Gegen die Negativserie ankämpfen

07.04.17

Andi Avar beim letztem Sieg gegen Wabü am 17.11.2012

Andi Avar beim letztem Sieg gegen Wabü am 17.11.2012

Foto: Röder

Es war ein sonniger Herbstag, der Samstag, 17. November, im Jahr 2012. Der Tag, an dem die Handballer des TSV Lohr (11./15:27) zum bislang letzten Mal ein Punktspiel gegen ihren unterfränkischen Rivalen DJK Waldbüttelbrunn (4./27:13) gewannen. 30:26 siegten die Lohrer – damals ein Bayernliga-Titelkandidat – in der heimischen Spessarttorhalle, überragender Spieler vor 800 Zuschauern auf Seiten der Hausherren war der elffache Torschütze Yannick Bardina. Trainer beim TSV war der kürzlich verstorbene Frantisek Fabian.

Seitdem hat sich einiges geändert, auch wenn vom damals siegreichen Team mit Bohuslav Zeleny, Andreas Avar, Milan Kralik, Marius Rahtz und dem derzeit verletzten Benjamin Horn immerhin noch fünf Spieler beim TSV sind. Doch von Meisterschafsambitionen ist auf Lohrer Seite heute keine Rede mehr.

Immerhin ist das Team nach einem zwischenzeitlichen Abstieg in die Landesliga ins bayerische Oberhaus zurückgekehrt. Nun wollen die Lohrer, wenn sie am Samstag um 19.30 Uhr in der Waldbüttelbrunner Ballsporthalle zu Gast sind, eine Negativserie beenden. Sechs Punktspiele in Folge haben sie nämlich gegen die DJK verloren, bei den letzten drei Vergleichen erzielten sie jeweils nicht einmal 20 Tore. „Leistungsmäßig ist Waldbüttelbrunn sicher stärker als wir. Aber wir werden alles dafür tun, etwas mitzunehmen“, betont Lohrs Trainer Becker.

In der Saison 2009/10 war der Höchberger selbst Trainer in Waldbüttelbrunn gewesen. Am Ende der Runde stieg er mit der Mannschaft aus der Bayernliga ab, danach erfolgte die Trennung. „Rückblickend war es so, dass es einfach nicht gepasst hat zwischen uns. Aber es ist jetzt nicht so, dass jetzt irgendwie eine Abneigung da ist“, so der Lohrer Trainer. Gleichwohl hat Becker in Waldbüttelbrunn Spuren hinterlassen: Er ließ die damals 17-Jährigen Julian Stumpf und Lukas Lutz in der ersten Mannschaft spielen, heute sind die beiden Linkshänder Leistungsträger beim Tabellenvierten. „Manchmal braucht eine Entwicklung eben Zeit. Aber das ist bei uns ja nicht anders“, sagt Becker und spielt darauf an, dass auch in seinem gegenwärtigen Team einige junge Akteure stehen, die noch Steigerungspotenzial besitzen.

Beim Derby am Samstag sieht Becker sein Team nicht als chancenlos: „Die Waldbüttelbrunner haben zuletzt sehr wechselhaft gespielt. Für die ist die Saison eigentlich gelaufen.“ Schließlich besitze die DJK keine Meisterschaftschancen mehr, zudem ist das Team auch im deutschen Amateurpokal-Halbfinale ausgeschieden. „Wir dagegen brauchen noch Punkte“, macht Becker darauf aufmerksam, dass sein Team den Klassenerhalt noch nicht ganz sicher hat.

Auf Seiten der Gäste wird die selbe Besetzung auflaufen, die sich am vergangenen Wochenende dem TSV Haunstetten mit 24:28 geschlagen geben musste. Auf Waldbüttelbrunner Seite fehlen die Langzeitverletzten Lucas Meyer und Christian Beißner, der nach seinem Kreuzbandriss am Knie operiert worden ist. Hinter dem Einsatz von Lukas Lutz (Knieprellung) steht noch ein Fragezeichen.

„Trotzdem ist Waldbüttelbrunn breiter besetzt als wir“, stellt Becker klar. Wohl wissend, dass die Beendigung der Lohrer Negativserie ein hartes Stück Arbeit werden dürfte.

U. Sommerkorn

Quelle: Main-Post