Ein Punkt zum Geburtstag des Trainers

25.03.18

TSV Lohr – DJK Rimpar II 27:27 (12:14)

Am Ende hielt sich die Feststimmung bei Bernd Becker in Grenzen. „Es ist halt ein Punkt“, resümierte der Trainer des TSV Lohr nach dem Unentschieden gegen die Rimparer Zweitliga-Reserve, der sich am Abend seines 49. Geburtstags natürlich einen Sieg gewünscht hatte. Doch sein Team spielte im vierten Heimspiel in Folge unentschieden und ist mit dem Resultat dem Klassenerhalt nicht entscheidend nähergekommen. Es hätte aber auch noch schlimmer kommen können für die Gastgeber, denn erst in der Schlusssekunde glich ihr Rückraumspieler Bohuslav Zeleny mit einem verwandelten Siebenmeterstrafwurf zum 27:27 aus.

Irgendwie sah das Geburtstagskind auf der Lohrer Bank nach den 60 Minuten in der Spessarttorhalle aus wie ein Möbelpacker, der gerade bei 35 Grad Außentemperatur einen schweren Eichenschrank in den siebten Stock eines Wohnhauses gewuchtet hatte. Möglicherweise hatte ja schon die Anfangsphase ihre Spuren hinterlassen, in der die Lohrer hinten engagiert verteidigten und vorne konsequent in die Lücken gingen. Nur eines klappte so gar nicht – nämlich das Siebenmeterwerfen. In den ersten 15 Minuten scheiterten die Gastgeber sage und schreibe viermal vom Strich am Rimparer Torhüter Markus Leikauf, was zur Folge hatte, dass sie bis weit in die zweite Hälfte einem Rückstand hinterliefen.

Nicht vollends zufrieden: Lohrs Trainer Bernd Becker.

Foto: Yvonne Vogeltanz

Starke zweite Hälfte

Trotzdem verloren die Lohrer nicht den Mut, kämpften und gingen im zweiten Spielabschnitt dann gar in Führung. Viereinhalb Minuten vor Schluss führten sie mit 26:24. „In der zweiten Hälfte haben wir zeitweise richtig gut gespielt“, betonte der Lohrer Coach.

Doch dann stand sein Team plötzlich nur noch mit vier Feldspielern auf dem Parkett. Janis Gremzde hatte sich die dritte Zeitstrafe und damit Rot eingehandelt, Sekunden später musste Zoltan Ferenscik für die zwei Minuten auf die Strafbank. „Wir haben uns einfach zu viele Strafen eingehandelt“, kommentierte TSV-Rückraumspieler Jannik Schmitt die zahlreichen Hinausstellungen (2 Rote Karten, 8 Zeitstrafen) für sein Team. Schmitt war gefährlichster Rückraumakteur der Hausherren gewesen, mit dessen Beweglichkeit die Rimparer nicht klar kamen. Doch in den Schlussminuten schien sein Team das Spiel aus der Hand zu geben. Und als Rimpars Andreas Paul elf Sekunden vor der Schlusssirene die Gäste 27:26 in Führung brachte, war die Zweitliga-Reserve einem Sieg nahe.

Turbulente Schlusssekunden

Doch es dauerte fast zwei Minuten, bis diese elf Sekunden Spielzeit dann auch wirklich vorüber waren. Beim letzten Lohrer Angriff ging Bohuslav Zeleny zu Boden, die Schiedsrichter schickten Rimpars Philipp Meyer wegen eines unsportlichen Fouls mit Rot vom Feld und verhängten Siebenmeter, den Zeleny selbst zum 27:27-Endstand verwandelte. Die Entscheidung der Referees erzürnte Rimpars Trainer Janko Skrbic. „Philipp hat den Spieler nicht mal berührt. Aber es reicht wohl schon, laut zu schreien. Es war ein anderer Spieler, der Kontakt mit ihm hatte“, so der DJK-Coach, der sein Team während der gesamten zweiten Hälfte von den Unparteiischen benachteiligt sah. Eine Auffassung, die Lohrs Trainer Becker, der übrigens aus Rimpar stammt, nicht teilte: „Die haben keine benachteiligt.“ Außerdem sei Bohuslav Zeleny in der hinterher so viel diskutierten Situation im Gesicht getroffen worden, nach die nachfolgenden Entscheidungen rechtfertige. Und nebenbei trug diese Entscheidung dazu bei, dass er seinen 49. Geburtstag nicht in allzu schlechter Erinnerung behalten dürfte.

U. Sommerkorn

Lohr: Hartig (1. – 20.), Szabo (20. – 40) – Zeleny 5/2, F. Schmitt 3/2, Ferencsik 1, Kralik, Gremzde 1, Born 1, Rahtz (n. e.), Horn 3, J. Schmitt 7, Horky 6.

Rimpar: Leikauf (1. – 47., 52. – 60.), Rose (47. – 52.) – Krämer, Karle 3, Fischer (n. e.), Nass 2, Hofmann, Keidel 1, Meyer 9/3, Noack, Gräsl 2, Rösner 6, Paul 4, Mohr.

Schiedsrichter: Müller/Grimm (Cadolzburg).

Zeitstrafen: 8:5.

Rot: F. Schmitt (43., 3. Zeitstrafe), Gremzde (56., 3. Zeitstrafe, beide Lohr), Meyer (60., Foulspiel, Rimpar).

Siebenmeter: 9/5 – 3/3.

Zuschauer: 500.

Spielfilm: 3:3 (10.), 4:6 (17.), 6:10 (21.), 12:13 (30.), 13:16 (35.), 17:18 (43.), 20:20 (47.), 26:24 (56.), 26:27 (59'49“), 27:27 (60.).

Quelle: https://www.mainpost.de/sport/mainspessart/Trainer-und-Trainerinnen-Zeitstrafen-Geburtstage-Ein-Punkt-zum-Geburtstag-des-Trainers;art798,9920199#paywallanchor

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