Hannes Münch will kein Heilsbringer sein

05.12.16

Hannes Münch

Hannes Münch

Foto: Imago/Zink

Kurz vor dem so wichtigen Bayernliga-Spiel am Samstag gegen den HC Sulzbach-Rosenberg sind die Lohrer Handballer auf der Suche nach personellen Ergänzungen fündig geworden. Mit Hannes Münch wird künftig ein früherer Zweitliga-Spieler das Trikot des personell gebeutelten und vom Abstieg bedrohten TSV tragen. Der 27-Jährige spielte bis vor dreieinhalb Jahren für den HC Erlangen, ehe er wegen einer Knieverletzung vom Leistungssport zurücktrat. Derzeit arbeitet der mittlerweile in Würzburg lebende Rückraumspieler bei Bosch Rexroth in Lohr an seiner Promotion.

Kontakt über Frank Rossner

„Der Kontakt zum TSV Lohr kam durch Frank Rossner zustande“, berichtet Münch. Rossner ist ein ehemaliger Lohrer, mit dem Münch dann gemeinsam in Erlangen spielte. Schließlich konnten sie ihn beim TSV überzeugen, mit einzusteigen. Doch der Neuzugang wehrt sich dagegen, zum Heilsbringer stilisiert zu werden: „Ich will der Mannschaft helfen“, sagt der Rechtshänder bescheiden, der mit seinem neuen Team bisher drei Übungseinheiten absolviert hat. „Wie das so ist, in meiner Situation fährt einfach das Bewegungslevel runter. Ich habe einfach vor, wieder ein bisschen mehr Sport zu machen.“ Auch macht er klar, dass er aus beruflichen Gründen möglicherweise nicht jedes Spiel wird bestreiten können. „Ich will unterstützen, so gut es geht, und einfach nur versprechen, mich bei jedem Spiel voll einzusetzen“, so Münch.

Auf Lohrer Seite ist die Erleichterung jedoch groß, einen gut ausgebildeten und erfahrenen Handballer, der in seiner Laufbahn über 300 Zweitliga-Tore erzielt hat, für das Team gewonnen zu haben: „Das war enorm wichtig. Manchmal liegt das Gute eben sehr nah“, sagt Ludwig Scheiner mit dem Hinweis darauf, dass sein Neuzugang vor Ort arbeitet. Der TSV-Abteilungsleiter kann ferner darauf hoffen, noch etwas länger etwas von dem früheren Erlanger zu haben. Denn Münchs Promotionszeit sei auf drei Jahre angelegt.

Neben Münch soll am Samstag gegen den HC Sulzbach-Rosenberg (19.30 Uhr, Spessarttorhalle) ein weiterer Rückraumspieler zum TSV-Team stoßen. Fabian Zehnter, zu Saisonbeginn aus beruflichen Gründen nach Bochum und zum westfälischen Landesligisten Borussia Höchstens gewechselt, wird zum Lohrer Team zurückkehren. Die Spielberechtigung für den Linkshänder ist bereits beantragt (wir berichteten). Nach dem Jahreswechsel sollen auch die im Augenblick verletzt fehlenden Janis Gremzde und Ferdinand Schmitt wieder zum Team stoßen, so dass die Lohrer dann wieder über einen breiter besetzten Kader verfügen, der den Erfordernissen des Abstiegskampfs gewachsen scheint.

Horky und Horn pausieren lange

Nicht vor der nächsten Saison ist dagegen mit der Rückkehr von Lukas Horky und Benjamin Horn zu rechnen. Beide haben sich schwere Verletzungen – sprich Kreuzbandrisse – zugezogen, für deren Genesung es Zeit braucht.

Zur Person:

Hannes Münch ist ein Erlanger Handball-Urgestein. Er galt als Beispiel für die exzellente Nachwuchsarbeit in der mittelfränkischen Universitätsstadt. Hannes Münch schaffte aus der eigenen Jugend heraus in den Sprung in die erste Mannschaft des HC Erlangen, wurde dort beim damaligen Zweitligisten zum Leistungsträger. Allerdings musste der abwehrstarke Rückraumspieler seine Laufbahn zum Ende der Saison 2012/13 wegen einer Knieverletzung im Alter von nur 23 Jahren beenden. „Die Ärzte haben gesagt, dass ich schon noch Sport auf einem gewissen Niveau machen kann, ein-, zweimal in der Woche, ohne dass es riskant wäre“, sagte er damals in einem Interview mit den „Erlanger Nachrichten“. Leistungs-Handball war aber nicht mehr drin.

Seit Beginn des Jahres lebt Hannes Münch, der übrigens nicht mit früheren Erlanger Zweitligaspieler Norbert Münch verwandt ist, in Würzburg, bei Bosch Rexroth in Lohr promoviert er. Beim TSV Lohr will er nun auf eine Art in den Handballsport wieder einsteigen, die mit seinem Beruf und der Gesundheit vereinbar ist.

U. Sommerkorn

Quelle: Main-Post

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