Pflichtaufgabe erledigt

19.02.17

Foto: Röder

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TSV Niederraunau – TSV Lohr 22:25 (9:14)

Erleichterung sei auf der Heimfahrt im Lohrer Mannschaftsbus allenthalben zu spüren gewesen, berichtet Abteilungsleiter Ludwig Scheiner. Erleichterung darüber, im Kellerduell beim TSV Niederraunau nicht gestolpert zu sein und durch einen 25:22-Auswärtssieg zwei wichtige Punkte beim Kampf um den Klassenerhalt eingefahren zu haben. „Es war keine Feierstimmung, aber nach dem Druck, der vorher geherrscht hat, waren alle doch ziemlich gelöst“, berichtet der Abteilungsleiter, der rund 25 Jahre nach seinem letzten Spiel als Aktiver in der höchsten bayerischen Liga selbst mit auf dem Spielberichtsbogen stand, freilich ohne von Trainer Bernd Becker eingewechselt zu werden. „Das hatte damit zu tun, dass ich gerne mit auf die Bank wollte“, so Scheiner. Und da die vier möglichen Plätze für Trainer und Betreuer bereits belegt waren, aber die Position eines Spielers noch frei war, streifte er selbst das Trikot über und ließ sich in den Bogen eintragen. Das Schicksal des Abteilungsleiters, nicht eingewechselt zu werden, teilten mit seinem Sohn Jonas, Markus Seltsam und Jannik Schmitt drei weitere Spieler. „Es lief gut, und ich wollte kein Risiko eingehen“, begründete Lohrs Trainer Bernd Becker, bei der Partie im Krumbacher Sportzentrum lediglich acht Feldspieler einzusetzen.

Konzentrierte Abwehrarbeit

Basis für den Erfolg beim Schlusslicht in Nordschwaben war eine stabile Deckung und dahinter ein starker Keeper Tamas Szabo. Freilich profitierte das Gast auch davon, dass Niederraunaus handballerische Möglichkeiten überschaubar waren und es mit dem Selbstvertrauen der Hausherren nach nur zwei Punkten in der gesamten laufenden Saison auch nicht zum Besten stand.

In der Phase vor der Pause setzte sich der Gast dann erstmals deutlicher ab. Zwischen der 20. und 30 Minute erzielte der Hausherr lediglich ein Tor, während die Lohrer nach Ballgewinnen in der Deckung zu zahlreichen einfachen Kontertoren kamen. Eine ähnliche Konstellation sahen die rund 250 Zuschauer Mitte der zweiten Hälfte, als die Lohrer auf 22:14 davonzogen und dabei wiederum eine Reihe von Ballgewinnen in Gegenstoßtore verwandelten. Spielten die Gäste einmal im Positionsangriff, war ihre beste Option an diesem Samstagabend Janis Gremzde. Der lettische Rückraumspieler war am Ende mit acht Toren bester Werfer der Partie. „Am Ende hat man den Kräfteverschleiß schon gemerkt. Aber wirklich in Schwierigkeiten geraten sind wir nicht“, kommentierte Becker den Umstand, dass die Gastgeber in den Schlussminuten noch etwas herankamen.

Der Sieg erwies sich umso wertvoller, weil nur 30 Kilometer von Krumbach entfernt der direkt hinter den Lohrern auf Platz zwölf rangierende VfL Günzburg das andere Kellerduell des Samstagabends mit 35:29 gegen den HC Sulzbach-Rosenberg für sich entschied. So stehen Becker und seine Mannschaft weiter einen Punkt vor den Günzburgern. Der zwölfte Rang könnte am Saisonende ein Abstiegsplatz sein, wenn die zweite Mannschaft des HSC Coburg aus der Dritten Liga absteigen muss. Die Oberfranken sind auch nach diesem Spieltag punktgleich mit der SG LVB Leipzig, die derzeit auf Abstiegsplatz 14 rangiert, und wandelt daher auf einem schmalen Grat. Abteilungsleiter Scheiner ist allerdings zuversichtlich, dass seine Mannschaft sich nicht auf die Coburger Reserve wird verlassen müssen. „Wenn ich die Restprogramme von Günzburg und von uns vergleiche, dann glaube ich, dass wir es leichter haben.“

U. Sommerkorn

Niederraunau: Hessheimer, Jekle – Matzner, Kiebler (2), Thalhofer (3), Jordan (2), Sadlo, Konkel (6/4), M. Waldmann (3), von Kries (2), Klaußer (1), J. Waldmann (1), Hartmann (1), Celik (1).

Lohr: Szabo, T. Scheiner (1 Siebenmeter) – Zeleny (6), J. Scheiner (n. e.), Seltsam (n. e.), F. Schmitt (7/3), L. Scheiner (n. e.), Avar (3), Kralik, Gremzde (8), J. Schmitt (n. e.), Born (1), Rahtz, Zehnter.

Schiedsrichter: Schweizer/Vornehm (Friedberg/Haunstetten)

Zeitstrafen: 3:3

Siebenmeter: 4/4 – 3/3

Zuschauer: 250

Spielfilm: 2:1 (2.), 3:5 (8.), 4:8 (14.), 8:9 (21.), 9:14 (30.), 12:15 (37.), 14:22 (48.), 18:24 (54.), 22:25 (58.).

Quelle: Main-Post