Es fehlen die Mittel

24.10.16

Bob Zeleny

Bob Zeleny

Foto: Röder

TSV Lohr – DJK Rimpar II 24:25 (9:13)

Das Endergebnis von 24:25 deutete bei der Derby-Niederlage des TSV Lohr gegen die Zweitliga-Reserve aus Rimpar auf ein knappes Spiel hin, doch ein solches war die Partie in der Spessarttorhalle keineswegs gewesen. Auch Lohrs Trainer Bernd Becker räumte unumwunden ein, dass das Resultat seinem Team geschmeichelt habe: „Das Ergebnis ist weitaus freundlicher, als es das Spiel für uns gewesen war.“

Besonders die ersten 20 Minuten der Partie hatten für ziemlich ratlose Gesichter auf Seiten der Einheimischen gesorgt gegen einen Kontrahenten, den Bernd Becker „gut vorbereitet“ gesehen hatte. „Rimpar hat uns aufgezeigt, wo unsere überschaubaren spielerischen Mittel nicht mehr reichen“, fasste der TSV-Coach zusammen. Denn seine jungen Spieler taten sich ungemein schwer gegen die kompakte 6:0-Deckung der DJK, die kaum Lücken zum Durchbruch ließ.

So musste der wurfstarke Bohuslay Zeleny nach den Ausfällen von Lukas Horky und Janis Gremzde quasi den Alleinunterhalter im Rückraum der Einheimischen geben. „Das war schwer“, gab der 29-jährige Tscheche zu, der aber nicht über die personelle Lage seines Teams lamentieren mochte: „Jeder muss tun, was er kann. Wir müssen als Mannschaft stark sein“, so der neunfache Torschütze. Immerhin – sein Team kämpfte zu jeder Phase des Spiels um das bestmögliche Ergebnis. Nicht zuletzt nach einem anfänglichen 2:9-Rückstand und als Rimpar in der zweiten Hälfte schon mit sechs Toren Differenz vorne lag.

Schludrige Gäste

Freilich profitierten die Gastgeber gerade in der zweiten Hälfte von einer gewissen Rimparer Schludrikeit. „Eigentlich müssen wir das Spiel mit zehn Toren Unterschied gewinnen“, erklärte Gästetrainer Jens Ullmann, dem drei vergebene Siebenmeter seines Teams sowie eine Reihe von technischen Fehlern in der zweiten Hälfte die Freude über den Sieg etwas trübten.

In echte Verlegenheit gerieten die Gäste aber trotzdem zu keiner Phase, obwohl sie in den Schlussminuten dem Minimalismus etwas zu sehr huldigten und den TSV Schritt um Schritt herankommen ließen. Neun Sekunden vor Schluss verkürzte Lohrs Rechtsaußen Ferdinand Schmitt durch einen an Andreas Avar verschuldeten Siebenmeter zum 24:25. Doch bevor der Gast das daraus resultierende Anspiel ausführen konnte, war die Zeit auch schon abgelaufen.

Vorwürfe wollte Lohrs Trainer aber keine an seine Spieler richten. Engagement sei zu jeder Zeit der Partie vorhanden gewesen. Doch könnten schwierige Woche auf die Lohrer zukommen. Zunächst folgen drei Auswärtsspiele, dann steht in heimischer Halle das Derby gegen die DJK Waldbüttelbrunn an. Möglich, dass für das Lohrer Punktekonto erst einmal magere Zeiten bevorstehen, in denen es umso wichtiger werden könnte, Moral zu zeigen. So wie gegen Rimpar nach den deutlichen Rückständen.

U. Sommerkorn

Lohr: Szabo (1. – 13., 30. –34.), T. Scheiner (13. – 30., 34. – 60) – Zeleny (9), J. Scheiner, Baudisch (n. e.), F. Schmitt (6/5), Ferencsik (1), Avar (2), Kralik, J. Schmitt (4), Born (1), Rahtz (1), L. Schmitt, Hartig (n. e.).

Rimpar: Leikauf, Rose (1 Siebenmeter) – Laumer (1), Hofmann, Keidel (3), Grammel, Schneider, Schellmann, B. Gräsl (3), Meyer (4), N. Gräsl (4), Rösner (1), Paul (5), Renz (4/1).

Schiedsrichter: Langner/Liebsch (Hammelburg).

Zeitstrafen: 5:6.

Siebenmeter: 5/5 – 4/1.

Zuschauer: 500.

Spielfilm: 0:3 (5.) 2:9 (17.), 4:11 (21.), 7:12 (26.), 9:13 (30.), 12:17 (38.), 14:17 (41.), 16:22 (48.), 20:23 (56.), 22:24 (59.), 24:25 (59“51).

Quelle: Main-Post