Großen Willen gezeigt

20.03.17

Andi Avar

Andi Avar

Foto: Foto2press/Frank Scheuring

DJK Rimpar II – TSV Lohr 21:23 (12:15)

Der TSV Lohr hat am Sonntagnachmittag im vierten Anlauf erstmals das Bayernliga-Derby gegen die Rimparer Reserve für sich entschieden und damit bereits den dritten Sieg in Serie gelandet. So war es TSV-Trainer Bernd Becker diesmal auch herzlich egal, dass seine Mannen im Duell mit den Grün-Weißen erneut keine 25 Tore zustande gebracht hatten: „Der Schlüssel zum Erfolg war unsere Deckung mit einem stark haltenden Tamas Szabo zwischen den Pfosten. Nach einer kurzen Findungsphase zu Beginn hat die Abwehr das gesamte Spiel über hervorragend gearbeitet.“

In der Anfangsphase waren auf beiden Seiten noch recht viele Treffer gefallen, wobei sich keine der Mannschaften absetzen konnte. So stand es nach einer Viertelstunde 8:7 für die Lohrer. Bis zum 10:10 in der 24. Minute blieb es ein völlig offenes Duell, bei dem die Defensivreihen zunehmend dichter standen. Dann zogen die Lohrer davon. Jannik Schmitt machte in dieser Phase drei seiner vier Treffer und trug somit entscheidend dazu bei, dass die Gäste mit einer 15:12-Führung in die Kabine gingen. Diesen Vorsprung konnte der willensstarke TSV bis Mitte der zweiten Hälfte auf fünf Tore ausbauen. „Wir haben im Angriff von allen möglichen Positionen immer wieder Nadelstiche gesetzt“, freute sich Becker. Am häufigsten hatte einmal mehr Bohuslav Zeleny getroffen.

Zahlreiche Unterzahl-Situationen

Dass es trotzdem nochmals eng wurde, lag daran, dass die ersatzgeschwächten Lohrer ihrem hohen Tempo zunehmend Tribut zollen mussten. Auch DJK-Schlussmann Markus Leikauf steigerte sich umso mehr, je länger das Match andauerte. Hinzu kam eine Disqualifikation gegen Ferdinand Schmitt, der seinen Gegenspieler Philip Meyer unsanft gebremst hatte (51.) – und sechs weitere Unterzahl-Situationen für Lohr. „Es waren zwar viele Emotionen im Spiel“, erklärte Becker später: „Aber unfair war das Derby zu keinem Zeitpunkt.“ Spannend dagegen schon. Trotz ihrer schwachen Wurfquote war die Zweitliga-Reserve nämlich nochmals bis auf 20:22 herangekommen. Becker nahm eine Auszeit und holte sein Team auf den Boden der Tatsachen zurück.

Andreas Avar machte schließlich im folgenden Angriff das entscheidende 23:20. „Zum Glück haben wir unseren Vorsprung ins Ziel retten können“, sagte Becker und zeigte sich auch aufgrund der Günzburger Niederlage vom Vortag sehr zuversichtlich, was den Klassenerhalt angeht. DJK-Co-Trainer Martin Gräsl, der erneut den verletzten Jens Ullmann an der Seitenlinie vertreten hatte, zeigte sich als fairer Derby-Verlierer: „Man hat gemerkt, dass es für die Lohrer noch um den Abstieg geht. Sie wollten den Sieg unbedingt und haben sich ihn aufgrund ihrer starken kämpferischen Leistung auch verdient.“

Für Becker selbst, der aus Rimpar stammt, war es übrigens nicht der erste Sieg mit dem TSV in seiner Heimatgemeinde. Denn in seiner ersten Zeit bei den Lohrer Handballern vor rund zehn Jahren hat er mit seiner Mannschaft schon zweimal die Rimparer in eigener Halle bezwingen können. Wohlgemerkt die erste Mannschaft der Grün-Weißen, die nun in der Zweiten Bundesliga vorne mitmischt.

U. Sommerkorn

Rimpar: Leikauf (1. – 20., 31. – 60.), Rose (20. – 30.) – Laumer, Fischer, Hofmann (2), Keidel (1), Meyer (6), Schneider (1), Schellmann, B. Gräsl (2), Schmitt, N. Gräsl (2), Rösner, Paul (7/4).

Lohr: Szabo, T. Scheiner (ein Siebenmeter) – Zeleny (6), J. Scheiner, Seltsam, F. Schmitt (5/3), Ferencsik (1), Avar (4), Kralik, Gremzde (1), J. Schmitt (4), L. Scheiner, Rahtz (3), Zehnter (2).

Schiedsrichter: Hehn/Tauchert (Stadeln)

Zeitstrafen: 1:6.

Rot: F. Schmitt (52., Foulspiel, Lohr)

Siebenmeter: 4/4 – 3/3

Zuschauer: 250

Spielfilm: 4:3 (6.), 7:8 (16.), 10:10 (24.), 11:15 (30.), 14:17 (38.), 15:20 (45.), 18:21 (50.), 20:22 (56.).

Quelle: Main-Post