Es hat wieder nicht gereicht

21.11.16

Lorenz Schmitt

Lorenz Schmitt

Foto: Fred Schöllhorn

TSV Haunstetten – TSV Lohr 32:26 (17:12)

Es war für die Lohrer Handballer keineswegs ein vergnüglicher Ausflug in den Augsburger Stadtteil. Am Ende stand die vierte Punktspiel-Niederlage in Folge. „Wir haben genau das gemacht, was wir eigentlich vermeiden wollten“, erklärte Lohrs Trainer Bernd Becker und sprach damit den Umstand an, dass seine Spieler gleich in der Anfangsphase mehrere Ballverluste produzierten. Dreimal fing der lange Stefan Tischinger auf der vorgezogenen Haunstettener Abwehrposition den Gästen das Spielgerät weg.

Vor allem in der ersten Hälfte kamen die Lohrer nicht zurecht und mussten auch noch den Verlust ihres Abwehrchefs verkraften. Milan Kralik griff bei einem Gegenstoß des Haunstetteners Sebastian Smotzek zu unlauteren Mitteln, für dieses Foul sah der 39-jährige Lohrer Rot. „Die Schiedsrichter hätten es auch bei einer Zwei-Minuten-Strafe belassen können“, betonte Bernd Becker. Doch diese Einschätzung teilten die Referees aus dem Allgäu nicht, Beckers Spieler mussten fortan ohne den Routinier zurechtkommen.

Nach einem 12:17-Pausenrückstand stellte der Lohrer Coach um und verordnete dem Spielmacher der Einheimischen, Alexander Horner, eine kurze Deckung. Eine Maßnahme, die zumindest eine Zeit lang Wirkung zeigte. Lohr mit einem starken Tamas Szabo zwischen den Pfosten kam heran, obwohl auch noch Rechtsaußen Ferdinand Schmitt mit einer Knieverletzung das Feld verlassen musste. Bis auf 20:21 verkürzte der Gast und hatte sogar zweimal Möglichkeiten zum Ausgleich, die die Lohrer allerdings nicht nutzten. Stattdessen zog der TSV Haunstetten wieder das Tempo an und auf 27:21 vornentscheidend weg. „Es ist in unserer gegenwärtigen Situation eben schwer. Wir treiben einen enormen Aufwand, um wieder ranzukommen. Doch am Ende fehlt dann immer ein bisschen“, kommentierte der Lohrer Coach die zweite Hälfte.

Realismus als Gebot der Stunde

Auf sein Team kommen nun schwierige Zeiten zu, zumal sich die Lage durch den Punktabzug für den TV Erlangen-Bruck (lesen Sie den nebenstehenden Artikel) nicht gebessert hat. „Die Negativserie kommt für uns nicht überraschend. Wir sehen unsere Lage realistisch“, sagt der Lohrer Coach und verweist auf das langfristige Fehlen der Leistungsträger Lukas Horky, Benjamin Horn und Janis Gremzde. In diesem Jahr stehen für das Lohrer Team noch drei Spiele an: Am Samstag, 26. November, empfängt der TSV die DJK Waldbüttelbrunn zum Derby, dann folgen Spiele bei Erlangen-Bruck und zu Hause gegen Sulzbach-Rosenberg. Ob die Lohrer Punkteausbeute da üppig ausfallen wird, ist offen. Doch Becker sieht „Licht am Ende des Tunnels“, wenn er ans neue Jahr denkt. Da wird dann Rückkehrer Fabian Zehnter wieder für den TSV spielen. Und möglicherweise auch Janis Gremzde, der nach seiner langwierigen Leistenverletzung wieder ins Aufbautraining eingestiegen ist.

U. Sommerkorn

Haunstetten: Fischer, Rothfischer (1) – Manz (3), Hütten, Schaudt (1), Müller, M. Horner (4), Schnitzlein (4), Smotzek (6/1), Tischinger, Elsinger (2), Jankrift, Wiesner (1), A. Horner (10).

Lohr: Szabo, T. Scheiner – Zeleny (6), J. Scheiner, Seltsam (3), F. Schmitt (4/2), Avar (5), Kralik, J. Schmitt (2), Born (2), Ferencsik (3), L. Schmitt (1), Imhof, Hartig.

Schiedsrichter: Besler/Böhme (Waltenhofen).

Zeitstrafen: 4:3.

Rot: Kralik (18., Foulspiel, Lohr).

Zuschauer: 150.

Spielfilm: 4:0 (7.), 5:3 (10.), 7:3 (14.), 11:6 (22.), 14:8 (25.), 17:11 (30.), 19:17 (37.), 21:20 (44.), 23:21 (47.), 27:21 (50.), 27:24 (54.), 30:25 (58.).

Quelle: Main-Post