Hannes Münch bringt Lohr auf Kurs

12.12.16

Hannes Münch

Hannes Münch

Foto: Röder

TSV Lohr – HC Sulzbach-Rosenberg 30:23 (14:11)

Das letzte Lohrer Bayernliga-Heimspiel im Jahr 2016 war eine gute Viertelstunde vorüber, da stand Hannes Münch verschwitzt im roten TSV-Trikot vor der eigenen Kabine und hatte ein Fläschchen Pils in der Hand und ein Lächeln im Gesicht. Der Lohrer Neuzugang freute sich über einen wichtigen Sieg seines Teams und auch ein bisschen darüber, dass ihm sein Einstand nach langer Handballpause durchaus gut gelungen war. „Es hat Spaß gemacht“, erklärte der frühere Zweitliga-Spieler nach dem für seine Mannschaft wichtigen Erfolg.

Wende noch in der ersten Hälfte

Dass er zu diesem Sieg einen wesentlichen Beitrag geleistet hatte, das wollte Münch nicht herausstellen. Im Vorfeld hatte er immer wieder betont, dass ihm der Status des Heilbringers nicht zusagt. Nach knapp zehn Minuten hatte TSV-Trainer Bernd Becker den 28-Jährigen aufs Feld geschickt, als sein Team nach einem wirren Beginn mit 2:5 im Hintertreffen lag. Vier Minuten später kassierte der Eingewechselte seine erste Zeitstrafe, weitere vier Minuten später erzielte er sein erstes Tor für seinen neuen Verein. Im rechten Rückraum täuschte er ein Anspiel nach außen an, ging dann aber selbst durch und warf flach ein zum 7:7. Vor allem aber sorgte er auf der Rückraum-Mitte-Position für Ordnung im TSV-Spiel. „Ob das Spiel mit meiner Einwechslung mehr Struktur erhalten hat, sei mal dahingestellt. Die Mannschaft hat sich ins Spiel reingekämpft, besser verteidigt und dann auch einfache Tore erzielt“, betonte Münch. Augenfällig war aber, dass seine neuen Mitspieler an der Seite des 28-Jährige sehr wirkungsvoll agierten. So kam Bohuslav Zeleny immer wieder in gute Wurfpositionen, war am Ende mit zehn Treffern bester Schütze der Partie. Und auch der kampfstarke Linksaußen Andreas Avar profitierte speziell bei seinen Gegenstoßtreffern von der Übersicht des neuen Regisseurs. „Wir wissen, was wir an Hannes haben“, machte Lohrs Trainer Bernd Becker klar.

Auf jeden Fall nahm Lohrs Spiel nach den anfänglichen Problemen Fahrt auf. Als der Gastgeber 18:11 führte (39.), schien es so, als solle der TSV auf einen ungefährdeten Erfolg im Kellerduell zusteuern, zumal der Vorletzte aus der Oberpfalz ersatzgeschwächt angereist war und es Sulzbach-Rosenberg in dieser Verfassung schwer haben dürfte, die Liga zu halten. Doch auch der Gastgeber hatten mit zahlreichen Ausfällen zu kämpfen, insgesamt sechs Akteure fehlten. Entweder wegen Verletzungen oder wegen einer noch nicht vorliegenden Spielgenehmigung im Fall von Rückkehrer Fabian Zehnter (wir berichteten).

Mitte der zweiten Hälfte holte Coach Becker seinen körperlich stark beanspruchten Topwerfer Zeleny und Regisseur Münch vom Feld. Letzterer brauchte seine Pause, weil er sich nach wenigen Wochen Training noch nicht in körperlichem Topzustand befindet. Anschließend nutzte der HC die Gelegenheit, um auf 18:20 zu verkürzen (45.). Doch schnell schickte Becker seinen Stammrückraum wieder aufs Feld, die die Verhältnisse gegen nachlassende Gäste wieder gerade rückte. Den Schlusspunkt setzte dann Bohuslav Zeleny, der in der Luft eine Pirouette drehte, bevor er zum 30:23-Endstand einwarf. Wenige Sekunden später feierte das TSV-Team seinen wichtigen Sieg beim Kampf um den Klassenerhalt und den ersten Punktgewinn nach acht Wochen Durststrecke.

„Das Spiel ist so gelaufen, wie wir das geplant und erhofft haben“, fasste TSV-Trainer Bernd Becker zusammen. „Dass uns nach den letzten Niederlagen die Leichtigkeit fehlt, ist doch logisch.“ Auf jeden Fall haben sich die Lohrer eine kleines Polster auf die Abstiegsränge geschaffen, das sie nach der nun anstehenden Weihnachtspause in dann wohl verbesserter Besetzung vergrößern wollen.

U. Sommerkorn

Lohr: Szabo, T. Scheiner (n. e.) – Zeleny (10/2), J. Scheiner, Seltsam, Münch (4), Ferencsik, Avar (7), Kralik (1), Bauer (1), Born (3), Rahtz (1), L. Schmitt (3), Hartig (n. e.).

Sulzbach/Rosenberg: Marx – Broz (3), Smolik (9/4), Wedel (1), Ströhl (4), Burkhardt (1), Krizek (n. e.), Waitz (1), K. Forster (3), Luber (1).

Schiedsrichter: Balzer/Schreiner (Gefrees)

Zeitstrafen: 5:4

Rot: Kralik (50., Foulspiel, Lohr)

Siebenmeter: 3/2 – 4:4

Zuschauer: 400

Spielfilm: 2:5 (9.), 5:6 (12.), 7:7 (17.), 9:8 (22.), 14:11 (30.), 18:11 (39.), 20:15 (41.), 20:18 (45.), 23:19 (50.), 26:22 (56.), 30:23 (60.).

Quelle: Main-Post