Neue Begeisterung geweckt

12.03.17

Tamas Szabo

Tamas Szabo

Foto: Röder

TSV Lohr – TSV Unterhaching 30:26 (15:12)

Am Ende hatten sich die Zuschauern in allen drei Blöcken in der Spessarttorhalle erhoben und applaudierten eine ganze Weile. Wohl nicht nur, weil die gastgebenden Lohrer zwei sehr wichtige Punkte im Kampf um den Klassenerhalt geholt hatten. Sondern wohl auch, weil die gastgebende Mannschaft ein engagiertes und von Emotionen begleitetes Handballspiel geboten hatte. Die Spieler hatten wieder Begeisterung geweckt in der zweiten Hälfte einer bislang oft tristen Saison. „Das war ganz wichtig. Wir sind einfach nur froh“, fasste Lohrs Linksaußen Andreas Avar seinen Gefühlszustand zusammen. Und Kreisläufer Marius Rahtz sah den ersten Lohrer Sieg der Saison gegen ein vor dem TSV in der Tabelle platziertes Team gar als Auftakt für bessere Zeiten: „Es wird von Spiel zu Spiel besser.“ Auf drei Punkte haben die Lohrer den Vorsprung auf den möglichen Abstiegsplatz zwölf vergrößert, und der Erfolg über Unterhaching nähert Hoffnungen, dass die Differenz demnächst noch weiter wachsen könnte.

15 Minuten lang Austoben

Die Geschichte des Spiels gegen Unterhaching ist schnell erzählt: 15 Minuten lang durften sich Protagonisten der Oberbayern, Spielmacher Martin Dauhrer und Kreisläufer Johannes Borschel, austoben. dann brachte die Lohrer Deckung das Geschehen in den Griff. Vor allem Kreisläufer Borschel konnte in der zweiten Hälfte kaum noch Akzente setzen. Die Gastgeber indes profitierten davon, dass ihre Zahl gefährlicher Akteure ungleich größer war als die beim TSV Unterhaching. Zwar traf Topwerfer Bohuslav Zeleny achtmal für die Hausherren, doch ihm standen zahlreiche Mitstreiter zur Seite, die Lücken in der offensiven 3:2:1-Deckung der Gäste suchten und fanden. Jannik Schmitt, Ferdinand Schmitt, Jonathan Born, Marius Ratz, Andreas Avar oder Zoltan Ferenscik – alle leisteten ihren Beitrag zum Sieg der Hausherren. Schon nach 20 Minuten hatten die Gastgeber eine 11:6-Führung herausgeworfen. Ein Vorsprung, der nie mehr ernsthaft in Gefahr geriet und beim Stand von 25:17 in der 47. Minute am deutlichsten war. Neben der Variabilität war auf Seiten der Hausherren ein weiteres Plus der Torwart: Lohrs Keeper Tamas Szabo raubte Unterhachings Werfern früh den Nerv.

„Wir haben richtig gut gespielt. Wir wussten, dass uns die Deckung großen körperlichen Einsatz abverlangt, diesen Einsatz haben wir gezeigt“, bemerkte Lohrs Trainer Bernd Becker. Dazu wussten die Gastgeber mit Rückschlägen wie zum Beispiel Schiedsrichterpfiffen, die ihnen nicht ganz genehm waren, umzugehen. „Es waren ein paar komische Pfiffe dabei, aber die haben uns eher geweckt“, machte der Lohrer Coach klar, dem am Ende nur eines wurmte: Dass sein Team die Chance verpasst hatte, den bei Punktgleichheit entscheidenden direkten Vergleich mit Unterhaching zu gewinnen. Dafür hätte es eines Sieges mit fünf Toren Differenz bedurft. Doch eine Sekunde vor Schluss erzielte Unterhaching sein 26. Tor und durchkreuzte diese Pläne.

U. Sommerkorn

Lohr: Szabo, T. Scheiner (n. e.) – Zeleny (8/2), J. Scheiner (1), F. Schmitt (5/1), Ferencsik (2), Avar (2), Kralik, Gremzde (2), J. Schmitt (5), Born (2), Rahtz (3), Zehnter.

Unterhaching: Schwarz (1. – 20.), Schmid (20. – 42.), Kiebler (42. – 60.) – Becker (4/1), Wegener, Wagner (2), Groß (2), Dellner, Borschel (4/2), Dauhrer (6), Elmer (2), Beiche, Heinle (4), Behm (2).

Schiedsrichter: Drummer/Herpoltsheimer (Erlangen)

Zeitstrafen: 2:4

Siebenmeter: 5/3 – 4/3

Zuschauer: 500

Spielfilm: 2:3 (5.), 5:3 (10.), 6:6 (14.), 11:6 (20.), 12:9 (24.), 15:11 (28.), 15:13 (31.), 20:14 (38.), 25:17 (47.), 27:21 (52.), 28:25 (57.), 30:25 (29.).

Quelle: Main-Post