Riesiger Frust

DJK Rimpar II – TSV Lohr 30:20 (14:9)

Wer nach dem Schlusspfiff einen Blick in die Gesichter der Lohrer Spieler warf, der sah Kopfschütteln, aufeinander gepresste Lippen oder einfach nur leere Blicke. Sprich: Frust, Ärger und Fassungslosigkeit. Nach den vorangegangen 60 Minuten auf dem Spielfeld bei der 20:30-Niederlage gegen die DJK Rimpar II befragt, sagte Rückraumspieler Jonas Scheiner nur: „Da fehlen einem schlicht die Worte.“ Die Partie war wohl aus Lohrer Sicht der spielerische Tiefpunkt der bisherigen Saison gewesen, kaum ein Spieler erreichte Normalform. Und TSV-Trainer Bernd Becker bemerkte nach der Niederlage mit zehn Toren Differenz: „Mit dem Ergebnis sind wir gut bedient.“

Der Coach hatte seine Spieler direkt nach dem Schlusspfiff um sich versammelt und ihnen eindringlich nahegelegt, die Schuld für den Auftritt nicht bei anderen – etwa den Schiedsrichtern –, sondern bei sich selbst zu suchen. „Wir sollten lieber darüber nachdenken, wie wir hier aufgetreten sind. Man kann in Rimpar verlieren, aber auf diese Art und Weise ist das inakzeptabel“, machte Becker nach der Niederlage bei der zweiten Garnitur seines Heimatvereins klar.

Kein Durchkommen: Die Rimparer Philipp Meyer (links) und Janik Nass (rechts) stoppen den Lohrer Jonathan Born.

Foto: Heiko Becker

Nur 20 Minuten lang hatten seine Spieler das Ergebnis in diesem Unterfranken-Derby einigermaßen offengehalten, dann zog die gastgebende Zweitliga-Reserve mit zahlreichen Gegenstoßtreffern davon. „Wir haben alles vermissen lassen, was Bayernliga-Handball ausmacht. Wurfverhalten, Körpersprache, Rückzugsverhalten“, so der Lohrer Trainer. Vor allem das langsame Umschalten nach eigenen Ballverlusten fiel ins Auge. „Rimpar läuft in der ersten Hälfte zehn Gegenstöße, und wir gehen vielleicht zweimal konsequent hinterher“, beschrieb der 48-jährige B-Schein-Inhaber, wie die Hausherren vor dem Wechsel ein ums andere Mal völlig unbehelligt auf TSV-Keeper Tamas Szabo zuprellen konnten. Da Rimpar jedoch nicht alle seine Gegenstoßchancen nutzte, stand es aus Sicht der TSV beim Wechsel „nur“ 9:14.

Nach der Pause wurde es aus Sicht der Gäste aber nicht besser. Rimpars Reserve baute ihren Vorsprung auf zwischenzeitlich zwölf Tore Differenz aus., nahm dann am Ende etwas den Fuß vom Gas. „Dass es so einfach werden würde, hätten wir nicht gedacht“, gab DJK-Keeper Markus Leikauf zu, der mit starker Leistung für die Lohrer bisweilen zum unüberwindlichen Hindernis wurde. „Wir haben eine starke Deckung gespielt und dann einfache Tore erzielt“, beschrieb Rimpars Trainer Janko Skrbic den Schlüssel zum Erfolg für seine Mannschaft. „Das war eine unserer Hauptaufgaben, und die haben wir gut gelöst.“

Sein Lohrer Kollege kündigte bereits an, das Spiel in Rimpar noch einmal verbal nachbereiteten zu wollen. Schließlich steht am kommenden Samstag mit einem Heimspiel gegen die DJK Waldbüttelbrunn bereits das nächste unterfränkische Derby an. „Ich hoffe, meine Spieler haben kapiert, was da schief gelaufen ist“, erklärte Bernd Becker. „Wenn nicht, muss ich es ihnen klarmachen.“ Schließlich will er dringend vermeiden, dass sich ein solcher Auftritt seines Teams wie der in Rimpar wiederholt.

U. Sommerkorn

Rimpar: Leikauf (1. – 49.), Rose (49. – 60.) – Krämer 2, Laumer, Nass 1, Hofmann 1, Keidel 3, Meyer 7, Krze 3, Noack 1, Gräsl 3, Rösner 7, Paul 1, Mohr 1.

Lohr: Szabo (1. – 40.), Hartig (40. – 60.) – J. Scheiner 2, Zeleny 2, F. Schmitt 5/3, Ferencsik 3, Kralik (n. e.), Gremzde 1. J. Schmitt, Born, Rahtz, Röder 2, Horn 1, Horky 4.

Schiedsrichter: Müller/Schaarschmidt (Kottern).

Zeitstrafen: 1:4.

Siebenmeter: 0/0 – 5/3.

Zuschauer: 200.

Spielfilm: 4:3 (6.), 6:4 (13.), 9:7 (20.), 16:9 (33.), 23:12 (48.), 28:16 (56.).

Quelle: https://www.mainpost.de/sport/mainspessart/Riesiger-Frust-beim-TSV-Lohr;art798,9891090#paywallanchor

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