Schlüsselspiel früh in der Saison

07.10.16

Jannik Schmitt

Jannik Schmitt

Foto: A. Röder

Es war Mittwoch, als Bernd Becker, seines Zeichens Handball-Trainer des Bayernligisten TSV Lohr (7./3:1), wieder einmal eine Hiobsbotschaft erreichte. Wie schon oft in den letzten Wochen. Die Verletzung, die sich sein Rechtsaußen Benjamin Horn am Samstag beim Auswärtsspiel in Erlangen eingehandelt hatte, erwies sich nach ärztlicher Untersuchung als Kreuzbandriss.

Damit fällt den Lohrern nach Janis Gremzde und Lukas Horky, der sich eine Woche vor Benjamin Horn verletzt hatte, bereits der dritte Stammspieler auf lange Zeit aus. Und gerade deshalb bezeichnet Bernd Becker die Heimpartie an diesem Samstag gegen den TSV Niederraunau (Anwurf 19.30 Uhr, Spessarttorhalle) als „Schlüsselspiel, auch wenn sich das in solch einem frühen Stadium der Saison komisch anhört“.

Das Ziel der Lohrer ist klar: Mit einem Sieg wollen sie den Aufsteiger aus Schwaben (13./0:6) deutlich hinter sich lassen, zumal im November und Dezember viele Spiele anstehen, bei denen die Lohrer in ihrer gegenwärtigen personellen Zusammensetzung nur geringe Chancen besitzen dürften. Daher sei das Spiel am Samstag umso wichtiger, betont der Coach. „Wir wollen einfach nur zwei Punkte. Das muss jetzt nicht schön sein“, macht Becker klar, der einige den Ausfällen geschuldete Umbauarbeiten innerhalb seines Teams vornehmen muss.

So rücken Lorenz Schmitt und Jonas Scheiner fest ins Bayernliga-Team und werden nicht am Vorspiel der Reserve-Mannschaft gegen die HSG Volkach teilnehmen. Nach dem Ausfall von Benjamin Horn steht Lohr ohne einen einzigen Linkshänder da. Auf Horns Position rückt nun mit Ferdinand Schmitt ein Rechtshänder. Zudem soll Jannik Schmitt im Rückraum nun mehr Einsatzzeiten als bisher erhalten. „Natürlich können wir die Ausfälle nicht eins zu eins ersetzen, aber wir lassen uns etwas einfallen“, so Becker.

Gastgeber brauchen langen Atem

Der Lohrer Coach geht davon aus, dass sein Team für einen Erfolg über die Niederraunauer einen langen Atem braucht. „Die haben eine erste Sechs, die nicht schlecht ist“, so Becker. So habe der Aufsteiger aus dem Landkreis Günzburg vor Wochenfrist im Derby gegen den TSV Friedberg eine wirklich starke erste Hälfte hingelegte. Doch im zweiten Abschnitt verspielte Niederraunau eine 15:9-Führung und unterlag noch mit 25:31.

„Wir müssen den Gegner dazu zwingen, dass er viel laufen und einen hohen Aufwand treiben muss“, erläutert der Lohrer Coach seine taktische Marschroute, der die Hoffnung zugrunde liegt, dass bei den Gästen am Ende die Kräfte schwinden könnten. Bei seinem Team will Becker die Einsatzzeiten verteilen, damit seine Spieler in der Schlussphase noch frisch sind.

Schnelle Nachverpflichtungen aufgrund der Ausfälle wird es auf Lohrer Seite nicht geben – trotz aller personellen Probleme. „Wir beobachten die Situation“, sagt Abteilungsleiter Ludwig Scheiner. Wenn es nötig erscheine, werde der Verein handeln. Doch zunächst werde die sportliche Leitung schauen, ob sich die Mannschaft in der gegenwärtigen Zusammensetzung selbst helfen könne und wie schnell der Genesungsprozess bei einem Spieler wie Janis Gremzde voranschreite. „Wir werden jetzt nichts übers Knie brechen“, versichert Ludwig Scheiner.

U. Sommerkorn

Quelle: Main-Post