Lohrer üben alternative Varianten

06.09.16

Bob Zelený

Bob Zelený

Foto: Y. Vogeltanz

Bei sechs Übungseinheiten und drei Testspielen ließ Bernd Becker von Donnerstag bis Sonntag seine Spieler schwitzen. „Wir haben vor allem taktische Dinge geübt und an der Feinabstimmung gearbeitet“, verriet der Coach der Bayernliga-Handballer des TSV Lohr über das Trainingslager in eigener Halle.

Dass intensiv gearbeitet wurde, war logisch. Schließlich ist der Saisonstart mit einem Auswärtsspiel am Samstag, 17. September, beim Mitaufsteiger VfL Günzburg nicht mehr fern. Die Testspielergebnisse während des Trainingslagers können sich durchaus sehen lassen. Auf eine 27:28-Niederlage gegen die HSG Wettenberg aus der Oberliga Hessen folgte ein 27:24-Sieg über den Liga-Konkurrenten DJK Rimpar II. Zum Abschluss gab es noch einen 24:20-Erfolg über Tuspo Obernburg (Landesliga Hessen).

Schwindende Kräfte

„Am Schluss hat man schon gemerkt, dass die Spieler ganz schön platt waren“, so der Lohrer Coach. Deshalb ist in der laufenden Woche Regeneration angesagt – sprich Training auf Sparflamme. Am kommenden Samstag beim Viererturnier in der zweiten Bayernpokal-Runde in Ingolstadt wird ein Lohrer Team antreten, das überwiegend aus Spielern der zweiten Mannschaft besteht.

Obwohl die Testspielergebnisse gar nicht übel aussehen, ist Trainer Becker nicht frei von Sorgen – genauer gesagt von Verletzungssorgen. Am schwersten wiegt der Ausfall von Janis Gremzde, dessen Leistenverletzung aus dem Frühjahr immer noch nicht ausheilt ist. „Es ist wohl ein Anriss“, sagt Becker über die Blessur des für die Abwehr und den Angriff so wichtigen lettischen Rückraumspielers. Der 30-Jährige müsse bis November gänzlich pausieren, frühestens im Januar könne er wieder auf dem Spielfeld stehen.

Zudem fällt Linksaußen Andreas Avar – ein ebenfalls für die Abwehr wichtiger Akteur – wegen Rückenbeschwerden auf unbestimmte Zeit aus. Ferner hat Keeper Manuel Prokscha seine Leistenverletzung noch nicht überwunden, soll aber zeitnah wieder ins Training einsteigen.

Die Ausfälle von Gremzde und Avar haben Bernd Becker dazu veranlasst, Alternativen zu dem in der Vorsaison noch so erfolgreichen 6:0-Deckungssystem einüben zu lassen. So spielten die Lohrer zuletzt auch immer wieder mit einer offensiven 5:1-Formation. Zudem könnten, so betont Trainer Becker, auch seine Neuzugänge Zoltan Ferencsik und Bohuslav Zeleny in der Abwehr auf den von Gremzde und Avar bekleideten Halbpositionen spielen.

Gleichwohl bekennt der Lohrer Coach: „Die personelle Situation ist angespannt. Passieren darf jetzt jetzt nichts mehr.“

Auch der Spielplan sorgt bei den Verantwortlichen nicht für ungeteilte Zuversicht. Die Auftaktpartie beim Mitaufsteiger Günzburg, der über ein junges Team und ein begeisterungsfähiges Publikum verfügt, wertete TSV-Abteilungsleiter Ludwig Scheiner „als extrem schwierig“. Danach folgen mit dem Heimspiel gegen das Team von Haspo Bayreuth (24. September) und der Auswärtspartie beim Titelfavoriten HC Erlangen II (1. Oktober) extrem hohe Hürden.

„Es wird hart“, sagt Scheiner vorher und richtet sein Team schon mal auf die Möglichkeit eines harten Abstiegskampfs ein.

U. Sommerkorn

Quelle: Main-Post