Trainer schwärmt vom Gegner

10.02.17

Kevin Herbst im Trikot des HSV Hamburg

Kevin Herbst im Trikot des HSV Hamburg

Foto: Lukas Schulze

Wenn Trainer Bernd Becker über den Gegner spricht, den er mit seinem TSV Lohr (11./9:21) am Samstag um 19.30 Uhr in der Spessarttorhalle zum Handball-Bayernliga-Spiel empfängt, dann gerät er ins Schwärmen: „Das ist eigentlich kein Bayernligist, das ist eine Drittliga-Mannschaft“, sagt der 47-Jährige über den aktuellen Spitzenreiter HC Erlangen II (1./28:2). „Die haben Strukturen, die kein anderer in der Liga hat. Die trainieren viermal pro Woche und haben 16 fast gleichwertige Spieler. Erlangen hat in dieser Klasse eigentlich nichts verloren.“

Die Chance, dass sich die samstäglichen Gäste nach der Saison als Meister in die Drittklassigkeit verabschieden, ist ziemlich groß. Der Vorsprung der Bundesliga-Reserve auf den Tabellenzweiten DJK Waldbüttelbrunn beträgt bereits stattliche sieben Punkte. Dass das Team von HCE-Trainer Tobias Wannenmacher irgendwann während der Runde schon vorzeitig den Titelgewinn wird feiern können, ist daher keine besonders gewagte Prognose.

Ein Trio mit Bundesliga-Erfahrung

Drei Spieler der HCE-Reserve, namentlich Kevin Herbst (früher beim HSV Hamburg), Christopher Bissel und Keeper Michael Haßferter, haben bereits in dieser Saison für die erste Erlanger Mannschaft in der Bundesliga gespielt, die am Samstagabend beinahe parallel zur Partie in Lohr den TSV Hannover-Burgdorf empfängt. „Selbst wenn da am Samstag einige Bundesliga spielen, bedeutet das für die Reserve kaum einen Qualitätsverlust, weil die unglaublich breit und gut besetzt ist“, meint Bernd Becker, dem es ganz recht ist, dass nur kühne Optimisten am Samstagabend auf einen Punktgewinn des TSV-Teams hoffen dürften. „Es ist für uns das leichteste Spiel der Saison. Wir versuchen einfach, eine gute Leistung rauszuhauen und möglichst lang mitzuhalten.“ Erfolgreichster Werfer der Erlanger Reserve ist ein Rechtsaußen, nämlich Maximilian Lux (80/23 Treffer). Der vom SV Auerbach gekommene Linkshänder wird häufig bei Gegenstößen des Spitzenreiters gesucht, zudem ist er ein sicherer Siebenmeter-Schütze.

Für die Lohrer geht es nach Auffassung ihres Trainers in erster Linie darum, sich nach dem schwachen Auftritt des Teams bei der jüngsten 19:35-Niederlage in Bayreuth wieder Selbstvertrauen anzueignen. Eine Partie, die der verbalen Nachbereitung bedurfte. „Wir haben am Montag über den Auftritt gesprochen. Und ich denke schon, dass die Spieler verstanden haben, dass es so nicht geht“, betont Becker.

Gleichwohl hat der Coach im Hinterkopf, dass eine Woche nach dem Vergleich mit dem Spitzenreiter das Kellerduell beim TSV Niederraunau ansteht. „Deshalb werden wir am Samstag auch angeschlagene Spieler, bei denen die Gefahr besteht, dass sich ihr Zustand bei einem Einsatz verschlimmert, schonen“, macht Bernd Becker klar. Da denkt er zum Beispiel an Andreas Avar, der während der Woche mit einer Prellung am Schlüsselbein im Training aussetzen musste. Oder auch an Jannik Schmitt, den Knieprobleme plagen. Denn der Trainer hat stets im Hinterkopf, dass die Entscheidung über Klassenerhalt oder Abstieg für sein Team wohl nicht gegen den HC Erlangen II fallen dürfte.

U. Sommerkorn

Quelle: Main-Post