Mit leeren Händen heimgereist

17.09.17

Andi Avar bekämpft Jonathan Limbrunner

Andi Avar bekämpft Jonathan Limbrunner

Foto: Saskia & Markus Alefeld

SV Anzing – TSV Lohr 23:22 (10:10)

Dass die Stimmung im Lohrer Mannschaftsbus auf der langen Heimfahrt von Anzing in der Samstagnacht „nicht so euphorisch“ war, wie Trainer Bernd Becker es formulierte, hatte einen simplen Grund: Sein Team hatte ein Spiel verloren, welches es nicht hätte verlieren müssen. Doch 38 Sekunden vor Schluss brachten die Gastgeber ihren Kreisläufer Marinus Limbrunner in Position, der zum 23:22-Siegtreffer einwarf. Da nutzte es den Lohrern auch nichts mehr, dass Becker in den Schlusssekunden seinen Keeper Tamas Szabo im Tausch gegen einen zusätzlichen Feldspieler auf die Bank holte, die Gäste kamen in der verbleibenden Spielzeit in keine viel versprechende Wurfposition mehr.

„Es war ein absolutes Kampfspiel mit vielen Zweikämpfen“, fasste Becker zusammen. Sein Team wurde von der offensiven Anzinger Deckung immer wieder ins Eins-gegen-eins-Situationen verwickelt. Doch das TSV-Team hielt in der ersten Hälfte gut mit und verdaute auch das Ausscheiden seines Rückraumspielers Jonathan Born, für den die Partie nach einer Knieverletzung zu Ende war. Richtig stark agierten die Gäste in der Phase nach der Pause, in der den Anzingern gegen die kompakte 6:0-Deckung des TSV und seinen starken Keeper Tamas Szabo kaum noch etwas einfiel. 16:13 führte der Gast nach 41 Minuten. „Es hätte sogar höher sein können“, bemerkte Becker.

Doch in der Schlussphase kam Anzing wieder auf, wobei sich die Lohrer in den letzten zehn Minuten nach Hinausstellungen gleich viermal in Unterzahl befanden. „In diesen Unterzahlsituationen haben wir etwas den Faden verloren“, erklärte der Lohrer Coach und richtete gleichzeitig Kritik in Richtung des Allgäuer Schiedsrichtergespanns: „Wenn man sich die Zeitstrafen anschaut, kann man schon zu dem Ergebnis kommen, dass die beiden mit zweierlei Maß gemessen haben.“ Doch die Gäste mussten mit den Entscheidungen leben. Und letztlich lebten sie nach dem Anzinger Siegtor 38 Sekunden vor Schluss nicht besonders gut damit.

U. Sommerkorn

Anzing: Fiedler, Scharder – J. Limbrunner (2), Erber, Hoxha (8/1), Batzer, Müller (3), M. Haberthaler (4), Hawranek (2), Huber, M. Limbrunner (4), Mayer.

Lohr: Szabo, S. Hartig (n. e.) – J. Scheiner, Seltsam, F. Schmitt (5/2), Ferencsik, Avar (1), Kralik, Gremzde (5), J. Schmitt (2), Born, Rahtz (1), Horn (4), Horky (4/1).

Schiedsrichter: Besler/Böhme (Waltenhofen).

Zeitstrafen: 3:5.

Rot: F. Schmitt (59., Lohr, Unsportlichkeit).

Siebenmeter: 1/1 – 5/3.

Zuschauer: 300.

Spielfilm: 2:0 (2.), 4:4 (8.), 5:7 (14.), 8:7 (20.), 10:8 (25.), 10:10 (30.), 11:13 (34.), 13:16 (43.), 17:16 (49.), 20:20 (54.), 22:22 (59.), 23:22 (59'22“).

Quelle: http://www.mainpost.de/sport/mainspessart/Friedberg-Niederlagen-und-Schlappen-Zeitstrafen-Lohrer-reisen-mit-leeren-Haenden-heim;art798,9749002

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