Vor den Wochen der Wahrheit

02.12.16

Zusammenhalt ist angesagt

Zusammenhalt ist angesagt

Foto: Röder

Wenn die Bayernliga-Handballer des TSV Lohr (10./5:13) am Samstag zum Auswärtsspiel beim TV Erlangen-Bruck (Anwurf 20 Uhr, Hiersemann Halle) reisen, dann wird an diesem Tag ihr letzter Punktgewinn in einem Ligaspiel bereits sieben Wochen her sein. Doch TSV-Trainer Becker Becker betont stets: „Wenn man sich unsere Verletztenliste und den Spielplan ansieht, kommt das nicht ganz überraschend.“ Nun aber werden die beiden letzten Partien vor der Weihnachtspause für seine Mannschaft den Weg weisen, ob die Lohrer den Jahreswechsel einigermaßen entspannt oder mitten im Abstiegskampf verbringen. Denn mit Erlangen-Bruck (14./2:16) und eine Woche später zu Hause mit dem HC Sulzbach-Rosenberg geht es nun gegen zwei direkte Konkurrenten im Tabellenkeller.

Dass die samstägliche Partie in Erlangen als „Kellerduell“ firmieren würde, war vor zwei Wochen noch nicht abzusehen gewesen. Da logierte der TV nämlich noch im oberen Tabellenmittelfeld. Doch nach Einsatz eines nicht spielberechtigten Spielers wurden den Erlangern alle acht zuvor errungenen Punkte aberkannt (wir berichteten).

„Brucks“ Abteilungsleiter Gerald Rothberger hat zwar angekündigt, den Punktabzug einer rechtlichen Prüfung zu unterziehen, doch ob dies am Ende die Zähler zurückbringen wird, ist vorsichtig formuliert ungewiss. Lohrs Abteilungsleiter Ludwig Scheiner hatte schon direkt nach dem Erlanger Punktabzug gemutmaßt, dass beim samstäglichen Gastspiel ein Gegner mit dem „Messer zwischen den Zähnen“ auf den TSV warten würde. Auf jeden Fall zeigte Erlangen-Bruck am vergangenen Wochenende eine Trotzreaktion auf die missliche Lage. Das Team gewann mit 29:24 beim Tabellendritten TSV Friedberg und will nun das Feld von hinten aufrollen. Doch Lohrs Trainer Bernd Becker gibt zu bedenken: „In Friedberg konnten die Erlanger befreit aufspielen. Gegen uns stehen sie unter Druck. Mal sehen, wie sie mit der Situation umgehen.“

Schwierige Situation

Sein Team muss schon seit Wochen mit einer schwierigen Situation umgehen, fallen doch die verletzten Leistungsträger Lukas Horky, Janis Gremzde, Benjamin Horn und Ferdinand Schmitt aus. Hinzu kommt, dass sich bei der jüngsten 13:20-Derby-Niederlage gegen Waldbüttelbrunn auch noch Lorenz Schmitt eine Rückenprellung zugezogen hat. Sein Einsatz in Erlangen ist fraglich. Unter diesen Vorzeichen reichte es gegen Waldbüttelbrunn zwar nicht, immerhin verdiente sich das Lohrer Team jedoch Lob für seinen engagierten Auftritt.

In Erlangen, davon geht Bernd Becker aus, werde sein Team wieder zu mehr Toren kommen als gegen Waldbüttelbrunn, auch wenn zuletzt wieder der frühere Bundesliga-Spieler und Defensivspezialiast Bastian Krämer für die Mittelfranken auflief. Doch unter dem Strich ist die Abwehr nicht der stärkste „Brucker“ Mannschaftsteil, das Team lebt vielmehr von seiner Spielstärke und seinem Gegenstoßspiel. „Wir werden uns etwas dagegen einfallen lassen. Und wenn der Gegner eine Schwäche zeigte, stehen wir bereit“, so Lohrs Trainer Becker. Voraussichtlich werden die Lohrer mit dem selben Aufgebot wie vor Wochenfrist antreten, vorausgesetzt bei Lorenz Schmitt reicht es für einen Einsatz.

U. Sommerkorn

Quelle: Main-Post