Bernd Becker vor schwieriger Entscheidung

13.10.17

Trainer Bernd Becker und Assistent Gerald Schmitt

Trainer Bernd Becker und Assistent Gerald Schmitt

Foto: Heiko Becker

Es war am Samstag, 8. April 2017, an einem milden Frühlingsabend. An diesem erlebten die Bayernliga-Handballer des TSV Lohr (6./4:4) in der Waldbüttelbrunner Ballsporthalle den emotionalen Höhepunkt der abgelaufenen Saison. Nach dem 19:17-Sieg in der Partie freuten sie sich nicht nur ausgelassen über den so gut wie sicheren Klassenerhalt, sondern auch darüber, das erste Mal seit viereinhalb Jahren ein Derby gegen den unterfränkischen Rivalen gewonnen zu haben. Kein Wunder also, dass die Lohrer nun beim nächsten Aufeinandertreffen am Samstagabend in Waldbüttelbrunn (Anwurf 19.30 Uhr, Ballsporthalle) ihren Erfolg aus der Vorsaison nur zu gerne wiederholen würden.

Große Vorfreude

Gleichwohl ist TSV-Trainer Bernd Becker bemüht, allzu große Erwartungen an sein Team zu dämpfen: „Wenn wir hier nicht alles abrufen, werden wir hier verlieren“, kündigt der 48-jährige Höchberger an. „Aber die Jungs freuen sich auf das Derby – und solche Spiele haben ja oft eine eigene Dynamik.“

Und solch eine Dynamik kann einen auch zum Sieg gegen einen vermeintlich überlegenen Gegner tragen. Erlebt haben dies die Lohrer am Wochenende beim 21:18-Heimsieg über den Meisterschaftsfavoriten TSV Friedberg. Ein Spiel übrigens, das in vielem an den Derbysieg im April in Waldbüttelbrunn erinnerte. Lohr ging als Außenseiter in die Partie, die kein handballerischer Leckerbissen war. Doch mit großer Leidenschaft, einer engagierten Vorstellung in der Abwehr und einem herausragenden Torhüter im Rücken gingen die Lohrer als Sieger vom Feld.

Am Samstag gegen Friedberg war dieser bärenstarke Torhüter Sven Hartig, der 63 Prozent der Bälle parierte, die auf sein Tor kamen. Ein halbes Jahr zuvor in Waldbüttelbrunn (5./5:1) war Tamas Szabo der TSV-Keeper gewesen, der den Gegner zur Verzweiflung trieb. Welcher der beiden Torhüter am Samstag beginnen darf, muss ihr Trainer nun entscheiden: „Ich weiß wirklich noch nicht, wer beginnt“, versicherte Becker am Donnerstag. „Ich werde das wohl erst am Samstag entscheiden – und es dürfte eine Bauchentscheidung werden.“

Dagegen steht fest, dass die am Knie verletzten Lorenz Schmitt und Jonathan Born beim Gast fehlen werden. Ferner hat Jannik Schmitt nach seiner jüngsten Erkrankung noch Trainingsrückstand, wird aber wohl dabei sein. Waldbüttelbrunn indes kann seinen gesamten Kader aufbieten, auch der zuletzt fehlende Felix Rother ist beim Dritten der Vorsaison wieder ins Training eingestiegen. Außerdem ist Kreisläufer Bastian Demel erst in dieser Woche aus dem Urlaub zurückgekehrt, doch verfügt die DJK gerade auf dieser Position mit Tobias Glöggler und Matthias Grünert über starke Alternativen.

Auf Seiten der Gastgeber ist das 17:19 vor einem halben Jahr noch Thema. „Die letzte Niederlage ist noch in den Köpfen drin“, betont DJK-Trainer Dusan Suchy, versichert aber: „Das wollen wir wieder wettmachen.“ Der gebürtige Slowake vermutet, dass „die beiden jüngsten Erfolge den Lohrern Appetit auf mehr gemacht haben. Wir müssen hoch konzentriert sein.“ Einen Favoriten, so macht Suchy klar, gebe es in diesem Derby nicht.

Die Derbybilanz 22 Bayernliga-Aufeinandertreffen zwischen dem TSV Lohr und der DJK Waldbüttelbrunn gab es seit der Saison 2003/04. Insgesamt gewannen beide Klubs jeweils neunmal, viermal endete die Vergleiche remis. Wobei in den Nullerjahren die Vorteile auf Lohrer Seite lagen, nach 2012 hieß der Sieger bei acht Aufeinandertreffen sechsmal Waldbüttelbrunn.

U. Sommerkorn

Quelle: http://www.mainpost.de/sport/mainspessart/Ballsporthallen-Friedberg-Torhueter-Trainer-und-Trainerinnen-Bernd-Becker-vor-schwieriger-Entscheidung;art798,9768285

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