Lukas Horký's Verletzung schockt die Lohrer

30.09.16

Der Moment als sich Lukas Horký verletzt

Der Moment als sich Lukas Horký verletzt

Foto: Röder

HC Erlangen II – TSV Lohr (Samstag, 20 Uhr, Hiersemannhalle)

Es gibt bisweilen Momente, die eine ganze Spielzeit prägen. Einen dieser Momente erlebten die Handballer des TSV Lohr (4./3:1) in der 19. Spielminute der Heimpartie gegen Haspo Bayreuth am vergangenen Samstagabend. Bei einer Angriffsaktion der Einheimischen versetzte der Bayreuther Marius Hümpfer dem Lohrer Lukas Horky einen Stoß, worauf Letzterer auf dem glatten Hallenparkett ins Straucheln geriet und dann zu Boden ging. Nach einer kurzen Erstversorgung humpelte Horky, gestützt Physiotherapeut Frank Hofstötter, zur Auswechselbank, wurde dort während der ersten Hälfte noch behandelt und blieb nach der Pause in der Kabine.

Schon kurz nach der Partie machten erste Befürchtungen die Runde, dass sich der tschechische Rückraumspieler schwer verletzt habe. Am Dienstag gab's dann die für die Lohrer niederschmetternde Diagnose: Nach eingehender Untersuchung stellte sich heraus, dass Horky einen Kreuzbandriss im Knie erlitten hatte und nun für die gesamte Saison ausfallen dürfte.

„Das ist ein Keulenschlag für uns“, merkte Lohrs Abteilungsleiter Ludwig Scheiner an. Horky war im Jahr 2015 vom tschechischen Erstligisten Talent Pilsen nach Lohr gekommen, entwickelte sich sich schnell zur zentralen Figur im TSV-Spiel und hatte maßgeblichen Anteil am souveränen Wiederaufstieg seiner Mannschaft in die Bayernliga. Besonders seine Wurfkraft aus dem Rückraum sowie ein konsequentes und vorausschauendes Spiel im Abwehrzentrum machten den 25-Jährigen für das Team kaum verzichtbar.

Horkys Ausfall wiegt nun für die Lohrer umso schwerer, da mit Janis Gremzde bereits ein weiterer erfahrener Rückraumspieler lange Zeit fehlen wird. Mit dem 30-jährigen Letten, der wegen einer Leistenverletzung pausieren muss, rechnen sie auf Lohrer Seite frühestens wieder im Januar 2017.

„Die Mannschaft hat von Lukas' Verletzung am Dienstag im Training erfahren. Natürlich herrschte erst einmal Redebedarf. Jetzt müssen wir noch enger zusammenrücken“, betont TSV-Trainer Bernd Becker vor dem Auswärtsspiel beim Meisterschaftsfavoriten HC Erlangen II (1. /4:0). Allerdings bezeichnet Becker die Partie bei der Bundesliga-Reserve „als leichtestes Spiel der Saison“, weil ohnehin kaum mit einem Erfolg seiner Mannschaft zu rechnen war. „Der Erlanger wollen nach oben und holen dafür, wenn's sein muss, auch einmal Verstärkung aus dem Bundesliga-Kader“, sagt der Lohrer Coach über die HCE-Reserve, für die der aus Auerbach zurückgekehrte Spielertrainer Tobias Wannenmacher verantwortlich ist.

Andreas Avar im Innenblock

Die Gäste wollen die Partie in der Hiersemannhalle zum Experimentieren nutzen, schließlich kommt eine Woche später mit dem TSV Niederraunau ein direkter Konkurrent im Kampf um den Klassenerhalt in die Spessarttorhalle. Deshalb will Becker in Erlangen auch einige Varianten testen, die dem Ausfall Lukas Horkys geschuldet sind. So soll Andreas Avar neben Milan Kralik und Jonathan Born als dritter Spieler für den Abwehr-Innenblock bereitstehen.

Außerdem soll Ferdinand Schmitt, wie schon beim jüngsten Unentschieden gegen Bayreuth, verstärkt im Rückraum zum Einsatz kommen. Ebenso wie sein jüngerer Bruder Lorenz, der auch an diesem Wochenende zum Aufgebot der ersten Mannschaft zählt.

Lohr will die personellen Lücken also durch Akteure aus den eigenen Reihen füllen. „An Nachverpflichtungen ist erst einmal nicht gedacht“, erklärt Abteilungsleiter Scheiner. Zunächst sollen sich Spieler bewähren, die in der jüngeren Vergangenheit etwas im Schatten von Lukas Horky und Janis Gremzde gestanden sind.

U. Sommerkorn

Quelle: Main-Post