Zurück im Abstiegskampf

10.12.17

Ferdinand Schmitt

Ferdinand Schmitt

Foto: Vogeltanz

TSV Lohr – TSV Rothenburg 21:26 (10:18)

Als Lohrs Trainer Bernd Becker und sein Kapitän Marius Rahtz nach der Niederlage gegen den TSV Rothenburg um eine Spieleinschätzung gebeten wurden, fiel in ihren Analysen unabhängig voneinander im allerersten Satz das selbe Adjektiv – nämlich „desolat“. Ein ziemlich treffendes Wort, um die Lohrer Darbietung an diesem Samstagabend zu beschreiben, an dem die Gastgeber hilf- und chancenlos gewirkt hatten. Und das gegen einen Kontrahenten, der nun nicht zu den Spitzenteams der Klasse zählt.

Kapitän Rahtz nahm sich und das gesamte Team in die Verantwortung: „Nach solch einem Spiel muss sich jeder Einzelne Gedanken machen. Wir können uns nur bei den Zuschauern entschuldigen.“ Vielleicht gut, dass am zweiten Adventssamstag wohl wegen diverser Weihnachtsfeiern nicht so viele in die Spessarttorhalle gekommen waren und mit 300 Anwesenden eine Saisonminuskulisse registriert werden musste. Der Lohrer Coach fällte eine Urteil, das sich ziemlich vernichtend anhörte: „Ich habe heute nur einzelne Spieler gesehen, keine Mannschaft.“ Und die Konsequenz formulierte er auch gleich: „Wir sind zurück im Abstiegskampf. Unser kleines Polster ist aufgebraucht.“

Hektik führt zu Ballverlusten

Von der ersten Minute an waren die Gastgeber neben der Spur. In den Anfangsminuten fehlte ihnen die rechte Körperspannung. Als Rothenburg schnell 5:1 (6.) führte, versuchten etliche Lohrer Spieler mit hektischen Aktionen, die Situation zu bessern, und sorgten so für zahlreiche Ballverluste. „Das hat die Situation natürlich nicht besser gemacht“, bemerkte der Lohrer Coach.

Ferner hatten die Gäste mit Andreas Amann ihren überragenden Mann im Tor stehen, der zahlreiche leichte und schwere Lohrer Bälle parierte – manche fing er sogar – und so dafür sorgte, dass es zu keiner Phase des Spiels noch einmal spannend wurde. Und auch die Lohrer Defensivleistung taugte nicht dazu, die Mannschaft wieder aufzubauen. „Es war erschreckend, wie leicht Rothenburg zu Toren gekommen ist. Da passiert nichts Überraschendes, und trotzdem fällt uns dagegen nichts ein“, sagte Bernd Becker, dem auch mehrmalige Veränderungen der Deckungsformation nicht halfen. „Es war unfassbar, was wir geboten haben. Meines Erachtens eine Einstellungsfrage“, machte sein Kapitän klar.

In der zweiten Hälfte kamen die Hausherren nie näher als auf fünf Tore Differenz heran. Dass die wenigen mitgereisten Rothenburger Anhänger keine Beruhigspillen benötigten, dafür sorgten Torhüter Amann oder Lohrer Angreifer, die auch im zweiten Spielabschnitt ihre technischen Fehler nicht abstellten. Am Ende stand es 21:26. Und Trainer Becker erklärte: „Das Ergebnis sieht noch freundlicher aus, als es das Spiel war.“

„Ab Montag“, so betonte der Coach, werde es an die Aufarbeitung der Partie gehen. Nicht nur deswegen könnte es bei seinem Team in den nächsten Wochen ungemütlich werden. Bei der letzten Partie des Jahres am kommenden Samstag beim Tabellenzweiten in Bayreuth dürften die Lohrer wohl kaum Punkte einplanen können. Mancher blickt da schon ins neue Jahr, wo in den ersten beiden Heimspielen mit dem SV Anzing und dem TSV Ottobeuren Kontrahenten aus der Abstiegsregion anreisen, in der die Lohrer nach der Heimniederlage am zweiten Adventssamstag angekommen sind.

U. Sommerkorn

Lohr: Hartig (1. – 24.), Szabo (24. – 60.) – Zeleny (2/1), J. Scheiner, F. Schmitt (2/1), Ferencsik (2), Kralik, Gremzde (5), J. Schmitt, Born (1), Rahtz, Röder, Horn (2), Horky (7).

Rothenburg: Amann, Sand (n. e.) – Schemm (2), Kulas, Kister (3), G. Gluhak, Ehrlinger (4), Schmidt (2), Wittmann, Striffler, Jasarevic (6/3), Krauter (3), Durakovic (6).

Schiedsrichter: Balzer/Schreiner (Gefrees).

Zeitstrafen: 6:4.

Siebenmeter: 3/2 – 6/3.

Zuschauer: 300.

Spielfilm: 1:5 (6.), 3:8 (13.), 5:12 (22.), 9:14 (27.), 10:18 (30.), 13:18 (34.), 13:22 (39.), 17:23 (48.), 18:25 (54.).

Quelle: http://www.mainpost.de/sport/mainspessart/Friedberg-Kapitaene-Lohrer-zurueck-im-Abstiegskampf;art798,9817050

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