Sportleiter Ludwig Scheiner verabschiedet sich

03.05.18

Das 20:20 am letzten Spieltag der Handball-Bayernliga in Rothenburg und der damit verbundene Klassenerhalt sind für die Spieler des TSV Lohr nun schon ein paar Tage her. Nun heißt es erst einmal ausspannen, Trainer Bernd Becker hat dem Team bis 5. Juni eine Trainingspause verordnet. Die wird nur unterbrochen von einer Saisonabschlussfahrt in die tschechische Hauptstadt Prag.

Wenn die Lohrer Anfang Juni mit der Saisonvorbereitung beginnen, wird sich das Team verändert haben. Milan Kralik (Karriereende), Andreas Avar (gesundheitliche Gründe) und Marius Rahtz (aus beruflichen Gründen in die Schweiz) werden in der Runde 2018/19 nicht mehr dabei sein. Dafür kehrt Kreisläufer Kevin Gehl vom Bezirksligisten TV Haibach zurück.

Rückzug nach über zwei Jahrzehnten

Doch auch rund um die Mannschaft wird sich etwas ändern. Der Sportliche Leiter, Ludwig Scheiner, der in den vergangenen zweieinhalb Jahrzehnten in den verschiedensten Funktionen im Lohrer Handball aktiv gewesen war, will sich zurückziehen. „Nach so langen Jahren ist es Zeit, dass das auch einmal andere in die Hand nehmen“, erklärt er. Er gehe nicht im Groll, versichert Scheiner, gibt aber zu, dass der lange Abstiegskampf in dieser Saison sehr an ihm genagt habe. Er ergänzt: „Ich habe nicht die Schnauze voll vom Handball, ich will mir nur einmal wieder ganz entspannt ein Spiel ansehen können.“

Ganz von seinem Sport lassen kann das Lohrer Urgestein dennoch nicht: Als Trainer der männlichen D-Jugend will er sich künftig in der Nachwuchsförderung engagieren. Zu seiner Nachfolge sagt Scheiner: „Da wird es wohl eine Teamlösung geben.“

Dieses noch zu bildende Team wird dann auch auf die Suche nach Ergänzungen für den Kader der Bayernliga-Mannschaft gehen. Denn mit Kralik, Avar und Rahtz gehen dem Team Persönlichkeiten verloren, die nicht so leicht zu ersetzen sind. Auf der Lohrer Wunschliste für Neuzugänge steht ein Linkshänder, der zudem noch abwehrstark ist.

Gibt sein Amt als Sportlicher Leiter des TSV Lohr ab: Ludwig Scheiner.

Foto: Yvonne Vogeltanz

Bangen allerorten

Wie wertvoll das Lohrer 20:20 vom vergangenen Samstag im Nachhinein gewesen ist, hat sich erst am folgenden Tag erwiesen. Nach dem Abpfiff rechneten noch viele Rothenburger fest damit, tags drauf durch einen Sieg der Coburger Reserve in der Dritten Liga über Schlusslicht Bad Blankenburg ebenfalls gerettet zu sein. Doch die Partie endete 24:24 – und vor dem letzten Drittliga-Spieltag am Samstag um 19 Uhr können weiter zwei bayerische Drittligisten absteigen. Sollte dies eintreten, wäre auch Rothenburg als Bayernliga-Viertletzter abgestiegen. Im Falle einer Niederlage wäre Lohr Viertletzter gewesen.

Zwar hat der HSV Bad Blankenburg, dessen Drittliga-Abstieg seit dem vergangenen Wochenende feststeht, bekannt gegeben, in der kommenden Saison nicht in der Mitteldeutschen Oberliga Handball spielen zu wollen, sondern einen Neuanfang in der fünftklassigen Thüringenliga zu machen. Für die zwei anderen Abstiegsplätze kommen aber vor dem letzten Spieltag noch die SG Bruchköbel (24:34 Punkte, spielt in Baunatal), der HSC Coburg II (23:35, in Bernburg), der HSC Bad Neustadt (22:36, in Groß Bieberau) und der TV Gelnhausen (21:37, in Rodgau) in Frage.

U. Sommerkorn

Quelle: https://www.mainpost.de/sport/mainspessart/Handball-Sportleiter-Ludwig-Scheiner-verabschiedet-sich;art798,9951797

© Main-Post 2018

Cookies ermöglichen eine bestmögliche Bereitstellung unserer Dienste. Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen zu Cookies erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.