinen letzten Punktspielsieg gefeiert hat. Nach dem 34:26 am 15. Oktober über den TSV Niederraunau folgten dann drei Niederlagen in Serie. Und auch in den nächsten Spielen können die Lohrer Punktgewinne nicht unbedingt voraussetzen. Nach der Partie an diesem Samstag beim TSV Haunstetten (Anwurf 20 Uhr, Loderer-Halle) folgen das Heimspiel gegen den Tabellendritten DJK Waldbüttelbrunn (26. November) und die Partie beim TV Erlangen-Bruck (3. Dezember).

„Wir haben uns am Montag zusammengesetzt und über unsere Situation gesprochen. Es war keine Krisensitzung. Wir haben uns darüber ausgetauscht, wie wir damit umgehen“, erklärt Lohrs Trainer Bernd Becker. Schließlich sei alles nicht unvorbereitet gekommen, nachdem mit Janis Gremzde, Lukas Horky und Benjamin Horn drei Stammspieler langzeitverletzt sind. Und ohne das Trio fehlt den Lohrern gegen stärkere Gegner mitunter die Qualität.

„Wichtig ist, dass du in solch einer Lage die Moral behältst“, betont Becker. Deshalb stehen im Training mitunter auch Einheiten an, die dazu angetan sind, das Miteinander zu stärken. So ging's in der vergangenen Woche einmal nach Marktheidenfeld zum Schwimmen ins „Wonnemar“.

Anders als beim Gast war beim TSV Haunstetten (11./4:10) zuletzt ein tabellarischer Aufwärtstrend erkennbar. Nach einer knappen 26:28-Niederlage im Derby gegen den Tabellenzweiten TSV Friedberg folgte ein 28:24-Erfolg im schwäbischen Duell in Günzburg. „Eigentlich besitzt Haunstetten eine solide Bayernliga-Mannschaft“, so Becker. Dass es zu Saisonbeginn dennoch nicht lief bei den Schwaben, lag vor allem daran, dass mit Alexander Horner und Stefan Tischinger die beiden besten Rückraumspieler verletzt fehlten. Das Duo ist mittlerweile zurückgekehrt – und schon läuft's gleich wieder besser beim TSV Haunstetten.

Mit breitem Kader

Ferner weist Bernd Becker auf die enorm aggressive 3:2:1-Deckung der Hausherren hin. „Wichtig ist, dass wir konsequent in Eins-gegen-eins-Situation gehen“, betont Becker. Außerdem sollten sich seine Handballer nicht vom körperlich robusten Spiel des Gegners beeindrucken lassen. Der Lohrer Coach will mit einem 14-Mann-Kader in den Augsburger Stadtteil reisen. Vor allem, um seinen Akteuren gegen das körperbetonte Spiel der Gastgeber genügend Pausen zu verschaffen, sei ein breites Aufgebot wichtig.

Verzichten muss der Coach auf Marius Rahtz, der aus Studiengründen verhindert ist. Dafür kommt mit David Imhof ein Kreisläufer aus der zweiten Mannschaft zum Zug, der vergangene Saison noch für die erste Garnitur gespielt hat. Außerdem rückt mit Markus Seltsam ein Rückraumspieler aus der Reserve nach. Dazu sind mit Jonas Scheiner, Nigg Hartig und Lorenz Schmitt drei Akteure dabei, die zu Saisonbeginn noch für die zweite Mannschaft spielten und bereits zuvor wegen der Verletzungen diverser Akteure nachgerückt sind. Bei Lorenz Schmitt spricht viel dafür, dass er seine jüngste Erkrankung überwunden hat.

U. Sommerkorn

Quelle: Main-Post