Für die anfängliche Nachlässigkeit gebüßt

05.11.17

Jannik Schmitt

Jannik Schmitt

Foto: Vogeltanz

TSV Lohr – TSV Haunstetten 24:24 (11:15)

Zum ganz großen Happy End hat's für den TSV Lohr diesmal nicht gereicht, gegen den TSV Haunstetten musste sich das Team mit einem Unentschieden bescheiden, nachdem Jannik Schmitt 26 Sekunden vor Schluss einen Siebenmeter zum 24:24-Endstand für die Gastgeber verwandelt hatte. „Wir waren das ganze Spiel kein einziges Mal in Führung gelegen. Deshalb müssen wir mit dem Unentschieden zufrieden sein“, stellte Lohrs Trainer Bernd Becker fest.

Irgendwie schien es Lohrs Kapitän Marius Rahtz schon vor dem Anpfiff geahnt zu haben, dass an diesem Samstagabend nicht alles rund laufen sollte für seine Mannschaft. „Auf geht's“, rief er seinen Mitspielern zu, von denen so mancher beim Warmmachen nicht eben den entschlossensten Eindruck gemacht hatte. „Wir sind eine Mannschaft, die nur dann erfolgreich sein kann, wenn sie absolut diszipliniert spielt und kämpferisch alles gibt“, machte Rahtz klar. Beides war gerade im ersten Spielabschnitt jedoch auf Lohrer Seite nicht immer auszumachen. Und Trainer Becker, dessen Team mit einer Bilanz von 9:1-Punkten aus den letzten fünf Spielen in die Partie gegangen war, bemerkte: „Gerade wenn es gut läuft, besteht natürlich die Gefahr, dass man ein paar Prozent weiniger gibt. Das sind aber Prozesse, die oft eher unbewusst ablaufen.“

Die Gäste aus Haunstetten waren vor der Pause das Team, das auf dem Parkett den Ton abgab. Mit einer aggressiven 3:2:1-Deckung, die mitunter im Grenzbereich der Legalität operierte, unterbanden sie den Lohrer Spielfluss erfolgreich. Und vorne heizten sie den Gastgebern mit schnellem Passspiel mächtig ein, speziell die Brüder Alexander und Max Horner zeigten ihre Qualität, durften aber ihre Angriffe oft auch ohne Körperkontakt zum Abschluss bringen.

Rot für Ferdinand Schmitt

Auffälligster Lohrer Spieler war in dieser Phase noch Ferdinand Schmitt, der seine Schnelligkeit die Waageschale warf und insgesamt fünf Tore erzielte. Doch mit dem Pausenpfiff schickte das Schiedsrichtergespann Markus Spegele und Daniel Weineck den Lohrer Rechtsaußen berechtigtermaßen mit der Roten Karte vom Feld. Schmitt hatte den Haunstettener Michael Schnitzlein im Gesicht getroffen, als der Spielmacher der Gäste mit der letzten Aktion des ersten Spielabschnitts per Schlagwurf den Treffer zum 11:15 erzielt hatte.

Was man den Lohrern nach der Pause dann nicht absprechen konnte, war der Wille, die Partie zu drehen, auch wenn sich das Team weiter zahlreiche Fehlwürfe leistete, darunter drei vergebene Siebenmeter. Jedoch störten sie erfolgreich das Haunstettener Spiel durch eine Manndeckung gegen Spielmacher Alexander Horner, was dazu führte, dass den Angriffsaktionen der Gäste mit fortschreitender Spieldauer ihre Struktur verloren ging. Vorne übernahmen nun auf Seiten der Gastgeber vor allem Rückraumakteure die Verantwortung, die sich gegen die aggressive Gästedeckung mit starken Eins-gegen-eins-Aktionen behaupten konnten – namentlich Janis Gremzde und Jannik Schmitt. „Das ist mein Spiel“, betonte Schmitt. „Allerdings war es zum Teil auch ziemlich schmerzhaft.“

So holten die Gastgeber im zweiten Abschnitt langsam auf, schafften den Ausgleich und durch Bohuslav Zeleny den vermeintlichen 23:22-Führungstreffer. Doch das oberbayerische Schiedsrichtergespann, dem der Mut zu unpopulären Entscheidungen nicht abzusprechen war, versagte dem Treffer die Anerkennung und entschied stattdessen auf Siebenmeter für Haunstetten – wegen eines Fouls beim vorangegangenen Angriff. Dass der eingewechselte Lohrer Keeper Sven Hartig den Strafwurf von Markus Schaudt hielt, passte ins Bild der hektischen Schlussminuten. Schließlich traf Jannik Schmitt 26 Sekunden vor dem Ende per Siebenmeter zum 24:24. Ein Resultat, welches Bestand haben sollte, weil Janis Gremzde den letzten direkt abgegebenen Haunstettener Freiwurf von Alexander Horner abblockte. So reichte es für die Lohrer zu einem Punkt, aber nicht zu zwei Zählern, was vor allem den Nachlässigkeiten in der ersten Hälfte zuzuschreiben war.

U. Sommerkorn

Lohr: Szabo, Hartig (1 Siebenmeter) – Zeleny (5/1), J. Scheiner, F. Schmitt (5), Ferencsik (1), Avar (1), Kralik, Gremzde (5), J. Schmitt (5/1), Rahtz (1), Horn (1), Zehnter (n. e.), Horky.

Haunstetten: Fischer (1. – 30.), Rothfischer (31. – 60.), Schaudt (5/2), M. Horner (7), Schnitzlein (2), Smotzek, F. Link, D. Link, Albrecht (1), Singer (1), Wiesner (2), A. Horner (6).

Schiedsrichter: Spegele/Weineck (Unterpfaffenhofen/Germering).

Zeitstrafen: 3:5.

Rot: F. Schmitt (30., Lohr, Foulspiel).

Siebenmeter: 5/2 – 3/2.

Zuschauer: 400.

Spielfilm: 4:4 (9.), 4:9 (16.), 7:9 (21.), 11:11 (26.), 11:16 (32.), 16:18 (41.), 19:20 (47.), 22:22 (54.), 23:24 (59.).

Quelle: http://www.mainpost.de/sport/mainspessart/Friedberg-Rot-Lohrer-buessen-fuer-anfaengliche-Nachlaessigkeit;art798,9787944

© Main-Post 2017