Sven Hartig hält Vorsprung fest

14.10.18

Lukas Horký

Lukas Horký

Foto: Philipp Lorenz

TSV Lohr – SV Anzing 23:21 (13:11)

Als die Partie ein paar Minuten vorbei war und er einen Moment lang allein im Geräteraum hinter dem Kampfgerichtstisch in der Spessarttorhalle stand, da schnaufte Bernd Becker einmal ganz, ganz tief durch. Dem Trainer des TSV Lohr war die Erleichterung anzusehen darüber, dass sein Team in einem am Ende ganz engen Spiel zwei Punkte eingefahren hatte, mit denen es sich etwas von der Abstiegszone absetzte.

„Das war schwer erarbeitet“, stellte der Coach fest nach einer Partie, die sicherlich nicht die höchsten ästhetischen Ansprüche erfüllte. Aber das war den meisten Beteiligten auf Lohrer Seite nach den beiden Punkten gegen einen direkten Konkurrenten im Dunstkreis der Abstiegszone hernach herzlich egal.

Lukas Horkys Würfe aus großer Distanz

Lange Zeit taten sich beide Teams gegen die stehenden Abwehrreihen des Kontrahenten jeweils ziemlich schwer. Tore fielen oft nur nach Fehlern des Gegners oder nach Einzelaktionen. Gleichwohl setzten sich die Gastgeber nach einer Dreiviertelstunde etwas ab, weil ihre Abwehr kaum etwas zuließ und der eingewechselte Keeper Sven Hartig zusehends besser ins Spiel kam. Zudem hatten die Hausherren die beiden Anzinger Keeper als Schwachpunkte der Oberbayern ausgemacht. In dieser Phase nahm sich Lohrs Lukas Horky immer wieder erfolgreich Würfe von weit jenseits der Neun-Meter-Linie, ohne dass die Schlussleute Fabian Fiedler und Lucas Schrader ein probates Mittel gegen die Aktionen des Tschechen fanden. So deutete beim Stand von 21:16 knapp neun Minuten vor Schluss vieles auf ein Finale der Partie ohne größere Aufregungen für die Gastgeber hin.

„Wir haben abgesprochen, unsere Angriffe diszipliniert auszuspielen. Das haben wir bis zu diesem Zeitpunkt auch gut gemacht“, betonte Lohrs Trainer Becker. Dann aber verloren die Hausherren ihre Linie. „In den Schlussminuten haben wir uns sieben oder acht Ballverluste geleistet“, erklärte er den Umstand, dass es gegen Ende hin noch einmal spannend wurde.

Zu hektisch

„Wir waren da viel zu hektisch“, gab auch Lohrs Rückraumspieler Jannik Schmitt zu. Zudem gingen seinem Team in den letzten Minuten die personellen Alternativen im Rückraum aus. Jonathan Born musste angeschlagen auf der Bank bleiben, Janis Gremzde sah nach der dritten Zeitstrafe die Rote Karte. Der SV Anzing indes kam näher und näher und verkürzte gut drei Minuten vor Schluss durch Sebastian Erber auf 21:22.

Nun hing der Lohrer Sieg am seidenen Faden. 42 Sekunden vor Schluss erzwang der Gast einen Siebenmeterstrafwurf, zudem erhielt TSV-Kreisläufer Zoltan Ferencsik wegen einer nicht regelkonformen Abwehraktion auch noch eine Zeitstrafe. Anzings Jonathan Limbrunner schnappte sich den Ball, trat an den Siebenmeterstrich, doch seinen Wurf parierte TSV-Keeper Sven Hartig mit seinem rechten Fuß. Die letztlich entscheidende Aktion. „Und das, obwohl ich eigentlich gar nicht fit war“, erklärte der Keeper, der sich in den vergangenen Tagen mit einer in dieser Jahreszeit nicht unüblichen Erkältungskrankheit herumplagte. Doch das Adrenalin, das sein Körper in der engen Schlussphase ausschüttete, ließ das Unwohlsein vergessen. So wurde Sven Hartig hinterher gefeiert, zumal die gehaltene Siebenmeter nicht die erste gute Aktion gewesen war, die er in der zweiten Hälfte gezeigt hatte.

Benjamin Horn setzt den Schlusspunkt

Am Ende sorgte Benjamin Horn mit der Schlusssirene für den 23:21-Endstand. Ein unter dem Strich durchaus wichtiger Treffer. „Jetzt haben wir auch den direkten Vergleich mit Anzing gewonnen“, machte Bernd Becker mit Blick auf die 22:23-Niederlage seines Team im Hinspiel klar. Lohr hat nun schon vier Punkte mehr als der Konkurrent aus Oberbayern und zudem noch den Vorteil der gewonnenen direkten Vergleichs, der bei Punktgleichheim den Ausschlag gibt. Fürwahr ein Anlass, um erleichtert zu sein für den Trainer.

U. Sommerkorn

Lohr: Szabo (1. – 24.), Hartig (24. – 60.) – Zeleny 3, J. Scheiner (n. e.), F. Schmitt 6, Ferencsik 1, Kralik, Gremzde, J. Schmitt 1, Born 1, Rahtz, Röder (n. e.), Horn 6, Horky 5.

Anzing: Fiedler (1. – 16., 47. – 60.), Schrader (16. – 47.) – Erber 2, J. Limbrunner 5/3, Kiefel, Müller, M. Haberthaler, Hawranek 3, Huber 3, M. Limbrunner 2, Kain 3, Meyer 1, Beffa.

Schiedsrichter: Haderlein/Haderlein (Nürnberg).

Zeitstrafen: 6:3.

Rot: Gremzde (57., Lohr, 3. Zeitstrafe).

Siebenmeter: 4/3 – 5/3.

Zuschauer: 450.

Spielfilm: 3:3 (6.), 6:6 (15.), 8:6 (17.), 11:10 (25.), 13:11 (30.), 15:12 (37.), 16:15 (43.), 20:15 (50.), 21:16 (52.), 22:21 (57.), 23:21 (60.).

Quelle: http://www.mainpost.de/sport/mainspessart/Friedberg-Zeitstrafen-Sven-Hartig-haelt-Lohrs-Vorsprung-fest;art798,9862487

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