Mit breiter Brust zum Schlusslicht

26.10.17

TSV Ismaning – TSV Lohr (Samstag, 19.30 Uhr, Schulsporthalle)

Seit vier Spielen haben die Handballer des TSV Lohr (4./7:5) keine Niederlage mehr kassiert. Der samstägliche Gegner vom TSV Ismaning (14./2:10) beschreibt auf seiner Internet-Homepage den Gast aus Unterfranken als „eine Mannschaft, die zur Zeit auf der Erfolgswelle schwimmt“. Klar, dass die Lohrer allen Grund haben, mit breiter Brust nach Oberbayern zu reisen. Doch Lohrs Trainer Bernd Becker will in jedem Fall vermeiden, dass im Gefühl der jüngsten Erfolge Leichtfertigkeit bei seinen Spielern Einzug hält: „Wir werden alles dafür tun, dass so etwas nicht entsteht“, versichert der 48-jährige Coach. „Schließlich gibt es jede Woche in der Liga verrückte Ergebnisse, weil alles sehr ausgeglichen ist.“

Die 7:1-Punkte aus den jüngsten vier Spielen haben die Lohrer nicht zuletzt deshalb errungen, weil sie hohen Aufwand trieben und sie höchst konzentriert agierten. Sprich: Beckers Team zeigte sich in der Defensive – das heißt auf der Torhüterposition und im 6:0-Abwehrblock – bärenstark. Vorne spielten Lohrer höchst diszipliniert und leisteten sich nur wenige überhastete Torabschlüsse. „Wir müssen damit leben, dass wir jetzt der leichte Favorit sind“, sagt Becker. Allerdings hat der Coach beim jüngsten 24:22-Sieg in Günzburg auch Schwächen bei seinem Team gesehen – ein Thema bei der gemeinsamen Videoanalyse nach dem Donnerstagstraining.

Auf jeden Fall erwartet der Coach höchst motivierte Gastgeber, obwohl der Aufsteiger auf dem letzten Tabellenplatz rangiert. „Die Ismaninger haben einige Spiele knapp verloren. Für die ist es jetzt ein richtungsweisendes Spiel. Wenn die jetzt wieder verlieren, werden sie erst einmal unten nicht so schnell rauskommen“, betont Bernd Becker.

Kleiner Kader

Der Gästecoach muss mit einem kleinen Kader auskommen. Neben Lorenz Schmitt (Kreuzbandriss) und Markus Seltsam (Bruch der Mittelhand) pausiert auch Jonathan Born nach seinem Außenbandriss. Zwar ist der Rückraumspieler wieder ins Training eingestiegen, ein Einsatz in einem Punktspiel käme für ihn derzeit aber noch zu früh. Zudem ist der Einsatz von Bohuslav Zeleny noch nicht sicher, der Rückraumspieler litt während der Woche an einem grippalen Infekt. Daher werden die Lohrer nicht über 60 Minuten hohes Tempo gehen können und mit ihren Kräften haushalten müssen. So brauchen die Gäste wohl auch wieder ihre zuletzt gezeigten Stärken – nämlich konsequentes Defensivspiel und Disziplin bei Aktionen im Angriff.

U. Sommerkorn

Quelle: https://www.mainpost.de/sport/mainspessart/Grippe-Viruserkrankungen-Riss-des-Kreuzbandes-Lohrer-reisen-mit-breiter-Brust-zum-Schlusslicht;art798,9781090#paywallanchor

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