Lange Gesichter beim TSV Lohr

26.03.17

Zoltan Ferencsik

Zoltan Ferencsik

Foto: Vogeltanz

TSV Lohr – TSV Friedberg 21:24 (4:11)

Es hätte alles so schön sein können für die Lohrer Handballer. Mit drei Siegen in Folge hätten sie eigentlich selbstbewusst ins Spiel gegen den TSV Friedberg gehen können. Zumal der Gegner personell arg dezimiert anreiste und in der Spessarttorhalle nur einen Feldspieler sowie einen Keeper zum Wechseln dabei hatte. Doch am Ende rief die kleine Schar der Gästespieler aus dem Schwäbischen lautstark „Auswärtssieg, Auswärtssieg“, während es auf Lohrer Seite viele lange Gesichter gab.

15 Fehlwürfe in 30 Minuten

„Wir haben die erste Hälfte verschlafen“, erklärte hinterher Lohrs Rückraumspieler Janis Gremzde. Denn in den ersten 30 Minuten gelangen den Gastgebern nur vier Tore, dafür leisteten sie sich 15 Fehlwürfe sowie sieben andere technische Fehler. Eine derart verheerende Bilanz hatte es für die Lohrer noch in keiner Halbzeit dieser Saison gegeben. Schnell hatte Friedbergs starker Torhüter Benjamin von Petersdorff den Gastgebern den Zahn gezogen, so dass sich die Lohrer gehemmt und mit merklich angekratztem Selbstvertrauen in Richtung des gegnerischen Tores bewegten. „Mit dem Halbzeitergebnis von 4:11 waren wir noch gut bedient“, gab Lohrs Trainer Bernd Becker zu. „Es war Kopfsache. Du gewinnst zuvor dreimal in Folge, dann kommt ein Gegner mit so einer Besetzung. Damit sind wir nicht klar gekommen.“

Friedberg beantwortete die Lohrer Ballverluste nicht mit schnellen Gegenstößen, sondern versuchte stets das Tempo zu verschleppen, um angesichts der eingeschränkten Wechselmöglichkeiten nicht unnötig Kräfte zu vergeuden. „Wir haben besprochen, dass wir nur laufen, wenn wir klare Chancen haben“, so Friedbergs spanischer Trainer Manuel Vilchez Moreno.

Nach der Pause wehrten sich die Gastgeber gegen die drohende Niederlage. Vor allem mit schnellen Gegenstößen verkürzten sie den Rückstand. Eine wichtige Rolle bei der Aufholjagd spielten dabei die Brüder Scheiner. Tom Scheiner wurde nach 40 Minuten für Keeper Tamas Szabo eingewechselt und brachte sein Team mit seinen Paraden zurück ins Spiel. Sein Bruder Jonas Scheiner nahm den beweglichen Friedberger Lukas Aigner durch Manndeckung aus dem Spiel und trieb seine Mannschaft bei Gegenstößen nach vorne. Sechs Tore in Folge markierten die Gastgeber zwischen der 41. und 50. Minute, schließlich gelang Ferdinand Schmitt das 16:16. Doch der TSV Friedberg ließ sich nicht aus dem Konzept bringen und hatte in einer Schlüsselszene auch etwas Glück: Eine knappe Minute nach dem Lohrer Ausgleich fand der abgefälschte Wurf von Manuel Scholz den Weg ins Lohrer Tor, was den Gästen wieder merklich Sicherheit verlieh. Mit der Folge, dass sie sich in der Endphase wieder leicht absetzten und den Vorsprung ins Ziel brachten. So gab denn auch Lohrs Coach Becker zu: „Friedberg hat verdient gewonnen.“

Seine Lohrer indes können sich des Klassenerhalts immer noch nicht ganz sicher sein. Schließlich besteht die Möglichkeit, dass Bayernliga-Platz zwölf noch zum Abstiegsrang wird, wenn es einen bayerischen Drittliga-Absteiger gibt.

U. Sommerkorn

Lohr: Szabo (1. – 40), T. Scheiner (40. –60.) – Zeleny (3). J. Scheiner (4), Seltsam (n. e.), F. Schmitt (7), Ferencsik (1), Avar (1), Kralik, Gremzde (2), J. Schmitt (2), L. Schekiner (n. e.), Rahtz, Zehnter (1).

Friedberg: von Petersdorff (1. – 48.), Docampo (48. – 60.) – Baur, Haggenmüller (6/1), Schnitzlein (4), Müller (5), Schwarz (2), Aigner (4), Scholz (3).

Schiedsrichter: Homa/Mehl (Stadeln)

Zeitstrafen: 2:5

Siebenmeter: 1/0 – 1/1

Zuschauer: 400.

Spielfilm: 0:2 (2), 2:6 (13.), 3:8 (25.), 4:11 (30.), 7:14 (36.), 10:16 (41.), 16:16 (50.), 16:18 (53.), 17:20 (56.), 19:23 (59.).

Quelle: Main-Post