Gerade noch einen Punkt gerettet

Foto: Vogeltanz

TSV Lohr – TSV Ottobeuren 22:22 (14:7)

Irgendwie fühlte sich das Unentschieden gegen den TSV Ottobeuren für die Lohrer am Ende wie eine Niederlage an. Die Gastgeber hatten den Aufsteiger aus dem Unterallgäu lange Zeit im Griff gehabt, doch in den letzten zehn Minuten einen komfortablem Vorsprung verspielt. „Ein verlorener Punkt“, stellte Lohrs Trainer Bernd Becker fest. Dabei hätte es am Ende noch schlimmer kommen können für den Einheimischen. Denn Ottobeuren hatte in der Schlussminute beim Stand von 22:22 den letzten Angriff und damit die Chance zum Siegtreffer. Doch die Gäste wählten den Weg des geringen Risikos und spielten die Uhr herunter, um einen Ballverlust zu vermeiden, anstatt mit einem konsequenten Abschluss die Chance zum Sieg zu suchen. Ganz nach dem Motto: Ein Punkt ist besser als keiner.

Anfängliche Überlegenheit

Dass das Spiel auf diese Weise enden würde, hatte nach der ersten Hälfte kaum einer der 450 Zuschauer geglaubt. Da kontrollierte der Gastgeber das Spiel. Gegen die solide Lohrer 6:0-Deckung mit einem starken Keeper Tamas Szabo im Rücken kam der als Tabellenletzter angereiste Aufsteiger kaum einmal zum Zug. Nach einer Viertelstunde nahm Ottobeuren dann im Angriff den Torhüter vom Feld und brachte einen siebten Feldspieler, was in dieser Phase nur selten erfolgreich war. Immer wieder bemächtigte sich die Lohrer Abwehr des Balles. Zweimal gar konnte sich Keeper Szabo in die Torschützenliste eintragen, als er das Spielgerät ins verwaiste Gästetor warf, ein dritter Versuch des Ungarn klatschte an den Pfosten des gegnerischen Kastens.

Stand Ottobeurens defensive 6:0-Deckung einmal, waren die Hausherren am effektivsten, wenn sie druckvoll über den Rückraum abschlossen. Vor allem der dynamische Bohuslav Zeleny kam immer wieder zum Torerfolg. So stand's zur Pause 14:7, Lohr schien alles fest im Griff zu haben.

„Die Aufgabe war, weiter mit Druck übers Zentrum zu kommen“, erklärte Trainer Becker. Doch seine Spieler erfüllten die gestellte Aufgabe nicht. Ein ums andere Mal ließen sie sich im schlechte Wurfpositionen von den Außenpositionen bringen und schlossen wegen drohendem Zeitspiels über den Rückraum mit Notwürfen ab. „Die Konzentration war nicht mehr da. Und wir haben auch nicht mehr mit Druck gespielt“, gab Lohrs Rückraumspieler Janis Gremzde zu. Die Folge war, dass sein Team in der Offensive kaum noch erfolgreich war. „Das war Standhandball“, betonte der Lohrer Trainer. Hinten kamen seine Spieler mit dem weiter praktizierten Überzahlspiel des Gegners zunehmend schlechter zurecht. Der Gast spielte zwar nicht spektakulär, aber mit kühlem Kopf, und holte so Tor um Tor auf. Am Ende hatte Ottobeuren im zweiten Spielabschnitt 15 Treffer erzielt, nachdem dem Gast vor der Pause kaum etwas gelungen war.

„Grauenvolle“ zweite Hälfte

Trotzdem sah es in der 51. Minute beim Stand von 20:16 so aus, als solle Lohr den Vorsprung irgendwie ins Ziel retten. Doch dann trafen die Gastgeber sieben Minuten lang überhaupt nicht mehr. Und Ottobeuren kam angeführt von seiner starken Neuverpflichtung Dusko Trifunovic immer näher. Schließlich gelang dem Gast der Ausgleich und knapp drei Minuten vor Schluss durch Christian Schaupp gar die 21:20-Führung. Zwar reichte das nach Lukas Horkys Ausgleichstor zum 22:22 nicht zum Sieg für Ottobeuren, doch war der Aufsteiger am Ende mit dem Spielausgang recht zufrieden. Anders die Lohrer, die mit dem Unentschieden eine Vorentscheidung in Sachen Klassenerhalt verpasst hatten. Ihr Trainer fasste enttäuscht zusammen: „Am Ende müssen wir froh sein, dass wir noch einen Punkt behalten haben. Die zweite Hälfte war grauenvoll.“

U. Sommerkorn

Lohr: Szabo 2, Hartig (n. e.) – Zeleny 7/1, J. Scheiner (n. e.), F. Schmitt 1, Ferencsik 2, Kralik, Gremzde 4, J. Schmitt 1, Born (n. e.), Horn 2, Röder, Horky 4.

Ottobeuren: Meyer (1. – 17., 49. – 60.), Zubac (17. – 49.) – Berkessel, Kofler 4. Nägele, Trifunovic 5, Matijevic, Szouszki 3, Dündar 1, Tomic 4, Höbel 3, Schaupp 2.

Schiedsrichter: Schweizer/Vornehm (Friedberg/Haunstetten).

Zeitstrafen: 1:1.

Siebenmeter: 1/1 – 1/0.

Zuschauer: 450.

Spielfilm: 3:3 (7.), 6:3 (14.), 12:5 (22.), 15:8 (34.), 17:10 (38.), 17:13 (41.), 20:16 (51.), 20:21 (58.), 21:22 (59.), 22:22 (59.).

Quelle: http://www.mainpost.de/sport/mainspessart/Friedberg-Niederlagen-und-Schlappen-Trainer-und-Trainerinnen-Lohr-rettet-gerade-noch-einen-Punkt;art798,9873841

© Main-Post 2018

Cookies ermöglichen eine bestmögliche Bereitstellung unserer Dienste. Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen zu Cookies erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.