Keine Abschiede beim TSV Lohr

06.05.17

Janis Gremzde

Janis Gremzde

Foto: Röder

Normalerweise sind letzte Heimspiele einer Saison Zeitpunkte, an denen Spieler, die zur darauffolgenden Runde das Team verlassen, in großem Rahmen öffentlichkeitswirksam verabschiedet werden. „Bei uns gibt es das heuer nicht“, verkündet Abteilungsleiter Ludwig Scheiner vor dem finalen Heimspiel der Bayernliga-Handballer seines TSV Lohr (11./19:29) gegen den SV Anzing (8./23:25) am Samstagabend (Anwurf 19.30 Uhr, Spessarttorhalle).

Der Grund für das Ausbleiben einer Abschiedszeremonie ist simpel: Kein einziger Lohrer Spieler wird nach der Runde den Verein verlassen. Zuletzt haben sich Scheiner und Janis Gremzde darauf geeinigt, dass der lettische Rückraumspieler auch in der kommenden Saison für den TSV spielen wird. Gremzdes Vertrag hat eine Laufzeit von einem Jahr. Die einzige offene Personalie ist so noch die von Abwehrchef Milan Kralik. Allerdings ist es bei dem 39-jährigen Routinier nur die Frage, ob er weiterspielen oder kommende Saison einen Trainerposten beim TSV übernehmen wird. „Er ist da völlig frei. Und er braucht Zeit, um zu überlegen, was er will“, so Ludwig Scheiner. Trainer Bernd Becker kommentiert die personelle Kontinuität bei seinem Team süffisant mit den Worten: „So schlimm kann es ja bei uns nicht sein.“

Der Coach, dessen Team die Bayernliga-Saison in der kommenden Woche mit einem Auswärtsspiel in Landshut abschließt, ist durchaus froh über die Entwicklung: „Wenn du nicht groß Leute integrieren musst, hat das Vorteile.“ Allerdings wird Becker in der neuen Runde zwei Rückkehrer begrüßen können: Lukas Horky und Benjamin Horn wollen nach ihren Kreuzbandrissen wieder einsteigen. Weniger gut sieht es beim dritten Langzeitverletzten aus. Bei Hannes Münch, der nach seinen Achillessehnenoperation die Reha aufgenommen hatte, gab es einen Rückschlag. „Er hat sich bei einer Aufwärmübung wieder an der Achillessehne verletzt und muss wieder operiert werden“, berichtet Bernd Becker, der nach Münchs Verletzung im Januar in ständigem Kontakt zu dem früheren Zweitliga-Spieler gestanden war. In Anbetracht der Verletzung will der Coach auch eine mögliche Rückkehr Münchs nicht thematisieren: „Hannes soll erst einmal gesund werden. Danach muss man sehen, ob er überhaupt noch einmal Handball spielen will.“

Die personellen Planungen für die neue Saison seien weitgehend abgeschlossen, so der Lohrer Trainer. Lediglich, wenn es die Möglichkeit gäbe, einen Linkshänder für den Rückraum zu verpflichten, könnte der Verein noch einmal tätig werden. „Aber diesen Linkshänder suchen ja fast alle in der Liga“, macht Becker klar, dass er nicht weiß, ob die Suche von Erfolg gekrönt sein wird.

Lob fürs Publikum

Gegen Anzing hat Bernd Becker das in dieser Saison für ihn seltene Vergnügen, einen kompletten Kader zur Verfügung zu haben. Das heißt: Er muss sogar einen Spieler aus dem Aufgebot streichen. Es könnte einen der U-21-Akteure treffen, die zuvor mit der zweiten Mannschaft binnen 48 Stunden zwei Bezirksoberliga-Partien bestreiten müssen, oder auch Janis Gremzde, der zuletzt Schulterprobleme hatte. „Wir wollen dem Publikum noch einmal etwas zeigen. Schließlich haben uns die Leute immer unterstützt. Auch in Phasen, als es nicht so lief“, betont der Lohrer Coach und erinnert dabei an die Zeit von Oktober bis Dezember 2016, als der TSV zwei Monate lang keinen Punkt holte.

Nach dem Spiel wollen die Lohrer Handballer dann feiern. Im TSV-Vereinsheim in der Jahnstraße haben Spieler der ersten und zweiten Mannschaft eine private Fete organisiert, die allerdings für keinen der Mitwirkenden eine Abschiedsfeier ist.

U. Sommerkorn

Quelle: Main-Post