Unter Zugzwang

29.09.17

Zusammenhalt ist angesagt

Zusammenhalt ist angesagt

Foto: Yvonne Vogeltanz

Eine angespannte Stimmung habe während der Woche bei seinen Übungseinheiten nicht geherrscht, versichert Bernd Becker. Gleichwohl hat der Trainer des Handball-Bayernligisten TSV Lohr (11./0:4) vor dem Auswärtsspiel seines Teams am Samstagabend (Anwurf 20 Uhr) beim TSV Ottobeuren (6./2:2) Fehleranalyse betrieben. Denn nicht nur die Bilanz seines Teams, das mit 0:4-Punkten in die Saison gestartet ist, wertet der Coach als unbefriedigend, sondern auch die Leistung bei der jüngsten 22:25-Heimniederlage gegen den TSV Unterhaching.

„Wir haben am Montag einiges miteinander besprochen. Aber so recht kann bis heute keiner begreifen, warum wir in der zweiten Hälfte das Handballspielen eingestellt haben“, berichtet der Lohrer Coach. Auch wenn die Ursache für den Einbruch nach einer Vier-Tore-Führung für Becker schwer auszumachen war, so sprach er die gemachten Fehler auf dem Spielfeld unumwunden an: Besonders negativ sei ihm der Umstand aufgefallen, dass seine Spieler in Über- und Unterzahlsituationen in taktischer Hinsicht disziplinlos agiert hätten. Nicht nur in dieser Hinsicht erwartet der 48-jährige Coach beim Auftritt in Ottobeuren eine Steigerung seines Teams.

Gefahr aus dem Rückraum

Beim Aufsteiger im Unterallgäu wartet auf die Lohrer eine knifflige Aufgabe, denn der TSV Ottobeuren befindet sich nach dem jüngsten 37:27-Erfolg bei der DJK Rimpar II im Aufwind. „Ottobeuren ist eine gute Mannschaft, die vor allem über den Rückraum kommt“, erklärt Bernd Becker. „Da wird es darauf ankommen, dass wir in der Abwehr Körperkontakt herstellen.“

Beim Videostudium sind dem Lohrer Coach vor allem drei gegnerische Spieler aufgefallen, vor denen sich seine Spieler in Acht nehmen müssten – namentlich Patrick Kofler im linken Rückraum (bisher 13 Tore), Spielmacher György Szouszki (9) und Rechtsaußen Karlo Tomic (15). Zudem herrsche in der Halle der Ottobeurer, die nach zweijähriger Abstinenz in die Bayernliga zurückgekehrt sind, „eine besondere Atmosphäre“. Will heißen: Es geht bisweilen hitzig zu. Die Lohrer Mannschaft indes steht schon unter Zugzwang, denn nach Ottobeuren sind die zwei nächsten Gegner Kontrahenten, die als Titelanwärter gehandelt werden – nämlich der TSV Friedberg und die DJK Waldbüttelbrunn. So taucht am Horizont schon die Horrorvision eines Saisonstarts mit 0:10-Punkten auf, wenn die Lohrer nicht rechtzeitig gegensteuern.

Personell wird sich auf Lohrer Seite allerdings nicht zu viel ändern. Bernd Becker wird mit dem selben Aufgebot antreten, das zuletzt gegen Unterhaching unterlag. Also weiter ohne die am Knie verletzten Lorenz Schmitt und Jonathan Born. Dagegen wird Bohuslav Zeleny wohl dabei sein, obwohl der tschechische Rückramwerfer zu Beginn der Woche mit einem grippalen Infekt ausgefallen war. „Ich habe mit ihm gesprochen. Und er geht davon aus, dass er am Samstag in der Lage ist, zu spielen“, betont der Lohrer Trainer.

U. Sommerkorn

Quelle: https://www.mainpost.de/sport/mainspessart/Lohrer-stehen-unter-Zugzwang;art798,9757808#paywallanchor

© Main-Post 2017